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Batman zum Greifen nahe

30.09.2011 | 18:20 Uhr
Batman zum Greifen nahe
Mit gereckter Faust gegen die vereinte Superschurkenpower: Batman schlägt zurück. Foto: Batman Live

London.   Eine Multimediashow im Zeichen der Fledermaus: „Batman Live“ raubt den Zuschauern durch die Verknüpfung Action, Akrobatik und modernster Bühnentechnik den Atem. Das Spektakel für die ganze Familie kommt bald auch zu uns.

Das Licht geht aus in Londons O2-Arena, Spot auf Batman, der durch die Lüfte gleitet, getragen von beinahe unsichtbaren Drahtseilen und zitternden Streicherklängen. Das Publikum staunt und hält den Atem an. Oh nein, gleich ist es soweit, gleich wird er singen . . .

Nein, wird er nicht. Denn dies ist nicht „Batman – Das Musical“ sondern „Batman Live“, eine 13 Millionen Euro schwere Arena-Show, die in vielerlei Hinsicht imposant ist. Ort des Geschehens ist ein 30 Meter langer Steg, der weit ins Publikum ragt, dahinter reckt sich eine gewaltige LED-Wand in Fledermausform in die Höhe, die bewirkt, was man so bisher noch nicht gesehen hat: Dank brillanter Comic-Animationen verschmelzen Bühnenbild und Projektion zu einem Ganzen. Was im Film passiert, findet nahtlose Fortsetzung auf der Bühne.

Wie in einer Comic-Version des Cirque Du Soleil

Dabei ist dort schon der Teufel los: Batman liefert sich einen wilden Kampf mit Catwoman, der Joker schart eine ganze Armee von Superschurken um sich, unter ihnen der Pinguin, Two-Face, Harley Quinn und der Riddler. Dabei fühlt man sich, dank der ebenso bösen wie gelenkigen Zirkusartisten zwischenzeitlich, als wäre man in einer Comic-Version des Cirque Du Soleil gelandet. Es ist so viel Akrobatik und Kampf-Choreografie im Spiel, dass man schon mal das Schauspiel vergisst. „Sie haben uns für zwei Wochen in ein Trainingslager gesteckt. Ich bin ganz normaler Schauspieler, alles, was ich hier mache, musste ich hier lernen“, sagt Batman Sam Heughan, der ganz neue Formen der Körperbeherrschung gelernt hat. „In einer Situation“, erzählt Catwoman Emma Clifford, „hockte Batman über mir – plötzlich hatte ich seine Finger in der Nase. Was für eine Kampftechnik ist das denn?“

Zum Casting in grünen Schuhen

Wer zuletzt lacht, ist der Joker (Mark Frost). Foto: Batman Live

„Batman Live“ erzählt die Ursprungsgeschichte von Robin, der aus einer Familie von Trapezartisten stammt und dessen Eltern ermordet werden, weil sie sich weigern, Schutzgeld zu zahlen. Dabei orientiert sich die Show nicht an den harten und düsteren Verfilmungen „Batman Begins“ und „The Dark Knight“, mit denen Christopher Nolan in den vergangenen Jahren erfolgreich war. „Wir haben uns eher an die Batman-Zeichentrickserie gehalten, weil wir ja Unterhaltung für die ganze Familie bieten wollen“, sagt Allan Heiberg, der jahrelang selbst für den DC-Verlag Batman-Comics gezeichnet hat.

Dementsprechend ist der Joker nicht so teuflisch wie Heath Ledger ihn im Film dargestellt hat. Und Joker-Darsteller Mark Frost ist ein sympathischer Typ, auch wenn ihm jedes Mittel recht erscheint: „Zum Casting habe ich extra grüne Turnschuhe angezogen – und ein lila Jackett. So etwas kann auch nach hinten losgehen“, sagt er und lacht. IImmerhin hat er auf diese Weise den grünen Schu in die Türe gesetzt.

Auch die Kinder sollen es lieben

Zeigt ordentlich die Krallen: Catwoman (Emma Clifford). Foto: Batman Live

Betrachtet man die Story und den Aufwand, klingt die Arena-Show ein wenig nach der Quadratur des Kreises: Batman-Fans sollen es mögen, Kinder sollen es lieben – und die begleitenden Eltern sollen einen kurzweiligen Abend haben. Bei den gut 8000 Besuchern der London-Show an diesem Abend scheint das Konzept aufzugehen: Es sind viele kostümierte Fans im Publikum. Und natürlich viele Kinder.

Stellt sich die Frage, ob dies die Zukunft des Live-Entertainments ist? „Das will ich doch hoffen“, sagt Produzent Nick Grace und schmunzelt. Er hat die für eine Tourzeit von fünf Jahren konzipierte Show ausgearbeitet – und sie bei Warner Bros. und deren Tochter DC-Comics durchgeboxt. Deshalb profitiert „Batman Live“ auch von der engen Verzahnung von Comics und Bühnengeschehen, denn alle Animationen stammen von Künstlern, die auch an den Batman-Comics arbeiten.

Je nachdem, auf welcher Seite man steht, wird man sich wohl am Ende des Abends wünschen, mit einer der weiteren Attraktionen der Show gen Horizont zu entschwinden: Entweder im Formel-1-designten Batmobil – oder im bedrohlichen, gigantischen Luftballon des Jokers.

  • Die Multimedia-Show „Batman Live“ macht auch in Nordrhein-Westfalen Station, vom 7.3. bis 11.3.2012 in der Kölner Arena. Karten gibt es ab 42,30 Euro (zzgl. Gebühren) – die exklusiven „Gotham City Seats“ in Bühnennähe gibt es für 67,60 Euro (zzgl. Gebühren). Karten erhalten Sie in den Ticketshops und hier.

Georg Howahl



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