Zinsen auf Rekordtief - Welche Anlage jetzt noch lohnt

Wer sein Erspartes einfach aufs Konto legt, den bestraft das Zinstief. Doch was lohnt sich noch? Experten raten: Konten ausgleichen,Vermögen aufteilen.

Berlin.. In Zeiten von Strafzinsen sehnen sich Sparer in Deutschland nach sicheren Geldanlagen mit guter Rendite. Die Redaktion hat Experten von Finanztip und der Stiftung Warentest gefragt. Sie raten zu einer Aufteilung des Ersparten. Das sind ihre Empfehlungen.

Konten ausgleichen

Derzeit bringt die Tilgung laufender Kredite den Sparern am meisten ein. Denn die Differenz zwischen den Zinsen, die Geldanlagen einbringen und den Zinsen, die zum Beispiel ein Dispokredit kostet, ist sehr hoch. Der Ausgleich des Kontos spart daher bares Geld. Gleiches gilt für vorhandene teure Kredite. Wenn der Darlehensvertrag eine Sondertilgung zulässt, ist die Einzahlung dort oft lukrativer, als überschüssiges Geld zu geringen Zinssätzen anderswo unterzubringen.

Tagesgeld

Die Banken und Sparkassen bieten Tagesgeldkonten an. Das ist eine sichere Geldanlage, die auch täglich verfügbar ist. Damit ist Tagesgeld zum Beispiel als Hort einer Notfallreserve geeignet, an die man schnell herankommen muss. Sicherheit und Verfügbarkeit haben einen Preis. Die Verzinsung von Tagesgeld ist daher mäßig.

Die Anbieter werben mit sehr unterschiedlichen Konditionen. Oft stehen dort vergleichsweise attraktive Zinssätze, die aber nur für Neukunden und einen bestimmten Zeitraum gewährt werden. Daher ist ein Vergleich der Angebote angezeigt. Im Internet finden sich zahlreiche Vergleichsportale, die aber nicht immer alle Offerten berücksichtigen.

Der Ertrag von Tagesgeld kann sich ständig ändern, denn die Banken dürfen den Zinssatz generell täglich den Marktgegebenheiten anpassen. Wer immer die besten Konditionen mitnehmen will, muss daher zu einem häufigeren Wechsel der Bank bereit sein. In den letzten Tests schnitten Direktbanken besser ab als stationäre Institute. Da Sicherheit beim Tagesgeld ein wichtiges Kriterium ist, sollten Anleger nicht mehr als 100 000 Euro dort parken. Höhere Beträge sollten bei einer anderen Bank angelegt werden. Denn dann ist das gesamte Vermögen durch die staatlich garantierte Einlagensicherung geschützt, wenn die Bank pleite gehen sollte.

Festgeld

Im Gegensatz zum Tagesgeld sind Festgeldanlagen nicht jederzeit verfügbar. Dafür garantieren die Anbieter bei diesem Produkt höhere Zinsen. Der Sparer legt sein Geld für einen zuvor vereinbarten Zeitraum an. Fachleute raten derzeit zu eher geringen Laufzeiten von maximal drei Jahren, damit man bei steigenden Zinsen schnell wieder auf lukrativere Anlagen umsteigen kann.

Festgeldanlagen sind dann geeignet, wenn der zur Verfügung stehende Betrag mit hoher Wahrscheinlichkeit während der Laufzeit nicht benötigt wird. Denn eine vorzeitige Kündigung kostet Gebühren. Die Zinssätze hängen auch von der Laufzeit ab, die nur wenige Wochen aber auch zehn Jahre dauern kann. Auch in dieser Kategorie schneiden Direktbanken bei den Tests am besten ab. Vorsicht ist bei besonders ertragreichen Offerten geboten. Denn sie kommen häufig von ausländischen Banken, deren Stabilität nicht geprüft werden kann. So haben zum Beispiel isländische Institute vor der Finanzkrise zahlreiche Anleger mit hohen Zinsen angelockt und gingen dann pleite. Die Sparer blieben auf Verlusten sitzen. Nur innerhalb der EU sind beim Festgeld Guthaben von bis zu 100 000 Euro geschützt.

Aktienindexfonds

Beide Experten halten Indexfonds für eine geeignete Geldanlage in Aktien. Dabei kauft der Anleger eigentlich keine Anteilsscheine an einzelnen börsennotierten Unternehmen. Vielmehr bilden die Fonds, die auch als EFT (Exchange Traded Funds) bezeichnet werden, die Wertentwicklung von Börsenindizes wie dem Dax 30 ab. Die EFT sind preisgünstiger als Aktienfonds. „Auch die Finanzkrise hätte die Beimischung gut überstanden“, sagt Finanztest-Chef Heinz Landwehr. EFT kauft man über seine Bank an der Börse. Neben der Differenz zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs fallen als Kosten noch Verwaltungsgebühren an. Diese sind aber viel geringer als die Kosten herkömmlicher Aktienfonds.

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