20-Jähriger hatte Kapitol im Visier

Washington..  Auf dem Radar hatte das FBI Christopher Lee Cornell seit Monaten. Aber erst am Mittwoch griff die Anti-Terror-Abteilung der US-Bundespolizei zu und verhaftete den 20-Jährigen aus Green Township in der Nähe von Cincinnati/Ohio wegen eines islamistisch grundierten Terror-Komplotts.

Cornell, der in sozialen Netzwerken unter dem Alias-Namen Raheel Mahrus Ubaydah Sympathien für die Terror-Organisation „Islamischer Staat“ (IS) bekundete, soll ausweislich von Gerichtspapieren geplant haben, am Kapitol in Washington Rohrbomben zu zünden und danach Regierungsbeamte und Kongressabgeordnete zu erschießen.

Das FBI setzte – wie in anderen Fällen auch – einen verdeckt arbeitenden Informanten auf ihn an. Nach Kontakten via Internet trafen sich die Männer im Oktober 2014 in Cincinnati. Dabei soll Cornell angekündigt haben, im Dezember seinen eigenen „Dschihad“ gegen die „Feinde in Washington“ zu starten. Anonyme Stellen im arabischen Raum hätten ihn dazu ermächtigt.

600 Schuss Munition

Nachdem Cornell vor kurzem zwei M-15-Sturmgewehre und 600 Schuss Munition gekauft und seine Reise nach Washington angekündigt hatte, griff das FBI zu. Im Gegensatz zu anderen Fällen, bei denen Fahnder potenzielle terroristische US-Eigengewächse konspirativ in die Fall lockten, wurde Cornell laut Gerichtsakte vom FBI weder in seinen Plänen bestärkt noch mit Waffen oder Materialien versorgt, die zum Bau einer Bombe hätten dienen können. Im Rahmen der „preemptive prosecution“ (vorauseilende Strafverfolgung) hatten die US-Behörden mehrfach Verbal-Radikale ins Verderben gelockt. Die Betroffenen wurden bei der Vorbereitung eines Terrorplans unterstützt, dabei ständig überwacht und am Ende medienwirksam festgenommen. Eine wirkliche Gefahr bestand nie.