Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Betrug

Wie sich Rentner besser gegen Betrüger schützen können

02.04.2013 | 17:53 Uhr
Wie sich Rentner besser gegen Betrüger schützen können
Besonders auf Senioren haben es Betrüger am Telefon abgesehen.Foto: Getty Images

Berlin.  In der Fußgängerzone oder am Telefon – Kriminelle haben es mit ihren Methoden besonders auf ältere Menschen abgesehen. Vor allem Gewinnspiele und unerlaubte Telefonwerbung gehören zu den populären Maschen der Gauner. Mit diesen Tipps können Sie sich gegen Betrüger schützen.

„Sie Glückspilz! Sie haben gewonnen!“, trällert die freundliche Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. Wer jetzt in freudiger Erwartung am Apparat bleibt, gewinnt nicht etwa. Ganz im Gegenteil: Er verliert.

Nach wie vor haben es Trickbetrüger mit ganz bestimmten Maschen vor allem auf Senioren abgesehen. Sie schwatzen ihnen Kontodaten ab oder ungewollte Verträge auf. Zum Unmut von Polizei und Verbraucherschützern funktionieren selbst altbekannte Tricks immer wieder.

Erst kürzlich ergaunerten Betrüger in der Schweiz von einem älteren Ehepaar mit dem so genannten Enkeltrick 410.000 Franken – 335.000 Euro. Eine junge Frau rief die Pensionäre aus Zürich an, behauptete, deren Enkelin zu sein, in Schwierigkeiten zu stecken und Geld zu benötigen. Einer „Bekannten“ der vermeintlichen Enkelin übergab das Paar daraufhin die hohe Summe.

Info
Schutz vor Kriminellen
  • Opfer einer Straftat sollten sich sofort an die Polizei wenden. Schämen Sie sich nicht! So etwas passiert anderen auch. Mit Ihrer Anzeige können Sie weiteren Schaden verhindern.
  • Die Broschüre „Rate mal, wer dran ist?“ hält das Bundesfamilienministerium auf seiner Webseite als kostenlosen Download bereit. Die Lektüre informiert über die typischen Tricks von Betrügern und zeigt, wie man sich vor kriminellen Machenschaften schützen kann. Das Heft kann auch unter 01805-77 80 90 bestellt werden (14 Cent/ Minute aus dem deutschen Festnetz).
  • Sicherheitstipps speziell für Senioren gibt das Heft „Der goldene Herbst“ im Internet.

Warum Kriminelle mit dem Enkeltrick immer wieder Erfolg haben, weiß Michaela Heyer, Kriminalhauptkommissarin beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen: „Zwar hat sich die bösartige Masche bei Senioren inzwischen herumgesprochen“, sagt sie. Doch gerade bei älteren Menschen, die nicht mehr so viel Kontakt zur Familie hätten, funktioniere der Betrug immer mal wieder – unter anderem, weil die Täter mit der vorgetäuschten Hilfsbedürftigkeit die emotionale Seite ihrer Opfer ansprächen.

Eigentlich sind ungewollte Telefonanrufe verboten

Vor allem Gewinnspiele und unerlaubte Telefonwerbung gehören zu den populären Maschen der Gauner. „Wollen Sie sich künftig vor Telefonwerbung schützen?“: Wer diesen Satz am Telefon hört, sollte hellhörig werden. Häufig verbirgt sich hinter einem solchen Anruf eine perfide Masche. „Wer hier ,ja’ sagt, läuft Gefahr, im weiteren Verlauf des Gesprächs einen kostenpflichtigen Vertrag abzuschließen“, erläutert Carolin Semmler, Rechtsanwältin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Die Anrufer bieten an, die persönlichen Daten der Verbraucher gegen ein monatliches Entgelt in Listen einzutragen. Künftig sei man so angeblich vor lästigen Anrufen gefeit. In der Regel ist jedoch der Anruf selbst bereits ein unzulässiger Werbeanruf.

Ungewollten Telefonanrufen hat der Gesetzgeber eigentlich einen Riegel vorgeschoben. „Werbeanrufe sind nur dann zulässig, wenn der Verbraucher sich vorher ausdrücklich damit einverstanden erklärt hat, von dem Unternehmen zu Werbezwecken telefonisch kontaktiert zu werden“, sagt Semmler. Doch unseriösen Firmen sei das egal, auch dass sie damit gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.

