Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Netzhaut-Kolumne

In Spendier-Baggy-Pants

22.01.2010 | 17:56 Uhr
In Spendier-Baggy-Pants

Das katastrophale Erdbeben in Haiti hat auch in Deutschland eine riesige Spenden-Welle ausgelöst. Ein beachtlicher Teil davon wurde im Internet über Blogs, Twitter und soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ gesammelt.

Genau das, was bei Kettenmails, Spielen und allzu durchsichtigen PR-Aktionen nervt, ist jetzt ein Gewinn für die Betroffenen. Erstens: Es verbreitet sich sehr schnell. Zweitens: Damit werden auch viele junge Leute erreicht, deren Spendierhosen im Zweifel Baggy Pants sind. Normalerweise ist gut die Hälfte der Spender in Deutschland laut Deutschem Spenderrat über 60 Jahre alt, was vielleicht auch daran liegt, dass Menschen unter 30 eben nur selten die Spendengalas im Fernsehen einschalten und darauf warten, dass ihr Name über den Bildschirm läuft.

Ich spende sofort online

Wer sich selbstverständlich im Internet bewegt, ist es gewohnt, in Echtzeit zu handeln. Das heißt, ich erfahre jetzt von einer Katastrophe oder anderen Missständen und spende sofort online. Sehr konkret. Oft für bestimmte Projekte. Darauf setzen Portale wie Helpedia.de oder betterplace.org. Die Aktion Rettungsanker des bekannten Blogs Spreeblick brachte so binnen weniger Stunden mit recht kleinen Beträgen 5000 Euro für Haiti zusammen, nach einem Tag 10.000 Euro, nach drei Tagen weit über 20.000 Euro. Das ist ein Potenzial, das sich sinnvoll nutzen lässt. Nicht erst bei der nächsten Katastrophe.

Marc Hippler

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2425703/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kostüm in zwei Stunden
Bildgalerie
Karneval
Postkarten aus der Heimat
Bildgalerie
Fotostrecke
Die Kunst der Verhüllung
Bildgalerie
Pop
Aus dem Ressort
Das Goldene Tor ins Jenseits
75 Jahre Golden Gate
Die berühmte Brücke in San Francisco fasziniert Millionen Menschen. Und lockt Verzweifelte aus aller Welt. Zum 75. Geburtstag der Golden Gate kehrt eine alte Frage zurück: Warum macht man es Selbstmördern hier so leicht?
Foto
Helmut Kuhn und das Berlin der sogenannten Kreativen
Roman
Der Roman „Gehwegschäden“ führt durch die Hauptstadt und zu ihren stolpernden Bewohnern: Möchtegernschauspielern, planlose Architekten und Zeitenschinder. Helmut Kuhn zeichnet sie in einem schonungslosen Gesellschaftsbild.