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Olymp der ewig jungen Toten

05.10.2012 | 16:04 Uhr
Olymp der ewig jungen Toten
Die Zigarette lässig im Mundwinkel – das Markenzeichen von James Dean. Gerade einmal 24 war der Schauspieler, als er 1955 bei einem Autounfall starb.

Essen.   James Dean, Michael Jackson, Jimi Hendrix und Janis Joplin : Sie alle eint ein früher Tod. Der Bildband „Too Young To Die“ erinnert an 150 Stars, meist aus der Musik- und Filmwelt, die viel zu früh starben.

Kurt Cobain gehört zum makabren „Club 27“ Foto:

Die Sängerinnen Alexandra (1942-1969) und Dalida (1933-1987) haben es nicht geschafft. Aber sonst sind im opulenten Bildband „Too Young To Die“ („Zu jung, um zu sterben“) fast alle vertreten, die diese Bezeichnung verdienen. Möglicherweise. Rockstars, die an Heroin oder Alkohol krepierten, finden sich neben Filmdiven, die bei einem Autounfall ums Leben kamen. Auf 175 Seiten haben 150 Schicksale Platz. Pro Person muss in der Regel eine Seite reichen, nur für „Top-Tote“ (James Dean oder Michael Jackson) ist mehr drin. Die Informationen fallen knapp aus. Punkten kann der Band mit den gut ausgewählten hochwertigen Fotos. Problematisch ist die Auswahl an sich. Wie lange ist man zu jung, um zu sterben? Oder: Ab wann ist man alt genug dafür?

Für alle, die man liebt, ist die Zeit nie reif. Stars werden von vielen geliebt. Das könnte zur Not als Begründung dafür gelten, warum das Spektrum im Buch von der 15-jährigen Anne Frank bis hin zu Donna Summer (63) reicht. Schwieriger wird es beim Untertitel („Die größten Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts“). Auf die Callas oder die Piaf trifft die Bezeichnung sicher zu. Auch wer das Glück – oder Pech – hat, zum makabren „Club 27“ zu gehören, darunter Janis Joplin und Kurt Cobain, muss keine Anfechtungen befürchten.

Aber kann man Schauspieler wie Günther Kaufmann (1947-2012) „Ikone“ nennen? Hier wird man das Gefühl nicht los, dass vor allem mit Aktualität beeindruckt werden soll. Fast alle aufgeführten Stars sind im 20. Jahrhundert geboren. Dabei hätten auch Kurt Tucholsky (1896-1935) oder Franz Marc (1880-1916) die Aufnahme in den Olymp der ewig jungen Toten verdient. Mangelt es ihnen an der Breitenwirkung, die den mit knapp 50 Euro auch im Preis opulenten Band zum Verkaufsschlager machen soll? Dass das Gros der vorzeitig Verblichenen aus der Musik- und Filmwelt stammt (72 Musiker, 52 Filmstars), spricht dafür.

Faszinierend sind und bleiben die Zitate derer, die scheinbar ahnten, dass ihre Zeit begrenzt war. James Dean empfahl: „Träume als ob du ewig lebst, lebe als ob du heute stirbst“ und Jimi Hendrix wusste: „Wenn du erst mal tot bist, hast du dein Leben lang ausgesorgt.“

  • Too Young To Die. Die größten Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts, die Generationen bewegten. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 175 Seiten, 49,95 Euro

Susanne Schramm


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