Kitty – Das Tagebuch der Anne Frank
19.02.2010 | 17:04 Uhr 2010-02-19T17:04:00+0100
Es ist der 1. August 1944, als sie wie viele Male und immer wieder schon ihr Tagebuch aufschlägt, um ihm ihre Empfindungen anzuvertrauen. Das Tagebuch hat sie „Kitty” genannt, als sei es ein menschliches Wesen, vor dem sie keine Geheimnisse hat.
Anne, die Tagebuch-Schreiberin, ist ein junges, geselliges Mädchen, das Poesiealben liebt, offen und neugierig auf das Leben zugeht, gern von Freundinnen erzählt. Doch die Freundinnen und das Leben überhaupt gehören seit zwei Jahren und einem Monat der Vergangenheit an. Seit zwei Jahren und einem Monat verstecken sich Anne, ihre Familie und vier weitere Personen im Hinterhaus der Prinsengracht 263, Amsterdam.
Das Hinterhaus ist von allen Seiten von Häusern umgeben, kann von außen nicht eingesehen werden, und ist eigentlich eine ideale Zufluchtsstätte für Menschen, auf die gleichsam Jagd gemacht wird. So wie auf Juden in den von NS-Deutschland besetzten Niederlanden in den 40er-Jahren.
Anne Frank ist Tochter des jüdischen Kaufmanns Otto Frank und am 12. Juni 1929 in Frankfurt geboren. Nach Hitlers Machtübernahme 1933 emigrierte der Vater nach Amsterdam, ein Jahr später folgte der Rest der kleinen Familie. Als Hitlers Wehrmacht 1940 in die Niederlande einfällt, schleppt sie Judenhass und -verfolgung ein – wie eine tödliche Seuche.
Zuflucht im Hinterhaus
Als die Deportationen in die Vernichtungslager beginnen, sucht die Familie Frank Zuflucht in jenem Hinterhaus. Eine Handvoll mutiger Amsterdamer versorgt sie dort, obwohl ihnen dafür härteste Strafen drohen.
Hier, hinter der Prinsengracht 263, arbeitet Anne Frank an dem Tagebuch. Sie wird es nicht mehr erleben, dass es in fast 60 Sprachen übersetzt und zu einem anrührenden Dokument der Angst und der Hoffnungen eines hilflos dem Staatsterrorismus ausgelieferten Menschen werden wird.
Als Anne Frank am 1. August 1944 wieder in ihr Tagebuch schreibt, ahnt sich nicht, dass dies die letzten Eintragungen werden: Ein Nazihöriger verrät das Versteck, am 4. August wird die Familie inhaftiert und verschleppt. Überleben wird nur der Vater.
Annes Martyrium in den Fängen des Hitler-Regimes führt über die Lager Westerbork und Auschwitz ins KZ Bergen-Belsen, wo sie im März ‘45, an Typhus erkrankt, stirbt. Ihr Tod kommt nur wenige Wochen vor der Befreiung des Lagers. Nicht älter als 15 Jahre ist das zierliche Mädchen geworden.
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