Zoo Duisburg bietet eine Zooschule
26.06.2009 | 15:52 Uhr 2009-06-26T15:52:00+0200
Duisburg. In der Duisburger Zooschule gibt es Biologie-Unterricht einmal anders - da wird das Seehund-Becken zum Klassenzimmer für Grundschüler.
Watscheln, Hoppeln, auf dem Bauch rutschen: was davon macht eigentlich ein Seehund? Die Kinder der Klasse 4a von der Gemeinschaftsgrundschule an der Duisburger Sternstraße sitzen vor einem weißen Blatt Papier. Willi Thockok hat es ausgeteilt. Aber mit Unterricht nach dem Motto „Hefte raus, Klassenarbeit” hat dieser Morgen in der Zooschule nicht zu tun. Heute sind die Jungen und Mädchen alle Forscher und Wiederholungstäter, denn sie besuchen die Zooschule schon zum dritten Mal.
Die wilden Verwandten der Haustiere
Von Langeweile kann keine Rede sein: Fünf Themenpakete hat das sechsköpfige Lehrerteam für Kinder und Jugendliche zusammengestellt. Je nach Altersklasse oder Schulform stimmt Zooschulleiter Willi Thockok mit den Kollegen aus den Schulen ab, ob es um die wilden Verwandten der Haustiere geht oder an diesem Tag, um Wasserlebende Säugetiere.
Im tierischen Unterricht gibt's zwei Bereiche: Zooschüler sind zum einen Forscher und beobachten die Tiere vor Ort, zum anderen erfahren sie spielerisch ein bisschen Lernstoff: zum Beispiel, warum eine Fettschicht im kalten Wasser Wale warm hält oder warum eine ovale geformter Fisch besser im Ozean vorwärts kommt als eine quadratischer Körper.
Die Zooschule besuchen pro Jahr 10 000 Kinder und Jugendliche.
Wegen des großen Zulaufs gibt's auf den Internetseiten des Zoos ein Anmeldeformular. Sprechzeit für Anmeldungen ist dienstags von 13 bis 15 Uhr. Mehr Infos gibt's online unter www.zooschule-duisburg.de.
Die Nachwuchsforscher nehmen natürlich die Tiere selbst unter die Lupe. Und auch unter ihnen gibt's schon alte Hasen – wie Timo, der schon weiß, was passiert, wenn Löwen sich paaren. Löwen mag Dominik besonders gerne, „weil das auch mein Sternzeichen ist, die so besonders aussehen.”
Der Viertklässler kennt sich aus, hat im Zoo schon zwei Wochenendseminare besucht, bei denen er allerhand über die Tiere erfahren hat. Er weiß, dass bei manchen Fischarten eine Gehirnhälfte schläft, während die andere wach ist. Er kennt Ivo schon, den 31 Jahre alten Delfin. „Wie der sich dreht, das fand ich am besten”, erzählt der Zehnjährige nach dem Besuch der Schau im Delfinarium.
Sicher, die schlauen Säuger mit dem feinen Gehör und dem Gehirn, das fast so groß ist wie das des Menschen, gehören auch zur Forschungsreise durch den Zoo. Selbst nach der Delfinschau, bei der die Tiere so gar nicht schlaue Zuschauer ordentlich nass gespritzt haben hören die Kinder gut zu. was dazu gehört, damit die Delfine auf die Tierwärter hören. „Vertrauen”, wird hereingerufen. Und wie empfindlich eine Delfinhaut ist, das wissen auch schon einige Viertklässler der Walsumer Grundschule.
Das Ergebnis einer Paarung zwischen schwimmt durch ein anderes Becken. Fint ist ein drei Monate altes Seerobbenbaby. „Da sieht man ja die Flosse gar nicht”, sagt Celine und reckt den Kopf. Es ist eben nicht immer einfach eine Forscherin zu sein. Aber Fint hat eine Mama, die neben dem Kleinen durch das Becken schwimmt. Es ist die zweite Forschungsfrage, die Celine lösen möchte. Wie sieht das Hinterende der Tiere aus?
„Wanderung” durch einen Blauwal
Unterricht, der sich nicht wie Unterricht anfühlt. Willi Thockok: „Die Kinder können hier sehen, riechen, hören. Ich muss keine künstliche Realität erzeugen. Die Kinder sind sehr begeisterungsfähig.” Und haben jede Menge Fantasie – zum Beispiel, als sie sich den dreißig Meter langen Blauwal vorstellen, durch dessen Körper sie wandern. Das geht so: Julius geht dreißig Schritt vor und alle anderen gehen hinterher, durch den Anus, den Darm, Herz, Hals, bis zum Kopf. Die Schnauze befindet sich nach dreißig Schritt, dafür steht Julius und lacht, auch wenn er lieber auch gerne mitgemacht hätte – bei der Forschungsreise durch den imaginären Blauwal.
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Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben.
Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele Verbesserungen sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.
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gute idee -> wenn für eltern und lehrer kostenneutral ...