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Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen

26.09.2009 | 17:49 Uhr
Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen

Düsseldorf. Blaupausen waren gestern - wer modern unterrichtet, macht das heute mit Podcasts oder Blogs. Doch mit neuen Methoden, gibt's auch neue Probleme: Cyber-Mobbing zum Beispiel. Auf der Tagung „Heranwachsen mit dem Social Web“ lernen rund 200 Lehrer Strategien, mit dem Web 2.0 umzugehen.

Damit hatte Sven nicht gerechnet. Dass seine Mitschüler ihn auf der Klassenfahrt im Schlaf geschminkt und dann fotografiert hatten, war schon schlimm genug. Doch nun prangt das peinliche Foto auch noch im SchülerVZ – für alle sichtbar. 20 Kommentare haben Mitschüler darunter abgelassen – und die sind nicht gerade nett. Cyber-Mobbing nennen das Pädagogen.

Wie Lehrer und Erzieher dagegen vorgehen können und die Sozialen Netzwerke sinnvoll in den Unterricht einbinden, zeigt die Landesanstalt für Medien (LfM) auf ihrer Tagung „Heranwachsen mit dem Social Web“. Die LfM hat dazu in die Räume der VHS Düsseldorf geladen – rund 200 Pädagogen sind gekommen.

Zwei Millionen Schüler erleiden Cybermobbing

So wie unserem Beispiel-Opfer Sven ergeht es zwei Millionen Schülern in Deutschland. 40,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Klasse 1 bis 13 haben angegeben, schon mal Opfer von Cybermobbing geworden zu sein. Das ergab eine Umfrage der Uni Koblenz-Landau, die knapp 2000 Schüler online befragte.

Auch der jüngste Fall aus Großbritannien zeigt, wie wehrlos die Opfer solcher Internet-Attacken sind. Nach wochenlangen Beschimpfungen über Facebook nahm sich die 15-jährige Britin Holly Grogan das Leben.

Fälle in der Praxis

Elisabeth Lüders arbeitet als Lehrerin für Datenverarbeitung an einem Berufskolleg in Hamm. Ihr Kollege Sebastian Rauh unterrichtet Mathe und Physik an einer Kamener Gesamtschule. Auch sie kennen Fälle von Cyber-Mobbing aus der Praxis.

„In einem Portal habe ich unschöne Bilder von einigen Schülern entdeckt, die böse kommentiert wurden“, berichtet Rauh. Wie spricht man die Schüler darauf an? Wie reagiert man als Lehrer auf solche Vorfälle? Die Antworten darauf soll ihnen der Workshop geben.

Genau hinschauen

„Wichtig ist, genau hinzuschauen und die Betroffenen anzusprechen“, weiß Workshop-Leiter Marco Fileccia. „Der Unterschied zum herkömmlichen Mobbing liegt darin, dass Opfer nirgendwo Ruhe finden. Es sei denn, sie schalten das Handy oder den PC aus.“ In seinem Vortrag macht er deutlich, dass man sich gegen „Cyber-Bullys“, also Kinder, die im Netz aktiv mobben, wehren kann.

Auf SchülerVZ oder anderen Seiten sollten Mobber ignoriert oder gleich beim Anbieter gemeldet werden. "Ihre Accounts werden dann sofort gelöscht." Youtube stelle diskriminierende Videoclips sofort aus dem Netz.

Mobber sperren lassen

„Doch die besten Vorgehensweisen wurden leider nur im Ansatz erklärt“, resümieren die beiden. Kinder auf Auffälligkeiten beobachten, ansprechen, Mobber online sperren, weitere Expertenhilfe holen – so lauten die Grundregeln. "Doch es zu merken, dass etwas mit einem Schüler nicht stimmt, ist sehr schwierig, weil man von außen nicht überblicken kann, wie die Kinder im Netz agieren", beklagen die Lehrer.

Hilfreicher für den Alltag findet Elisabeth Lüders da den Vortrag von Susanne Schäfers, die zum Thema „Wikis, Blogs und Podcasts“ referiert. Sie stellt Webseiten vor, die speziell auf Klassen zugeschnitten sind. „Hier können Kinder auf Klassenfahrt an ihre Eltern bloggen, Bilder hochladen, aktuelle Hausaufgaben oder Vertretungspläne anschauen.“ In jeder Klasse ernenne sie zwei Administratoren, die die Seite betreuen und am Ende ein Lob auf dem Zeugnis bekommen.

Schäfers stellt weitere praktische Beispiele vor: "Im Deutschunterricht können beispielsweise beim Thema 'Balladen' Podcasts herunter geladen und direkt angehört werden." Lehrer haben außerdem die Möglichkeit, sich auf dem Schul-Netzwerk "lo-let2.de" über Materialen und Methoden austauschen.