Gerade ältere Menschen laufen Gefahr, in die Falle zu tappen. Tagsüber sind sie häufig zu Hause. Zudem ist es ein Leichtes für die Täter, im Telefonbuch nach alt klingenden Namen zu suchen. Nach dem Motto: Wilfried ist sicher alt, schwerhörig und höflich, Marc jung, forsch und nicht so leicht übers Ohr zu hauen.

  1. Seite 1: Wie sich Rentner besser gegen Betrüger schützen können
    Seite 2: Jedes "Ja" am Telefon könnte ein Vertragsabschluss sein

1 | 2



Kommentare
07.04.2013
17:27
Wie sich Rentner besser gegen Betrüger schützen können
von hercules150 | #3

Gegen den staatlichen Betrug an Rentner und Steuerzahler gibt es leider keinen Schutz

05.04.2013
09:03
Betrüger nicht nur am Telefon, sondern auch auf der Brücke der Ruhr-Uni Bochum
von vantast | #2

2 junge Damen Anfang 20 luchsen Gutgläubigen um die Mittagszeit Spenden für Gehörlose/Sprechgestörte ab. Sie haben jedoch weder Kontaktadresse noch Ausweise. Als ich laut mein Geld zurückforderte, konnten die "Beschädigten" plötzlich sehr gut miteinander reden.

04.04.2013
15:59
Wie sich Rentner besser gegen Betrüger schützen können
von mansgruf | #1

Ganz einfach, Telefon oder Straßenverträge müssen grundsätzlich nachträglich auf dem Postweg vom geworbenen schriftlich bestätigt werden sonst ist kein Vertrag zustande gekommen, aber ein solch verbraucherfreundliches Gesetzt zu machen sind unsere Politiker nicht zu im der Lage, die erzählen lieber von Selbstverpflichtung oder Bankenrettung, ist lukrativer nach der politischen Kariere

1 Antwort
Wie sich Rentner besser gegen Betrüger schützen können
von kuhermi | #1-1

das selbe auch für Internetverträge, aber wie schon geschrieben, unsere Politiker ?????

Aus dem Ressort
Betrunken vor Baum gefahren - 17.100 Euro Strafe für Asamoah
Unfall
Weil er sich betrunken ans Steuer gesetzt und einen Unfall gebaut hat, muss Fußballprofi Gerald Asamoah 17.100 Euro Geldstrafe zahlen. Das hat am Donnerstag das Amtsgericht Ratingen entschieden. Der Ex-Nationalspieler muss außerdem weitere sieben Monate auf seinen Führerschein verzichten.
Brittany Maynard erfüllt sich noch einen Wunsch
Sterbehilfedrama
Brittany Maynard facht die Sterbehilfe-Debatte in den USA neu an. Für Anfang November plant die junge und todkranke Frau ihren Suizid mit Medikamenten. Zuvor erfüllt sie sich noch einen großen Wunsch - mit dem, was sie am meisten liebe: "Familie und Natur".
Mehr als zehn Jahre Haft für den Autobahnschützen
Prozess
Bis zu 171 Schüsse auf andere Fahrzeuge, dabei vier Fälle des versuchten Mordes: Am Donnerstag ist das Urteil gegen den so genannten Autobahnschützen aus der Eifel gesprochen worden. Die Verteidiger des 58-Jährigen wollen wegen der massenhaften Erfassung von Kennzeichen in Revision gehen.
Vermisstenzahl nach Erdrutsch in Sri Lanka steigt auf 192
Katastrophe
Mit Baggern wühlen sich die Helfer in Sri Lanka durch die Erdmassen. Noch 192 Menschen könnten nach dem Erdrutsch darunter verschüttet sein. Die Überlebenden kommen in zwei Schulen unter - viele haben alles verloren.
Der letzte Hobbit-Film feiert am 1. Dezember Premiere
Mittelerde
Die zweite Trilogie geht zu Ende: Am 1. Dezember startet der dritte Hobbit-Film des Regisseurs Peter Jackson in den Kinos. Eine kleine Vorschau haben die Schauspieler nun auf Facebook gegeben. Die ersten drei "Herr der Ringe"-Filme gelten als kommerziell erfolgreichste Filmtrilogie aller Zeiten.
Umfrage
Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet . Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?

Samstag ist Feiertag, die Geschäfte haben geschlossen - dafür sind am Sonntag in vielen Städten die Geschäfte geöffnet. Was halten Sie von verkaufsoffenen Sonntagen?