Zu viel allein: Kinder suchen Trost beim Fernsehen
20.06.2009 | 18:20 Uhr 2009-06-20T18:20:00+0200Berlin. Die Ergebnisse einer großangelegten Studie sind ernüchternd: Der Alltag der Mädchen und Jungen unter 14 jahren wird zusehends vom Medienkonsum bestimmt. Und immer mehr greifen zur Tastatur oder zur Maus, wenn sie sich schlecht fühlen. Jedes dritte Kind hat einen eigenen PC oder ein TV-Gerät
Viele Kinder in Deutschland suchen Trost vor dem Bildschirm. Etwa jedes fünfte Kind zwischen neun und 14 Jahren nutzt Computerspiele und Fernsehkonsum manchmal, oft oder sogar immer als «Trostspender», wie aus dem am Freitag in Berlin veröffentlichten LBS-Kinderbarometer 2009 hervorgeht. Das betrifft demnach verstärkt Kinder, die sich in ihrer Familie weniger gut fühlen. Auch wer glaubt, in der Schule nicht mithalten zu können, greift öfter zu Maus und Fernbedienung.
Meist allein vor dem Gerät
Die Umfrage unter 10.000 Kindern macht deutlich, dass die Medien den Alltag der Kinder in Deutschland immer stärker bestimmen. 84 Prozent der neun bis 14-Jährigen können daheim im Internet surfen. Bei jedem dritten Kind stehen PC und Fernsehgerät sogar im Kinderzimmer.
Wenn sie am Computer spielen, sind die Kinder laut Umfrage meist allein. Nur jedes fünfte sitzt immer oder oft auch mit Gleichaltrigen vor dem PC - Jungen häufiger als Mädchen. Den Eindruck, am Rechner etwas Nützliches zu lernen, haben nur wenige. Lediglich 16 Prozent sehen darin auch ein Lerngerät. Fast 80 Prozent haben nach eigenen Angaben kein Problem damit, Hausaufgaben und Computer spielen unter einen Hut zu bringen. Je häufiger sie aber am PC sitzen, desto weniger kommen sie nach eigenen Angaben mit den Hausaufgaben klar.
Glotzen aus Langeweile
Noch beliebter als der Computer ist nach wie vor das Fernsehen, das häufig als «Lückenfüller» genutzt wird. Mehr als ein Drittel der Kinder schaltet das TV-Gerät nur dann an, wenn sie nichts anderes zu tun haben. Bei der Auswahl des Programms geht die Mehrzahl der befragten Kinder aber durchaus gezielt vor. Fast zwei Drittel geben an, genau zu planen, welche Sendungen sie sehen wollen.
Dennoch gibt etwa jeder Vierte an, das Programm sei für ihn manchmal zu brutal. 41 Prozent glauben allerdings, beim Fernsehen manchmal auch etwas zu lernen. In den Familien wird das Gesehene selten thematisiert. Fast 60 Prozent reden mit ihren Eltern selten oder nie über das, was sie am Bildschirm gesehen haben. Folglich gibt es auch wenig Streit über Inhalt und Dauer des Fernsehkonsums. Nicht einmal jedes fünfte Kind berichtet über solche Diskussionen.
Für das Kinderbarometer 2009 hatte das Institut ProKids im Auftrag der LBS und unter Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) gut 10.000 Kinder in ganz Deutschland befragt. (afp)
17:00
Wer kümmert sich eigentlich noch um seine eigenen Kinder? Fehlt wieder Geld des Steuerzahlers? Liebe Eltern beschränkt euch beim Kinderwunsch nicht nur ums Machen, die Schwierigkeit liegt in der Erziehung. Aber aufgepasst Eltern können nur das vermitteln, was sie selbst haben. OK?
16:03
Weil er da noch dran kommt, ganz im Gegensatz zu Ihnen. Ihre Nase ist so lang da brauchen Leute Ihres Schlages schon sehr lange Arme.
15:04
@ #13 Das Kollektiv
Na klar: Synthome ??????????
Und sie schreiben hier über das dumme Volk?
Unglaublich!
Warum fassen sie sich nicht zuerst an die eigene Nase?
