Konfetti waren mal zuckersüß
12.02.2010 | 19:35 Uhr 2010-02-12T19:35:00+0100
Jetzt ist es soweit: Endlich darfst du das sein, was du schon immer sein wolltest – Harry Potter, Bundeskanzler, Indianer, irgendein seltsames Pokémon, der Gangster von nebenan oder vielleicht sogar Hannah Montana. Denn Montag ist Rosenmontag.
Und das ist der Tag im Jahr, an dem wirklich alles anders ist als sonst. Warum? Dazu gleich mehr. Unsere eigentliche Frage jedoch beschäftigt sich heute mit einer klitzekleinen Nebensache, ohne die eine richtige Karnevalsparty allerdings nicht das wäre, was sie ist. Es geht um: Konfetti. Du weißt schon, das Zeugs, das man hinten im Locher findet – oder aber nach dem Karnevalsumzug in jeder Falte deines Kostüms, weil es die bunten Plättchen gleich tonnenweise von den Umzugswagen regnet.
Konfetti. Wenn du das Wort einmal laut aussprichst, fällt dir vielleicht auf, dass es ein bisschen nach „Konfekt“ klingt, einem älteren Wort für Süßes oder Pralinen. Und das ist auch gar nicht so weit hergeholt. Denn das Wort „Konfetti“ stammt aus dem Italienischen. Dort sagt man „confetto“ im Singular oder eben „confetti“ im Plural – und meint damit Bonbons aus Zucker. Richtig lecker, richtig süß. Bonbons also. Zuckerkram. Und den kriegt man im Karneval woher? Na, vom Karnevalsumzug. Denn wenn dort etwas geworfen wird, dann Bonbons. Das war auch vor 200 Jahren nicht anders. Auch, wenn damals kein Maoam vom Wagen fiel. Stattdessen wurden Zuckerkügelchen, „confetti“ eben, geworfen.
Warum dann irgendwann jemand auf die Idee kam, die Zucker-Konfetti (oder zumindest einen Teil davon) durch Papier zu ersetzen, lässt sich nicht mehr so genau sagen. Allerdings könnte man vermuten, dass die süßen „confetti“ in großen Mengen einfach zu teuer waren – und mit den bunten, runden Papierschnipseln konnte man die Süßkram-Menge einfach wunderbar strecken. Will heißen: Dank des Papier-Konfettis sah es immer noch so aus, als würde richtig viel von den Wagen geworfen. Naschbar war aber tatsächlich nur noch ein Bruchteil.
Wie auch immer: Die Bezeichnung „confetti“ übertrug sich als Konfetti auch auf die Papierschnipsel. Und die gehören heute eben zu jeder Party. Süße Bonbons gibt es zum Karneval aber trotzdem noch.
Die ganze Sache mit dem Naschen hat übrigens mit dem Aschermittwoch zu tun – denn der kennzeichnet den Beginn der Fastenzeit und während dieser waren Bonbons, aber auch Fleisch oder Alkohol, nicht erlaubt. Also ließ man es sich kurz vorher noch einmal so richtig gut gehen: futterte und trank all das, was ab Mittwoch verboten war – und verkleidete sich, man war einfach mal jemand anderer. Teil des ganzen Schabernacks war dabei auch, dass man der Obrigkeit, also denen, die das Sagen hatten, eins auswischen wollte. Also setzte man einen eigenen Karnevalskönig ein. Aus dieser Tradition haben sich der heutige Elferrat und die Karnevalsgarden mit Karnevalsprinz und Prinzessin entwickelt, die in der Karnevalszeit die Regentschaft übernehmen. Und es Konfetti vom Wagen regnen lassen.
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