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Sachbuch

Über Bremsschwellen und andere komische Tiere

29.07.2010 | 18:50 Uhr
Über Bremsschwellen und andere komische Tiere
Schrecklich schreckhaft: Das Gürteltier hüpft im Ernstfall. Foto: Franz Luthe

Essen.Was wir alles nicht über Tiere wissen, aber dringend wissen sollten, offenbaren die britischen Komiker John Lloyd und John Mitchinson in ihrem erstaunlichen Sachbuch „Verliebte Mäuse singen“.

Über die Nacktmullkönigin, die Herrscherin über die wohl hässlichste Tiergattung der Welt, weiß das Sachbuch „Verliebte Mäuse singen“ zu berichten, dass sie sich tatsächich als fette Tyrannin gebärdet, die mit der Nasenspitze ihre Vasallen einschüchtert und antreibt. Von Ameisen aus Brunei erzählt es, dass die Wächter bei Gefahr ihren Kopf explodieren lassen, um durch den klebrigen Matsch, der zurückbleibt, etwaige Eindringlinge aufzuhalten. Und die Aggressivität, mit der Auerhähne zeitweilig meinen, fahrenden Autos trotzen zu können, liegt oft genug an exzessivem Blaubeerkonsum.

Wenn Sie sich nun ans Kinn fassen und sagen: „Ziemlich interessant“, dann sind sie hier genau richtig. Denn John Lloyd und John Mitchinson gehören der in Großbritannien weit verbreiteten Spezies des köstlichen Burschen an und bestücken das ebenso humorvolle wie geistreiche Quiz „Qi – Quite Interesting“ mit Fakten und Gags.

Ein äußerst geistreiches Abfallprodukt

Dumm, dass es diese feine, von Stephen Fry moderierte Show noch nicht in Deutschland gibt. Hervorragend aber, dass es einige der Bücher, die praktisch als Abfallprodukt der Fernsehproduktion entstanden sind, auch auf Deutsch erscheinen. „Verliebte Mäuse singen“ heißt der Band, der ein paar der Lücken schließt, die in unserem Wissen über die Tierwelt klaffen.

Etwa beim Gürteltier: „Das Riesengürteltier (Priodontes Maximus) kann bis zu 120 Pfund wiegen, womit es schwerer ist als die meisten texanischen Cheerleader.“ Warum das interessant ist? Weil das Gürteltier unter anderem Wappentier des Staates Texas ist. Und weil es sich dort um die eigene Dezimierung bemüht (Spitzname: texanische Bremsschwelle), indem es sich auf äußerst ineffiziente Weise gegen heranfahrende Autos verteidigt: Es springt erschrocken in die Höhe.

Das wohl rätselhafteste aller Tierchen trägt den Namen Mensch. Und um ihn zu charakterisieren, bemüht John Lloyd einen Satz seines verstorbenen Wegbegleiters Douglas Adams: „Menschen sind nicht nur einzigartig durch ihre Fähigkeit, aus den Erfahrungen anderer zu lernen; bemerkenswert ist auch ihre offenkundige Unwilligkeit, dies zu tun.“

  • John Lloyd und John Mitchinson: Verliebte Mäuse singen – Unnützes Wissen aus dem Reich der Tiere, Piper, 300 Seiten, 8,95 Euro

Georg Howahl

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