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Trauer

Emma hat ein Bild von ihrer Mutter gemalt

Wenn der Platz neben Papa leer bleibt
Die Mutter starb an Evas Geburtstag. Ihr Bruder Lars war enttäuscht: weil es nicht sein Geburtstag war.Foto: Bernd Lauter

Und Emma: Die hat damals ein Bild gemalt, ein Haus für Mama, mit lauter praktischen Maschinen und vielen Farben. Und sie hat einen Brief geschrieben, auf gelbem Mäusepapier. „Sendlich hoffe ich, das ich dich eines Tages wieder treffe und dass dann alle wieder glücklich wehren. Manchmal glaube ich fest daran, das Gott meine Gebete erhört. Aber oft denke ich auch, das dass mit ihm garnicht stimmt. Sehr dolle hoffe ich dass der Brief bei dir oben in den Wolken ankommt und dass es dich wirklich noch irgend wo und irgend wie gibt. P.S. Schreib mir auch mal!!!!!!!!“

Heute, mit 14, ist Emma ihre Himmelspost ein bisschen peinlich. Sie hat einen neuen Brief geschrieben. „Natürlich vermisse ich dich noch und denke an dich . . . Aber ich fühle mich anders als damals. Ich hab mich so hilflos gefühlt, dass du nicht mehr da warst, es ist irgendwie unbeschreiblich. Aber heute muss ich sagen, dass ich mein Leben im Griff habe. Ich habe mich wohl einfach daran gewöhnt, dass du nicht mehr da bist . . . Ich weiß, dass du niemals wieder kommen wirst. Aber wenn man wirklich in das Reich Gottes kommt, hoffe ich fest, dich dort zu sehen, Mama . . . Wer weiß, vielleicht hast du jetzt schon fünf Jahre auf mich herabgeschaut. Egal wie, in meinem Herzen bist du immer da.“ Manchmal hat Emma dabei ihre Stimme im Ohr. „Aber ich bin mir nicht mehr sicher, vielleicht war sie anders.“

Die Mutter starb am Geburtstag

Eva ist ihrer Mutter nie böse gewesen, weil sie ausgerechnet an ihrem Geburtstag gestorben ist. Aber Lars war enttäuscht: weil es nicht sein Geburtstag war. Denn die Geschwister glauben fest, dass die Sache Absicht war. „Mama hat sich einen Familientag ausgesucht“, sagt Eva. Und eigentlich ist das gut: „Ich kann an dem Tag gar nicht so richtig traurig sein, weil es eben mein Geburtstag ist.“

 

Annika Fischer

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