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Die neue Bärenmarke

17.02.2012 | 19:31 Uhr
Die neue Bärenmarke
Kallik allein auf dem Eis: Nach dem Tod ihrer Mutter sucht sie ihren verschollenen Bruder. Foto: dapd

Essen.   Nach dem Erfolg der „Warrior Cats“ führt Erin Hunter in einer packenden Serie erneut in die Wunderwelt der Wildnis. Dabei bleibt die neue Reihe „Seekers“ zunächst in der Tierwelt. Doch zum Ende des ersten Bandes wird es wieder gewohnt fantastisch.

Tierbücher und Fantasyreihen sind beliebte Lesestoffe für Kinder. Eine Verknüpfung dieser Genres zählt seit ein paar Jahren zu den erfolgreichsten Serien: Die „Warrior Cats“ wurden in 27 Sprachen übersetzt. Und allein in Deutschland sind laut des Verlages bisher über eine Million Exemplare gekauft worden – da sind die Taschenbuchausgaben, Hörbücher und Mangas noch nicht mitgezählt. Heute startet Erin Hunter hierzulande mit der neuen, spannenden Serie „Seekers – Die Suche beginnt“. Die Geschichte über junge Bären bringt alles mit, um ebenfalls eine große Fangemeinde zu finden.

Dabei ist Erin Hunter keine Schriftstellerin, sondern ein Pseudonym für ein Team aus vier Autorinnen. Die Britin Victoria Holmes denkt sich meist die Charaktere aus und behält den Überblick über die Handlung, während die anderen die Geschichte ausformulieren. Nach den Katzen widmen sie sich nun also den Bären, für die es in Deutschland per se schon mal viel Zuneigung geben dürfte, nach der großen Liebe zu Knut, Flocke und nun Anori im Wuppertaler Zoo.

Auch Seekers beginnt mit einer kleinen Eisbärin: Kallik steht plötzlich allein auf dem Eis. Ihre Mutter stirbt durch einen Angriff der Orcas, bei dem auch ihr Bruder spurlos verschwindet. Die Suche nach ihm hält Kallik am Leben. Auch Tolko ist auf sich allein gestellt, als seine Mutter den ungestümen Braunbären verstößt. Lusa lebt ein ganz anderes Leben: Die Schwarzbärin hat noch nie etwas anderes als den Zoo gesehen. Dabei zieht es sie in die kanadische Freiheit.

Victoria Holmes, der Kopf des Autorenteams Erin Hunter. Foto Gemma Day

Während in den Geschichten zu den Warrior Cats die Fantasie – bei all den Katzen und Clans – mit den Autoren manchmal durchzugehen scheint, bleiben sie bei Seekers nah an der wahren Natur. Sie vermenschlichen zwar die Tiere, geben ihnen Stimmen und vielschichtige Gefühle und Gedanken. Doch sie erzählen auch erhellend vom Leben in der Wildnis, in die die „Flachgesichter“ oder „Glattpelzigen“ eindringen. So lassen sie die Not spüren, die Eisbären erleben, wenn ihnen durch den Klimawandel das Eis unter den Tatzen viel zu früh wegschmilzt. Und sie erzählen, wie sehr Grizzlys hungern müssen, wenn ein Staudamm der Menschen nicht nur das Wasser eines Flusses stoppt, sondern auch die darin schwimmenden Lachse.

Und dann kommt der Gestaltenwandler

Erst im letzten Teil des Buches tritt plötzlich ein Gestaltenwandler auf – und der Leser fragt sich: Muss das sein? Doch gelingt es „Erin Hunter“ mit diesem Wesen, das mal Bär, Mensch oder Vogel ist, nicht nur die Geschichte mit Fantasy anzureichern, sondern auch mit Witz und Wissen über die Tierwelt.

Der erste Band erzählt abwechselnd von den Wegen der drei Bären. Der Leser ahnt, dass sie sich irgendwann treffen werden. Doch am Ende dieses Buches spürt er vor allen Dingen eines: Er muss wissen, wie es weitergeht.

  • Erin Hunter: Seekers – Die Suche beginnt. Beltz & Gelberg, 340 Seiten, 14,95 Euro, ab 12

Maren Schürmann

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