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Faszination Blitz – Mit dem Opel-Club zum Silbersee

28.11.2014 | 19:17 Uhr
Faszination Blitz – Mit dem Opel-Club zum Silbersee
Im Sand am Silbersee: Mitglieder des Opel-Club Vest.Foto: Kai Kitschenberg, WAZ FotoPool

Ruhrgebiet.  600 Vereine haben sich offiziell in Deutschland zusammengefunden, um sich einer rasenden Leidenschaft hinzugeben. Wir sind mit dem „Opel-Club Vest“ zum Silbersee in Haltern gefahren. Die Mitglieder erzählen von Marken und Modellen, jugendlichen Fehltritten und ewiger Treue.

Es gibt ja immer gute Gründe für einen Ausflug zum Schloss Raesfeld. Das Wasserschloss selbst natürlich oder den Park; der nahegelegene Opel-Händler hingegen spielt für die normalen Sonntagsschlossbesucher nicht so die Rolle. Etwas anderes ist es freilich, wenn der „Opel-Club Vest“ zum Schloss rollt. „Da kamen wir zufällig bei dem großen Opel-Händler vorbei,“ erinnert sich Joachim Heeks. Einwurf Roland Müller: „Ich hab’ gesagt, lass uns doch da mal vorbeifahren.“ Joachim Heeks: „Der hatte 25 Oldtimer da.“

Soviel zu Schloss Raesfeld hier.

Das sind die Jahresausfahrten „mit Hund, Kind und allem“. Aber alle vier Wochen trifft sich der Club sowieso: Fünf, sechs Aktive sind sie, kehren mal bei dem einen ein und dann bei dem anderen, „so dass jeder mal Weg hat“. Das erste Thema ist immer Opel, dann Opel, dann die Caravans, die sie fast alle haben. Danach: Verschiedenes. Heute ist das Ziel aber ein anderes, eines, das sie auch regelmäßig ansteuern: Haltern, den Strand des Silbersees. Zwei Insignias sind gekommen, ein Astra und ein Corsa – „Corsa d gsi“, wie sein Besitzer Andreas Michalczak betont.

Blitzgescheit: Die Brüder Heeks (Mitte), Andreas Michalzak (l.)und Roland Müller (r.). Foto: kai kitschenberg

Sonntagvormittag. Am Silbersee ist reichlich Platz. „Parken kann man hier relativ gut“, sagt Müller. Und Heeks hebt an, zu erklären, dass sie kein gewöhnlicher Opel-Club seien. Er bedient sich dieses Satzes: „Wir sprechen nicht nur über Autos und Ventile, sondern auch über Opel.“

Mehr als 600 offizielle Opel-Clubs finden sich im Internet auf einer Liste, die die „Opel-Clubbetreuung“ führt: Von der „1. Ascona A/B IG Deutschland“ bis zum „Youngtimer Club Berlin“. Dazwischen sind vertreten: die Schweiz, Slowenien, Österreich, Holland, Tschechien. Und „Opel Performance San Francisco Bay Area“. Und „Magyar Opel Tulajdonosok“. Viele Clubs heißen nach Modellen. Ascona. Manta. Kadett. Rekord. Andere heißen: „Blitz-Birnen“. „Opel-Wölfe“. „Blitzgeschwader“. „Opel-TuneZ“. Der Preis geht aber an: „Böhse Opelz’s Visselhövede.“

Doch zurück nach Haltern. Man werde „immer ein bisschen belächelt“, sagt Heeks; er ist im Autoclub und zugleich Lektor in der Kirche, was an dieser Stelle Anlass sein könnte, Vorurteile ruhen zu lassen. „Wir haben keine Schrauber mehr dabei.“ Roland Müller hat wenigstens noch Kfz-Mechaniker gelernt, natürlich bei einem Opel-Händler: Aber heute ist er Diplom-Konstrukteur in der Chemie. Und das beste 49-jährige Beispiel dafür, dass man mit einem Autoclub-Mitglied und Privat-Opelaner nicht nur über tiefer, breiter, schneller reden kann, das eigentlich gar nicht; sondern vielmehr über Identifikation und Enttäuschung: „Für einen Handwerker ist der Kofferraum das A und O“, sagt der Handwerker aus Bochum. Sein Insignia „sieht in der Garage viel größer aus, aber man kriegt viel weniger rein“ als in den Vorgänger.

Sie sind die Treuen

Über 600 Clubs. Und jedes einzelne Mitglied ist Fan, Stammkunde und Werbeträger in einer autofahrenden Person. Sie sind die Treuen – und sind dazu gekommen wie andere an ihren Fußballverein: durch Vererbung in direkter Linie. Joachim Heeks (50) etwa ist Opel in der dritten Generation: „Was der Oppa fuhr, das wollte ich auch mal fahren.“ Sein Zwilling Matthias Heeks aus Haltern erzählt praktisch die gleiche Geschichte: „Ich wurde infiziert, weil unsere Eltern und die Verwandtschaft ausnahmslos . . .“ – Sie wissen schon! „Ich bin autobegeistert für jede Marke, es muss nur der Blitz drauf sein.“ Einzig in der Auto-Biografie von Andreas Michalczak kommt auch ein Mexiko-Käfer vor. Aber nur kurz und in der geschlossenen Kategorie „Jugendlicher Fehltritt.“

Natürlich haben sie in der Krise auch oft darüber geredet, wie lebenswert die Welt noch wäre ohne Opel. Nicht so lebenswert, aber es ginge schon. Irgendwie. Das Thema ist durch, Opel, wie sie empfinden, „wieder im Aufwind“, und mit dem Schicksal des Bochumer Werkes haben sie mittlerweile abgeschlossen: „Was soll man von einer Firma halten, in der viele Mitarbeiter erkennbar andere Marken fahren?“

Und wie soll das nun weitergehen? Roland Müllers Tochter fährt jetzt auch schon Auto. Ganz kurz hatte sie mit der verbotenen Marke geliebäugelt, jener aus Braunschweig-Nord. Vater und Tochter fassten sich ein Herz, gingen entschlossen zum Händler, guckten sich das ganz genau an und kamen nicht völlig unerwartet zu dem Schluss: „Alles nur Lockangebote.“ Dann wurde es ein Corsa.

Hubert Wolf

Kommentare
30.11.2014
12:49
Faszination Blitz – Mit dem Opel-Club zum Silbersee
von baldurex | #1

Murks aus Germany,Opel steht für" fabrikneuer Schrott".

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Faszination Blitz – Mit dem Opel-Club zum Silbersee
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http://www.derwesten.de/panorama/wochenende/faszination-blitz-mit-dem-opel-club-zum-silbersee-id10089628.html
2014-11-28 19:17
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