Zweijähriger erschießt seine Mutter im Supermarkt

Hayden..  Die Geschichte ist schnell erzählt: Eine junge Mutter in den USA geht mit ihrem kleinen Sohn im Wal-Mart shoppen. Der Kleine sitzt im Einkaufswagen, langweilt sich, greift in die Handtasche der Mutter (29), sucht vermutlich etwas zum Spielen. Doch zu fassen bekommt er eine Schusswaffe. Irgendwie löst sich die Sicherung der Waffe, ein Schuss fällt, die Mutter bricht zusammen, stirbt wenig später noch im Supermarkt. Die Polizei spricht von einem tragischen Unfall – der kleine Halbwaise ist zwei Jahre alt.

Es ist eine sehr amerikanische Geschichte, die sich in Hayden – einem kleinen Nest im „Kartoffelstaat“ Idaho, unweit der kanadischen Grenze – abspielt. Die Einzelheiten seien „erschütternd gewöhnlich“, kommentiert die „New York Times“ mit kritischem Unterton. Tatsächlich ist es längst nicht der erste Vorfall, bei dem Kinder mit einer Waffe den Tod bringen.

Erst im Sommer hantiert eine Neunjährige auf einem Schießstand mit einer Maschinenpistole – die Kleine kann die schwere Waffe nicht unter Kontrolle halten, ein Ausbilder stirbt. Wenige Monate zuvor findet eine Vierjährige in Detroit ein ungesichertes Gewehr unter einem Bett – diesmal stirbt der gleichaltrige Cousin. Die Liste lässt sich fortsetzen.

Die Mutter habe eine Genehmigung besessen, auch verborgene Waffen zu tragen, heißt es. Im Klartext bedeutet das: Es liegt kein Verbrechen vor, rechtlich ist alles in Ordnung, die Polizei braucht nicht größer zu ermitteln.