Wieder mehrere Tote bei schwerem Erdbeben in Nepal

Das letzte verheerende Beben ist gerade 17 Tage her, da sorgt ein erneutes Erdbeben in Nepal für Zerstörung. In Panik liefen die Menschen in Kathmandu auf die Straße.
Das letzte verheerende Beben ist gerade 17 Tage her, da sorgt ein erneutes Erdbeben in Nepal für Zerstörung. In Panik liefen die Menschen in Kathmandu auf die Straße.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Nepal ist 17 Tage nach der jüngsten Katastrophe erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Häuser stürzten ein, mehrere Menschen starben.

Kathmandu.. Der Himalaya kommt nicht zur Ruhe: Zweieinhalb Wochen nach dem Erdbeben mit Tausenden Toten hat ein gewaltiges Nachbeben Nepal erschüttert und Panik ausgelöst. Weitere Häuser seien bei dem Beben der Stärke 7,2 am Dienstag eingestürzt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Kathmandu.

Ersten Angaben zufolge starben bei dem Nachbeben mindestens 23 Menschen. 17 Tote seien bislang in Nepal geborgen worden, sagte Polizeisprecher Kamal Singh Bam am Dienstag in Kathmandu. Mehr als 600 Menschen seien verletzt worden. Im Nachbarland Indien kamen nach offiziellen Angaben drei Mädchen bei Hauseinstürzen ums Leben. In China starb eine Frau, als sie von herabstürzenden Steinen erschlagen wurde.

Panik in Kathmandu

Weitere Tote werden befürchtet. Polizeikommissar S.P. Magar sagte, am Neuen Markt in Nepals Hauptstadt Kathmandu sei ein fünfstöckiges Haus in sich zusammengestürzt. "Wir fürchten, dass es Tote gibt, denn unter dem Gebäude stand ein Taxi. Wir versuchen, es zu finden. Bislang hatten wir kein Glück."

Überall in Kathmandu rannten die Menschen auf die Straßen. Der Polizist Man Bahadur Pun sagte, mehr als 20 Verletzte seien in das Kathmandu Hospital gebracht worden.

Mehrere Beben innerhalb weniger Minuten

Im Abstand von wenigen Minuten folgten am Dienstag weitere, schwächere Beben. Eines sei stärker als 6 gewesen und drei stärker als 5, sagte Laxmi Dhakal vom Innenministerium Nepals. "Wir sind alle aus unseren Büros gerannt. Manche Menschen haben geweint. Das Nachbargebäude hat frische Risse", sagte Ely Shrestha in Kathmandu.

Nepal Das Epizentrum des großen Nachbebens lag nach Angaben des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam nur wenige Dutzend Kilometer östlich von Kathmandu, nahe der Grenze zu China. Vor zweieinhalb Wochen war das stärkste Zittern westlich von Kathmandu zu spüren gewesen. Nepal liegt auf der Stelle, wo sich die Indische in die Eurasische Platte schiebt. Deswegen kommt es immer wieder zu schweren Erdbeben.

Tausende Menschen starben beim Erdbeben in Nepal

Nach Angaben der Behörden waren allein in Nepal mindestens 8100 Menschen durch einstürzende Häuser, Lawinen und Erdrutsche nach dem Beben am 25. April ums Leben gekommen. Mindestens 100 Menschen starben im benachbarten China und Indien. Auch das gewaltige Nachbeben war bis nach Kolkata und in die indische Hauptstadt Neu Delhi zu spüren. Dort wurde die U-Bahn vorübergehend angehalten.

Die Telefonverbindungen in Kathmandu funktionierten zunächst nicht, weil sie völlig überlastet waren. Der Verkehr kam zum Erliegen. Die Menschen begannen erneut damit, Zelte auf öffentlichen Plätzen und in ihren Gärten aufzubauen - dabei hatten sie diese oft erst vor wenigen Tagen abgebaut und waren in ihre Häuser zurückgekehrt. "Es sieht so aus, als solle Nepal diesmal komplett zerstört werden", sagte ein Bewohner.

Bei dem Beben am 25. April waren fast eine halbe Million Häuser in Nepal zerstört oder schwer beschädigt worden. Millionen Nepalesen leben derzeit in Zelten, vor allem in den Bergen, wo die einfachen Lehm- und Steinhäuser den Erschütterungen nicht standhielten. Nach UN-Angaben ist etwa ein Viertel der Bevölkerung des armen südasiatischen Landes betroffen. In den am stärksten betroffenen Gegenden seien 95 Prozent der Häuser zerstört. (dpa)