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Erben & Vererben

Worauf Sie beim Vererben von Immobilien achten müssen

07.08.2012 | 18:41 Uhr
Kinder, die ein vererbtes Haus zehn Jahre lang selbst bewohnen, müssen keine Steuern zahlen.Foto: Getty

Berlin.   Immobilien kommt bei Erbschaften eine immer größere Bedeutung zu. Nach einer Studie der Postbank wird sich die Wahrscheinlichkeit für ein Immobilen-Erbe in den nächsten Jahren in Deutschland „glatt verdoppeln“. Und: Häufig werden dabei Geschwister das Erbe gemeinsam antreten.

„Oft gibt es erst einmal Streit“, warnt deshalb die Stiftung Warentest. Der aber lässt sich durch eine weitsichtige Planung weitgehend vermeiden. Möglichst früh sollte vor allem geklärt werden, wer das Haus der Eltern übernehmen will – und wer sich auszahlen lassen möchte. Das sollte am besten vor dem Tod des Erblassers in einer Art „Familienrat“ geklärt und in einem Testament fixiert werden.

Denn: Kommt es nach dem Tod der Eltern zum Streit, kann das teuer werden. Ein sturer Erbe, der auf einen Verkauf dringt, kann die Erbengemeinschaft in eine Zwangsversteigerung treiben, bei der nur ein geringer Verkaufspreis erlöst wird.

Rechtzeitig mit Erbe beschäftigen

Eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Immobilienerbe legen auch die steuerlichen Aspekte nahe. Seit der Erbschaftssteuerreform 2009 hat sich für Immobilienerben einiges geändert. Gewinner sind nahe Angehörige wie Ehepartner, Kinder und Enkel; aggressiver zur Kasse bittet der Fiskus seither Freunde, Geschwister und Lebensgefährten. „Wird ein Eigenheim in der engsten Familie verschenkt oder vererbt, geht das Finanzamt meist leer aus“, erläutert die Stiftung Warentest.

Das Verschenken einer Immobilie an den Ehepartner ist zu Lebzeiten immer steuerfrei. Egal wie teuer das Haus ist. Nach dem Tod eines Ehepartners ändert sich das: Dann müssen erbende Witwen oder Witwer mindestens zehn Jahre dort wohnen bleiben, um sich den Fiskus vom Hals zu halten. Verkauf, Vermietung, Verpachtung sind nicht mehr möglich, ohne Steuern zu zahlen.

Reiche Erben

Bei Kindern ist das ähnlich. Erben sie eine Immobilie der Eltern und nutzen sie diese mindestens zehn Jahre lang selbst, geht das Finanzamt leer aus. Mit einer Einschränkung: Die Wohnfläche darf 200 Quadratmeter nicht überschreiten. Für jeden Quadratmeter mehr werden Steuern fällig. Der Clou: Die hohen steuerlichen Freibeträge für nahe Angehörige werden bei einer selbst genutzten Immobilie nicht angetastet. So können Kinder daneben auch noch ein Wertpapierdepot von 400 000 Euro steuerfrei erben. Doch Vorsicht: Bei einem Auszug vor Ablauf der Zehnjahresfrist rechnet der Fiskus neu. Steuerfrei kommt man dann nur noch davon, wenn Immobilie und übriges Erbe zusammen nicht den steuerlichen Freibetrag übersteigen.

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Kommentare
13.08.2012
10:38
Hartz IV
von popeye2 | #4

#1: Wenn Sie ein Haus erben haben Sie einen entsprechende Vermögenswert.
Mit Recht steht Ihnen dann erstmal kein Anspruch mehr zu, sich von der Allgemeinheit Ihren Lebensunterhalt finanzieren zu lassen.
Warum versuchen Sie es nicht einfach mal mit Arbeit ?
Verkaufen Sie das Haus und statt Ihrer Idee zu folgen, das Geld in den Puff zu tragen, könnten Sie das Geld als Startkapital für eine Selbstständigkeit nutzen,.

