Zehn Prozent mehr Körperverletzungen in Fußball-Stadien
11.01.2012 | 09:59 Uhr 2012-01-11T09:59:00+0100
Essen. Die „Gewalttäterdatei Sport“ ist mit rund 13 000 Tätern voll wie nie zuvor. Die Polizei meldet bei Gewalt in Fußballstadien „einen Höchststand seit 12 Jahren“. In der Saison 2010/2011 wurden in und vor den Stadien bundesweit 846 Menschen verletzt, davon 243 Polizeibeamte.
Die Gewalt bei den Spielen der 1. und 2. Bundesliga nimmt zu. In der Saison 2010/2011 wurden in und vor den Stadien bundesweit 846 Menschen verletzt, davon 243 Polizeibeamte . Vor allem Körperverletzungen nahmen um knapp zehn Prozent zu. Die Polizei: „Ein Höchststand seit 12 Jahren“.
Die Staatsgewalt schlägt aber zurück: Mit 12 996 Gewalttätern ist auch die „Gewalttäterdatei Sport“ voll wie nie zuvor. Ende 2008 waren erst 10 600 Namen gespeichert. Wer hier eingetragen ist, gerät in das Visier der Sicherheitskräfte. Diese können dann „gezielte Maßnahmen gegen Einzelne zum sicheren Verlauf der Veranstaltungen“ ergreifen.
Oft geschieht das in Kombination mit den derzeit rund 900 bundesweit bestehenden Stadionverboten , die allerdings nur durch die Vereine und Verbände verhängt werden dürfen. Erst nach fünf Jahren werden bei Jugendlichen und Erwachsenen die Angaben in der Gewalttäterdatei gelöscht, bei auffällig gewordenen Kindern nach zwei Jahren.
In einer Antwort auf eine Anfrage der Linken im Bundestag bestätigt die Bundesregierung jetzt den Gewalttrend: „Gewalttätige Ausschreitungen bewegen sich seit Jahren auf einem hohen Niveau, jedoch kann eine zunehmende Steigerung der gewalttätigen Handlungen festgestellt werden“ – in den letzten zwölf Jahren ist die Zahl der Strafverfahren um 40 Prozent, die der Einsatzstunden der Polizei und Sicherheitskräfte um 30 Prozent gestiegen. In dieser Zeit wurden rund 4000 Stadionbesucher verletzt, 41 335 Fans wegen Gewalt festgenommen.
Entzünden von Feuerwerkskörpern bereitet Bundesinnenministerium Sorge
In einem von der Regierung zitierten Bericht der Zentralen Polizeilichen Dienste NRW in Duisburg heißt es, die Gewalt beschränke sich vor allem auf die drei Bundesligen. „Eine Verlagerung in untere Spielklassen ist weiterhin nicht erkennbar“.
Große Sorge bereitet dem Bundesinnenministerium das Entzünden von Feuerwerkskörpern. „Ultra-Gruppierungen halten den Einsatz von Pyrotechnik für einen legitimen Bestandteil ihrer Fankultur“. Weil das oft auf vollbesetzten Tribunen und in engen Kurven passiere und oft unter Einfluss von Alkohol, stelle die Rauch- und Hitzeentwicklung eine gefahr dar und bewirke „erhebliche Gesundheitsschäden“ bei Unbeteiligten. „Die Verhaltensweisen stellen häufig Verstöße gegen das Strafgesetzbuch und das Sprengstoffgesetz dar und sind nicht zu tolerieren“, warnt die Bundesregierung die Fans.
18:48
Getränke und Speisen darf ich nicht reinnehmen und diese vorher in die Tonne kloppen, damit der Verkauf vor Ort gesteigert bzw. geschützt wird, aber Feuerwerkskörper können passieren und auch gezündet werden?
13:25
Die Datei ist so voll wie nie. Das liegt in erster Linie daran, dass da wohl auch soviele Unschuldige wie nie drinstehen, die auch kaum eine Möglichkeit haben, da raus zu kommen. Nach einem 5.-Liga-Fussballspiel wollte ich (alleine) ca. 40 m zur Straßenbahn. Daraufhin ein Polizist: "Hier ist gesperrt." (Grund war nicht ersichtlich). Meine Antwort: "Ich würde gern zur Straßenbahn." Antwort: "Die fährt heut nicht." Daraufhin ich: "Doch, da kommt sie ja." Antwort: Verpiss dich, sonst nehm ich dich mit und lass dich eindatieren." Soviel dazu.
Noch besser allerdings erging es vor ca. 4 Jahren einem Arbeitskollegen. Beruflich in Bochum unterwegs, sass er in einer der Bahnen, die die Fussballfans zum Stadion brachten. Mit Laptoptasche und ähnlichem Arbeitsuntensil. Nachdem vorne in der Bahn 2 Bochum-Fans aneinander gerieten, wurde die Bahn von der Polizei wohl recht unsanft geräumt, egal ob mit Fussball was zu tun oder nicht. Alle mussten ihre Ausweise abgeben, bzw. wurden durchsucht, bei ihm wurde bei der Portemonnaie-Kontrolle noch seine MSV-Duisburg Dauerkarte gefunden und mit eine´r spöttischen Bemerkung quittiert (Duisburg spielte an dem Tag nicht in Bochum). Er konnte dann eine halbe Stunde später weiterfahren. 2 Jahre später war er als Zeuge vor Gericht geladen wegen eines Handtaschenraubes an einer Rentnerin. Da wurde ihm dann vom Staatsanwalt kurz nebenbei mitgeteilt, "er sei ja auch kein Kind von Traurigkeit". Durch eine Nachfrage seinerseits wurde nur kurz erwähnt, dass er bei einer Schlägerei in Bochum als Duisburg-Hooligan gegen Bochumer beteiligt gewesen sei. Da ist ihm erstmal die Kinnlade runtergefallen. Man kann so gut wie nirgendwo Einspruch gegen solche Eintragungen unternehmen. Es gibt zwar jede Menge Stellen, die verantwortlich dafür sind, einen dort einzutragen, nur für die Austragung ist keiner verantwortlich. Wenn man sich mal mit den einzelnen Fan-Initiativen befasst, wird man feststellen, dass dort die einhellige Meinung vorherrscht, dass bestimmt ein Viertel aller Einträge dort zu Unrecht stattgefunden haben.
