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Mahlzeit

Angenehm überrascht

08.06.2012 | 17:57 Uhr
Angenehm überrascht

Die Augustastraße in Gelsenkirchen ist nicht gerade eine Flaniermeile. Wer sich trotzdem auf den Weg dorthin macht, wird im Brunello sofort spüren, dass er am Ziel angekommen ist. Freundlich einladend wirken das neue kleine Restaurant und sein Personal.

Der Eindruck bleibt bis zum Schluss, so genussreich ist diese italienische Küche unter der Regie von Francesco Risoli.

Auf der Karte findet sich so mancher Klassiker, aber keine Pizza. Aber wer möchte angesichts dieser feinen Speisen Pizza essen? Das Süßkartoffelcarpaccio mit Flusskrebsschwänzen (12,50 €) ist leider aus, aber „Fantasia di Antipasti“ (12,50 €) ist so gut, dass wir nichts vermissen: Das gebratene Gemüse hat noch angenehm Biss, die gekochten Kalbsscheiben mit Thunfischsauce – Vitello Tonnato – sind ebenso aromatisch wie der Mozzarella, und das Carpaccio zergeht auf der Zunge.

Meine Begleitung schwärmt gleich weiter: Ihre Gnocchi schmecken so wunderbar selbst gemacht (14,50 €). Auch die Sahnesauce überzeugt, Steinpilze und Trüffelöl bestimmen das Aroma. Kräftig, aber nicht zu intensiv. Ich nehme das „Filet von Loup de Mer“ (19,50 €). Der Wolfsbarsch mit seinem zarten und zugleich festen Fleisch ertrinkt hier nicht in einer schweren Sauce. Oliven, Kapern und Pistazien liefern den leichten Geschmacks-Kick. So einfach, so gut sind auch die Beilagen: ein würziges Risotto und ein gemischter Blattsalat.

Beim Anblick der Dessertkarte kann man nur schwer widerstehen: Frische, warme Feigen (7 €), dazu ein Löffel Mascarponecreme und eine Marsalasauce mit einem Hauch von Zimt. Zum Dahinschmelzen. Wir wollten uns gar nicht mehr auf den Weg machen!

Adresse: Brunello, Augustastraße 30, Ecke Ringstraße, Nähe Hauptbahnhof, 45888 Gelsenkirchen, Tel.: 0209 /97 27 63 48, Montag Ruhetag

Preise: Sehr fair angesichts dieser Qualität. Wein 0,2 l ab 4,50 Euro, Fagottini mit Parmaschinken: 13,50 Euro.

Ambiente: Modern, hell, ohne kühl zu wirken.

Service: Freundlich und formgewandt. Zum Schluss gab es noch einen Grappa aufs Haus.

Maren Schürmann

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