Wie geht es Bobbi Kristina Brown?

Washington..  Es ist ein Trauerspiel auf dem Rücken einer jungen Frau, die sich nicht wehren kann. Vor fast drei Monaten wurde Bobbi Kristina Brown, Tochter der 2012 am Vorabend der Grammy-Verleihung in Los Angeles an Drogen und Alkohol gestorbenen Popsängerin Whitney Houston, regungslos in der Badewanne ihres Hauses bei Atlanta im US-Bundesstaat Georgia gefunden. Die Hintergründe liegen nach wie vor im Dunkeln. Polizei-Ermittlungen dauern an. Unterdessen liefern sich engste Angehörige in aller Öffentlichkeit einen bizarren Schlagabtausch über den gesundheitlichen Zustand der 22-Jährigen.

Brown lag wochenlang in einem künstlich herbeigeführten Koma. Widerstreitende Schilderungen von einander in Feindschaft verbundenen Verwandten beschrieben den Status der jungen Frau, die den Tod ihrer weltweit umjubelten Mutter (48) nie verwunden hat, mal als „optimistisch stimmend“, mal als „hoffnungslos“. Medienberichte wurden später von beiden Lagern oft als „ungehörig“ oder „sensationsgeil“ bezeichnet. Man möge die Privatsphäre der in der Emory-Klinik von Atlanta abgeschirmten Patientin respektieren, verlangten diverse Mitglieder des Clans. Um danach die Medien wieder mit Details zu füttern.

Eine kleine Sensation

Unterdessen versuchte sich Nick Gordon, Quasi-Adoptivsohn von Whitney Houston und später Lebensgefährte von Bobbi Kristina, mit Hilfe von Anwälten und Auftritten im Fernsehen Zutritt zum Krankenbett seiner Freundin zu erkämpfen. Bobby Brown, ihr Vater (46) und früherer Ehemann der Pop-Diva Houston, war dagegen.

Brown, ein bestenfalls drittklassiger R&B-Sänger, der lange im Windschatten seiner berühmten Frau fuhr und für ihr Abdriften in den Drogensumpf mitverantwortlich gemacht wird, war es auch, der am Wochenende durch Äußerungen bei einem Konzert in Grand Prairie, Texas, die Personalie Bobbi Kristina wieder in die Schlagzeilen bugsierte. „Bobbi ist aufgewacht“, ließ er das Publikum emotional aufgewühlt wissen. „Sie schaut mir zu.“ Was nach den durchgesickerten ärztlichen Bulletins der vergangenen Monate fast einer Sensation gleichkäme. Würde es denn stimmen.

Großmutter Cissy Houston, Brown nicht eben herzlich verbunden, zerstörte am Montagabend verfrühte Hoffnungen. In einer offiziellen Mitteilung, die von den Klatschportalen „tmz“ und „people“ aufgegriffen wurde, erklärte Houston nach einem Besuch in der privaten Reha-Klinik DeKalb in Decatur, Georgia, mit, dass ihre Enkelin nach Angaben der Ärzte „irreversible Gehirnschäden“ erlitten habe. Auch wenn sie sich nicht mehr im Koma befinde, so Houston, zeige Bobbi Kristina keinerlei Reaktionen. Sie spreche nicht, reagiere nicht und ihre Augen blieben starr. „Dass die Ärzte sagen, dieser Zustand könnte ihr ganzes Leben lang andauern, macht mich wirklich tief traurig“, schrieb die Großmutter.

Bobby Browns Anwalt spricht dagegen von einem „langen Genesungsprozess“, der gerade erst begonnen habe. Welche Lebensqualität Bobbi Kristina erwarten könne, werde man erst „in Jahren wissen“. Großmutter Cissy weiß mehr: „Wir können nur noch auf ein Wunder Gottes vertrauen.“

Der bittere Streit ums Geld

Dass die Mutter Whitney Houstons ihrem Ex-Schwiegersohn widerspricht, ist ein neuer Höhepunkt in der öffentlichen Schlammschlacht, in der subtil das Thema Geld immer mehr in den Vordergrund rückt. Leolah Brown, eine Tante Bobbi Kristinas, streute unlängst das Gerücht, es gebe Menschen, die es auf das Vermögen der junge Frau abgesehen hätten. In diesem Zusammenhang nannte sie Pat Houston, die Schwägerin der Popsängerin, ein „geldhungriges Biest“.

Whitney Houston hinterließ ih­rer Tochter 20 Millionen Dollar, die der 22-Jährigen in mehreren Tranchen ausgezahlt werden sollen. Vermögensverwalterin ist Großmutter Cissy.