13:10
Unglaublich wie immer wieder versucht wird dieses Thema zu verharmlosen.
1. Fakt ist doch einfach, dass diese SPORTART - zumindest in den 3 oberen Ligen - nicht mehr ohne MASSIVEN Polizeischutz ausgeübt werden kann.
Und da ist es mir als Steuerzahler sch...egal, wie sich diese Randalierer nennen und zu welcher Gruppierung sie gehören. Und diesen Kommentaren könnte man auch entnehmen, dass es doch mehr Sympathisanten als Gegner gibt unter den anderen "Fans". Den anscheinend ist ja alles nicht so schlimm....
2. Pyro. Die mögliche Gefährdung durch dieser Teile ist ja wohl unbestritten. Dazu kommt, dass sie ja auch immer mal gerne auf dem Spielfeld landen. Also Dinge die nicht in so eine Menschenmasse gehören.
Wieder jemand, der ohne Ahnung seinen Senf dazu gibt. In den oberen 3 Ligen findet so gut wie keinerlei Randale statt. Das bisschen, was dort noch los ist, ist nichts im Vergleich zu den 80er Jahren. Die Gewalt findet heute in der Regel in den unteren Ligen statt, eben weil dort weniger Polizeipräsenz vorhanden ist und dementsprechend der Kick höher ist.
Natürlich findet mittlerweile sogar in den Kreisligen genug Randale statt.
Und wer hat denn Ahnung? Diejenigen die Randalieren?
Also auch einer von diesen "Schön-Rednern", die die Augen zumachen.
Übrigens schön Widerspruch in sich...."Die Gewalt findet heute in der Regel in den unteren Ligen statt, weil dort weniger Polizeipräsenz vorhanden ist und dementsprechend der Kick höher ist."
NA TOLL, da bin ich ja froh....dan ist ja in den Liga 1-3 alles bestens....
13:07
Die Spieler und Funktionäre der Vereine in den Ligaverbänden verdienen sich dumm und dämlich. Gleichzeitig schafft man es nicht einmal gutes Sicherheitspersonal zu beauftragen, um die Leute an den Eingängen richtig zu kontrollieren. Und wer bezahlt die Zeche (Polizeiensätze, Sachbeschädigungen)? Jeder der einen Strassenumzug organisiert, muss für den Polizeieinsatz i.d.R. zahlen. Nur die Fussballvereine und die LIGA nicht. Fussball ist und bleibt ein Proletensport.
12:18
Es lebe der unabhängige Jornalismus... Was hat das Bild (mit den schönen Bengalen) eigentlich mit der Überschrift gemein ? Wo ist der Zusammenhang zwischen der, bei Europapokalspielen so oft gerühmten südländischen Begeisterung (der dort gemäß unserer Presselandschaft durch Begalen Ausdruck verliehen wird) und Gewalt ? Werden hier mal wieder DFB-konform zwei Dinge miteinander verwechselt (Pyro = Gewalt ? Seit wann ?) ? Das eine hat mit dem anderen nichts, aber auch gar nichts zu tun, aber in der undifferenzierten Berichterstattung wird ja oft auch kein Unterschied zwischen Ultras und Hooligans gemacht, was soll man da erwarten. Hintergründe erst zu recherchieren und dann darüber zu berichten ist in der heutigen, vom Boulevard geprägten Presselandschaft wohl etwas, was nicht mehr "in" ist... leider.
11:27
Nicht jeder, der in dieser Datei steht, hat auch automatisch eine Straftat begangen. Eine Zeugenaussage gegen einen Gewalttäter hat in der Vergangenheit auch schon zu einem Eitnrag geführt. Eine Meldung ob man in einer solchen Datei steht erfolgt nicht, auch die Löschung erfolgt nicht automatisch nach 5 jahren.
11:25
oh das thema gabs schon lange nicht mehr.
gewalt ist abzulehnen. auch wenn jeder verletzte einer zuviel ist, bei 846 verletzten in der letzten saison ist das risiko aber immer noch überschaubar. ich schätze mal bei rund 20 mio zuschauern ist der anteil derer, die bei straftaten verletzt wurden, bei rund 0,004 %, falls ich mich nicht verrechnet habe. da dürfte jedes andere volksfest gefährlicher sein.
das mit den bengalos sieht immer irgendwie gefährlich aus. gebt den jungs doch einen block wo sie die dinger abfackeln dürfen, dann wäre doch allen gedient, oder ist das zu naiv?
11:19
"Die „Gewalttäterdatei Sport“ ist mit rund 13 000 Tätern voll wie nie zuvor" - Ach nee, kein Wunder, denn man kommt dort auch nicht wieder raus