20:49
wie kuba4711 die Problematik schon richtig beschrieb, sollte man sich dennoch mal über das TV-Programm kümmern, an die Synthome will doch eh kein Politiker oder Institutsleiter ran. Wer weiß ob man das dumme Volk nicht auch lieber als solches dumm halten will.
Knechtet die Eltern und lasst den Nachwuchs verblöden, obs aufgeht??
19:55
Ach....interessante Kommentare hier!
Wie zum Beispiel soll eine Alleinerziehende/ein Alleinerziehender dafür sorgen, dass das Kind nach der Schule nicht vor der Glotze hängt (trotz Ganztagsschule), wenn er selbst bis ca. 17.00 Uhr arbeiten muss, anschließend vielleicht noch einkaufen und schätzungsweise nicht vor 18.00 Uhr zu Hause ist? Das ganze dann für stramme 1.300 € netto....wovon sicher keine Tagesmutter mehr gezahlt werden kann! Achja...Flimmerkiste abschaffen wäre eine Maßnahme. Schade nur, dass alle Schulkameraden so einen Apparat ebenfalls in ihrem Zimmer haben!
@kuba4711....
ich kann dem Kommentar nur zu 100 % beipflichten-
15:56
Es ist ja so einfach: lieber mit Wili, der es wissen will rund um die Welt als selbst hinaus in den Wald. Kein Wunder, dass ErzieherInnen unterbezahlt und nicht wertgeschätzt werden, wenn das die elterliche Vorstellung vonErziehung ist.
15:54
Wie mit allen Studien - allen ist das Problem bekannt doch keiner macht was dagegen und irgendwann wundert man sich über die Auswüchse des Problems und dann macht man wieder auf ganz betroffen und verliert sich im wilden Aktionismus.
Bereits 1998 hat Clifford Stoll in Die Wüste Internet auf die Folgen hingewiesen aber da meinte man ja noch Computer seien für Kinder unentbehrlich. Und in vielen Familien diente der vorgeschobene Grund der Bildung durch Computer als schlagendes Kaufargument. In Wahrheit wird da nur gedaddelt und sinnlos die Zeit vergeudet, genau wie vor dem Fernseher, der zur mit seinen Telenovelas auch vielen Rentneren nur die Langeweile bis zum Tod bekämpfen hilft.
Anstatt das sich beide Generationen ergänzen und voneinander lernen vertrödeln beide die nur ihre Lebenszeit.
15:50
@ kuba4711
Was für ein großartiger Sermon. Natürlich ist der Neoliberalismus an allem schuld, auch am Fernsehkonsum der Kinder!
Vermutlich ist der Neoliberalismus auch an der Dummheit vieler Linker, der Schweinegrippe, dem schlechten Wetter und ihrem kruden Geschreibsel schuld.
Wenn man es schafft möglichst wenig zu überlegen und mit dem ihnen eigenen pawlowschen Reflex auf jede Frage, mit der immer gleichen hohlen Phrasendrescherei zu antworten, dann schreibt man solche Kommentare.
15:26
#7 Stimmt, so isses. Übrigens braucht man für diese Erkenntnis keine Studie durchführen. Wer 1 und 1 zusammenzählen kann kommt aufs gleiche Ergebnis.
15:17
Die neoliberalen Politzampanos reagieren immer dann hysterisch ,wenn zufälligerweise mal kritisch über die negative Folgen der neoliberalen Machtergreifung auch für die Kinder in den von dieser Theologie gegängelten Familien berichtet wird.
Wenn die Menschen schon seit Jahren für ihre Arbeit unter aller Sau bezahlt werden und sie deshalb ihren Zweit-und Drittjobs rund um die Uhr hinterher hecheln müssen ,dann kann dies nicht ohne schwerwiegende Folgen für die Kinder dieser betroffenen Familien bleiben.
Die sich angesprochen fühlenden neoliberalen Politclowns machen in diesem Zusammenhang das was sie immer tun ,sie lenken vom Thema ab indem sie auf Tippfehler abstellen.
Sie tun also alles um nicht grundsätzlich über ihre Wirtschaftsreligion diskutieren zu müssen.
In der Psychologie nennt man dies eine Verdrängungspsychose.