1 Antwort
Worauf Sie beim Vererben von Immobilien achten müssen
von Unverkennbar | #4-1

Schwierig wenn man nichts gelernt hat, als die Hartz4 Gesetzgebung.

12.08.2012
23:47
@ Eduard79 | #2
von AuroraBorealis | #3

Sind Sie mit der Theamatik um Hartz IV fachlich auf der Höhe? Oder beziehen Sie Ihr "Wissen" nur aus Stammtischparolen und dem privaten Verblödungs-TV der RTL- und SAT1-Gruppe?
Letzteres trifft m. E. zu, denn wäre es Ersteres, dann hätten Sie nach Ihrem ersten Satz sich selbst nicht die falsche Antwort geben können bzw. dürfen.

Der Teil den Sie in Ihrem Kommentar selbst als provokant bezeichnen, der ist ganz und gar nicht provokant. Er ist dümmlich, mehr nicht.

12.08.2012
10:37
@AuroraBorealis | #1
von Eduard79 | #2

Wenn ein Hartz-IV-Empfänger erbt, und dadurch kein Hartz IV mehr benötigt, dann erbt Ihrer Meinung nach das Jobcenter? Absurd.

Ich formuliere Ihren Beitrag einmal provokant um:

"Liebe Hartz-IV-Betroffene, sorgt dafür, dass euch eure Besitztümer auf dem Papier nicht offiziell gehören, damit ihr stets volle Leistung vom Staat bekommt - unabhängig davon, ob ihr nötig habt oder nicht!"

12.08.2012
10:11
Leider ist der Bericht mangelhaft!
von AuroraBorealis | #1

Im Bericht fehlt leider die Tatsache, dass Hartz IV-Empfänger von einem Hauserbe rein gar nichts haben.
Erbe wird immer als leistungsminderndes Einkommen angerechnet.
Hat ein Hartz IV-Empfänger ein Haus geerbt, so hat er dieses zu verkaufen. Von dem Verkaufserlös allein hat er seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Das muß wirtschaftlich erfolgen. Es gilt also nicht, dass man in den Puff geht und dort die große saue veranstaltet bis der Verkaufserlös verjubelt ist.
Macht man dieses, so hat man seine Hilfebedürftigkeit vorsätzlich herbeigeführt. Vorsätzliche Herbeiführung einer Hilfebedürftigkeit schließt aber den Bezug von Leistungen aus.
Liebe Hartz-IV-Betroffene, redet daher mit den künftigen Erblassern heute schon über ein sinnvolles "Wie". Ansonsten erbt nicht Ihr, sondern durch den Umweg über Leistungssperre das Jobcenter.

3 Antworten
Worauf Sie beim Vererben von Immobilien achten müssen
von Wen_juckts | #1-1

Wenn die Größe angemessen ist, darf es als Altersversorgung behalten werden.

Worauf Sie beim Vererben von Immobilien achten müssen
von orirar | #1-2

Liebe Hartz IV Betroffene macht es geschickt, dann bezahlt Euch euer Nachbar der in einer Mietwohnung wohnt, indirekt über seine Steuern und Abgaben.

Worauf Sie beim Vererben von Immobilien achten müssen
von Hygiene-Kid | #1-3

Das Jobcenter steht ja sozusagen als Synonym fuer die Gemeinschaft der Leistungserbringer, die den vorruebergehend nicht Leistung erbringenden H4ler ueber Wasser haelt. Deiner Logik folgend muesste jemand mit einem ausgepraegtem sozialen Gewissen fordern, dass das Erbe des H4lers nicht nur fuer die Betrachtung zukuenftiger Transferzahlungen beruecksichtigt wird, sondern, dem H4ler etwas Stolz zurueckgibt, in dem er die in der Vergangenheit ohne Gegenleistung erhaltene Unterstuetzung an die Gemeinschaft der Leistungserbringer zurueckgibt.

Damit waere der H4ler dann sozusagen Schuldenfrei.

Ist doch toll wenn man erbt.


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