Anregungen für den Unterricht

Elisabeth Lüders will einige Anregungen mit in die Schule nehmen: „Ich werde das von meinen Schülern aufarbeiten lassen, was Wikis oder Blogs bedeuten.“ Sebastian Rauh fällt es da schon schwerer, das Social Web in den Mathe- oder Physik-Unterricht einzubauen. "Meistens fehlt einfach die Zeit oder man bekommt keinen Computerraum."

Vielleicht machen sie es einfach ihrer Kollegin Ute Matthies nach. Die Düseldorfer Informatiklehrerin nutzt das Netz regelmäßig als virtuelles Klassenzimmer. Nicht nur für Anwendungen, sondern auch zum eigenen Nutzen. "Ich gehe mit meinen Schülern auf Spickmich.de und lasse mich dort von ihnen beurteilen."

Lehrer und Betroffene finden nähere Informationen und Hilfestellungen zum Thema Cyber-Mobbing auf www.klicksafe.de, einem Projekt der Europäischen Union, in Zusammenarbeit mit der LfM.

Kristina Mader

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Kommentare
28.09.2009
05:58
Blockierter Kommentar.
von Thomas.Lau | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

27.09.2009
17:44
Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen
von Frau Holle | #5

@3
Ihre Beiträge sind inhaltlich ungefähr so hohl, wie rechtschreiblich falsch.
Offenkundig stellen Sie sich nicht die richtigen Fragen

27.09.2009
09:10
Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen
von p_s_a | #4

Mobbing im Web 2.0 ist zumindest fairer als in der flüchtigen Offlinewelt. Dort steht das Opfer mit einem miesen Gefühl da, und kann noch nicht mal belegen, was ihm widerfahren ist.

Im Web 2.0 bleibt zwar auch die Schmähung öffentlich erhalten, aber eben auch der Schmäher.

Was in der Offlinewelt im Unterbewusstsein versinkt und dort oft lange zerstörerisch wirkt, kann in der Onlinewelt aufgrund der präzisen Dokumentation vom Betroffenen wesentlich besser aufgearbeitet werden.

26.09.2009
21:59
Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen
von sich-Fragender | #3

Unglaublich,
200 Hohlkörper, Pardon Pädagogen, werden wärend der Woche geschult? Alleinverantwortliches Lernen wird von den Schülern gefordert und die sitzen sich den Hintern noch platter um so eine selbst verständliche Sache zu lernen? Unglaublich!

26.09.2009
18:50
Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen
von CaMu | #2

Kann ja wohl nicht sein. Wann hören die Medien endlich auf, die Menschheit noch weiter verdummen zu lassen? Mitdenken ist hier also die Devise! Und besonders in diesem Artikel wird wieder klar, wie unglaublich verdreht alles wird.

Mobbing ist ein großes Problem - aber warum zur Hölle wird rücksichtsloses Verhalten erst im Netz kritisiert? Wenn es auf der Straße geschieht dann wird es mit einem Murren und heutzutage ist das nunmal so hingenommen.

Und: Warum ist hier wieder von Holly die Rede? Das Mädchen hatte Probleme, man wird nicht von ein paar blöden Kommentaren in Facebook suizidal. Humbuk!

Wenn Menschen nicht stabil genug sind, um sich gegen Beleidiungen zu wehren oder sie zu ignorieren, dann meldet man sich doch sicherlich nicht wegen 2-3 Freunden in einer riesigen Community an.

Mobber sterben nicht aus. Und das Web 2.0 ist - verdammt noch mal - nicht der Kern des Problems.

26.09.2009
18:38
Wie Lehrer das Social Web für den Unterricht nutzen
von Lichtbringer | #1

Der erste Satz ist doch schon richtig dämlich! Wie ersetzt ein Podcast oder Blog denn eine Blaupause?

Und seit wann ist Mobbing ein neues Problem? Durch das Web wird das höchstens noch erweitert, aber Mobbing gabs schon immer und wirds immer geben: In der Schule und auch in der Freizeit!
Und das erste Beispiel mit dem Schminken: Hatten wir das nicht alle mal? Das ist Spaß und da lacht man drüber - auch das Opfer!
Auch von mir gibts ne Menge peinliche Fotos im Netz - na und? Ich nehms mit Spaß, alle nehmens mit Spaß!

Man wird nicht zum Mobbing-Opfer gemacht, man macht sich selbst zum Mobbing-Opfer!!

Und wenn diese 2 Millionen Mobbing-Opfer so arm dran sind, dann sollen die sich halt aus dem Web 2.0 fern halten! Sollen die halt daheim bleiben und jeden sozialen Kontakt vermeiden!
WEICHEIER! Dieses dumme Geheule kann ich langsam echt nicht mehr hören!

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