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Mit Hitze gegen Krebs

05.10.2012 | 20:25 Uhr
Mit Hitze gegen Krebs

Wärme gegen Tumorzellen – für manche mag sich so etwas seltsam anhören. Doch die Methode wird zunehmend von Schulmedizinern angeboten.

Laut der deutschen Krebsgesellschaft kommt eine Hyperthermie-Behandlung „bei großen inoperablen Tumoren oder einem fortgeschrittenen Krankheitsgeschehen infrage, wenn andere konventionelle Verfahren schlecht oder gar nicht angesprochen haben“.

Die Überwärmung hat zweierlei Effekte: Die Hitze wirkt in gewissem Rahmen abtötend (zytotoxisch) auf Krebszellen und sorgt für eine gute Durchblutung, so dass das Gewebe aufnahmebereiter für Medikamente und empfänglicher für eine Strahlenbehandlung wird so die deutsche Krebsgesellschaft.

Krebszellen gelten als hitzeempfindlicher als gesunde Zellen. Außerdem setzen die Zellen Hitzeschockproteine frei, die das Immunsystem alarmieren und damit die körpereigene Krebsabwehr stimulieren, so Forscher der Uni Lübeck, die herausgefunden haben: Die Tiefenhyperthermie reiche zwar in der Regel nicht als alleinige Therapie aus. In Kombination mit einer Strahlen- oder Chemotherapie sei jedoch eine Antikrebswirkung zu erwarten.

Die Wärme wird direkt im Gewebe erzeugt

Eine Wärmebehandlung dauert nach einer etwa 20- bis 30-minütigen Aufwärmphase jeweils 60 Minuten. Die Wärme wird direkt im Gewebe erzeugt. Während der Behandlung liegt der Patient in einem „Ringapplikator“, der die Wirkung auf den Tumor fokussiert.

Die meisten Geräte zur „regionalen Tiefenhyperthermie“ befinden sich in den Strahlenkliniken, wo die Hyperthermie mit Strahlen- oder Chemotherapie gekoppelt wird. Hyperthermie kommt vor allem bei Hochrisiko-Sarkomen zum Einsatz, also Tumoren des Binde- und Stützgewebes. Aber auch bei Brustkrebs-Rezidiven, oberflächlichen Tumorerkrankungen, Kopf-Hals-Tumoren, Gebärmutterhalskrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Blasen- und Enddarmkrebs. Mehrere Universitätskliniken in Deutschland setzen diese Behandlung ein, um die Wirkung einer Strahlen- oder Chemotherapie zu verbessern.

  • Weitere Kolumnen: Petra Koruhn, Hauptsache gesund! Klartext, 208 Seiten, 11,95 Euro

Petra Koruhn

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