Wilsberg und sechs Frauen

Münster..  Eng war es schon immer in Wilsbergs Antiquariat. Jetzt ist es aber gerammelt voll. Der Privatdetektiv (Leonard Lansink, 59) aus Münster lebt neuerdings mit sechs Frauen zusammen. Sein Freund Ekki (Oliver Korittke, 46) ist baff: „Ich glaub’ ich hab Dich unterschätzt.“ Hinter dem Ganzen verbirgt sich jedoch eine grausame Geschichte - es geht um internationalen Frauenhandel. Wilsberg steht vor vielen Rätseln, seitdem er die Russinnen unfreiwillig bei sich aufnahm. Das ZDF strahlt die Episode „Russisches Roulette“ der Wilsberg-Krimireihe heute (20.15 Uhr) aus.

Zeuge einesVerkehrsunfalls

Alles fängt damit an, dass Wilsberg mit Ekkis Auto auf einer Landstraße Zeuge eines Verkehrsunfalls wird. Eine Frau wird von einem Auto angefahren, als sie gerade als Tramperin bei dem Detektiv einsteigen will. Bei der Toten liegt ein Rucksack.

Der Inhalt: 20 000 Euro. Das ist genau der Betrag, den Wilsberg dem Fiskus schuldet. Eine Steuerschätzung, oder wie Wilsberg es ausdrückt: „Raubrittertum“. Für den chronisch an Geldmangel leidenden Chaos-Detektiv ist der Rucksack eine Verlockung. Er nimmt ihn mit.

Schnell kommen ihm indes Zweifel, dass es sich nur um einen Verkehrsunfall handelte. Er vermutet Mord und bringt den Rucksack auf das Präsidium. Kommissarin Anna Springer (Rita Russek) ist genervt und will Wilsberg so schnell wie möglich loswerden. Doch eine neue Mitarbeiterin des Ermittlerteams ist ambitioniert, ihr kommt der Detektiv merkwürdig vor. Vor allem wirkt er auf sie verdächtig, weil er die sechs Frauen bei sich wohnen lässt. Sie vermutet eine Verbindung zu internationalem Frauenhandel.

Was auch stimmt – die Frauen flüchteten aus einem Lastwagen in der Nähe des Unfallortes. Dort fanden sie zufällig Wilsbergs Personalausweis und klopften unvermittelt an seine Tür. Den Frauen waren Arbeit und Ehemänner in Deutschland versprochen worden. Die Realität: Sie sollen als Prostituierte arbeiten. Doch die beiden Männer, die die Frauen übernehmen sollen, haben sich verzettelt und sind selber in einen Mordfall verwickelt. Nun sind die Frauen weg. Panik macht sich breit bei dem Duo. Sie müssen die Frauen finden.

Einiges wirkt konstruiert, dennoch schafft es der Krimi, zu überzeugen. Das liegt an der Situationskomik. Etwa, als Wilsberg mit den Frauen quer durch Münster läuft, um sie in einem Hotel einzuquartieren. Problem: Sie haben keine Ausweise. Wilsberg überlegt sich eine Ausrede: Als seine „Cousinen“ will er sie anmelden. Funktioniert nicht. Also geht das WG-Leben weiter.

Alle Fäden laufen in einer Sprachschule zusammen. Denn deren Chef beschäftigt sich nicht nur mit Vokabeln und Grammatik. Wilsberg zieht Anwältin Alex in seinen Fall. Sie begibt sich in Lebensgefahr...