Als Dresden unterging
12.02.2010 | 18:36 Uhr 2010-02-12T18:36:00+0100
Es war der 13. Februar 1945 und der Krieg längst verloren, Hitlers Wehrmacht an allen Fronten im Westen und Osten geschlagen. Die militärische Hoheit zu Lande, zu Wasser, zur Luft hatten längst die Alliierten.
Es war gegen 22 Uhr, als 243 Bomber der Royal Air Force, der britischen Luftwaffe, über Dresden erschienen. Aus ihren Bombenschächten fiel Feuer und Tod auf die schlafende Stadt herab. Wenige Stunden später flogen weitere Wellen heran. Tagelang brannte die Stadt, dann war die „Perle des Barocks“ in Trümmern vergangen.
Es gab Zehntausende Tote; manche Schätzungen gehen sogar von Hunderttausenden aus. Die tatsächliche Zahl wird man wohl niemals in Erfahrung bringen: Als die Lancaster-Bomber über die Stadt herfielen, war sie zusätzlich zur Bevölkerung mit unübersehbaren Scharen von Flüchtlingen überfüllt. Um dem Ausbrechen von Seuchen zuvorzukommen, wurden zahllose Leichen offen auf Plätze gelegt und mit Flammenwerfern verbrannt.
Dresden ist zum Symbol des alliierten Luftkriegs geworden, dessen Ziel hatten sie auf der Konferenz von Casablanca im Januar 1953 formuliert: Es ging um die „Zerstörung der militärischen Struktur Deutschlands und die Unterhöhlung der Moral seiner Bevölkerung bis zu einem Punkt, an dem die Fähigkeit, bewaffneten Widerstand zu leisten, entscheidend geschwächt ist.”
War der Angriff auf Dresden dazu noch wichtig? Der Berliner Historiker und Luftkrieg-Experte Jörg Friedrich verweist auf britische Luftkriegsakten. Friedrich sagt: „Die Flüchtlinge sollten durch das Bombardement auf die Straße und Schiene geschickt werden, um ein Verkehrs- und Verwaltungschaos anzurichten. Das ist ein so minimaler militärischer Gewinn, der das Zentralgeschehen an der Oder-Front nicht einen Millimeter verschob. Damit fällt es sehr schwer, von militärischer Zielsetzung zu reden.”
Allerdings haben nicht die Alliierten den Bombenkrieg erfunden. Das Hitler-Regime setzte den Keim zu massierten Luftoffensiven gegen die Zivilbevölkerung. Mit dem Überfall auf Polen 1939 begann die Luftwaffe mit systematischen Bombardements. Ziele waren unter anderem Warschau und in den Folgejahren des Krieges Rotterdam, Coventry, London. Allein bis zum Mai 1940 starben etwa 40 000 britische Zivilisten. Die Antwort war furchtbar: Mehr als 800 deutsche Städte und Orte wurden bis Mai 1945 bombardiert, manche davon bei Tag und bei Nacht.
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