Wer ist der „Pferderipper“?

Ludwigshafen..  Nicht einmal in der Reha hat „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal ihre Ruhe. Die Ludwigshafener ARD-Ermittlerin erholt sich gerade auf dem Land bei Fitness und therapeutischen Gesprächen von einem Zusammenbruch, als sie von Streifenpolizisten alarmiert wird. Auf einem Hof in der Nähe liegt der Pferdepfleger Heiko Dahl erstochen in seinem Blut, wenige Meter weiter, ringt ein schwer misshandeltes Pferd mit dem Tod.

„Der Mensch ändert sich“

Wer hat Mann und Pferd auf dem Gewissen? Wer ist der „Pferderipper“? Diese Fragen ziehen sich durch Odenthals 61. Fall „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ (18. Januar, 20.15 Uhr), der dem Zuschauer einiges zumutet. Der angeschlagenen Kommissarin bringt er neue Einsichten in eigener Sache - und damit eine Befreiung aus emotionalen Untiefen. „Der Mensch ändert sich, ich ändere mich“, lautet einer ihrer Schlüsselsätze aus dem Buch von Harald Göckeritz.

In Odenthals letztem Fall war die dienstälteste „Tatort“-Kraft seelisch und körperlich aus dem Gleichgewicht geraten. Die toughe Frau, seit 25 Jahren im Einsatz, machte Fehler, weinte, brach auf offener Straße zusammen.

Odenthal-Darstellerin Ulrike Folkerts hatte damals den Begriff Burnout ins Spiel gebracht. Angefacht wurde die Lebenskrise ihrer Figur auch dadurch, dass mit der 20 Jahre jüngeren Fallanalytikerin Johanna Stern (Lisa Bitter) eine neue Kollegin im Büro auftauchte, deren analytische Herangehensweise sich deutlich von Odenthals Stil unterscheidet.

Die neue Folge, bei der wieder Patrick Winczewski Regie führte, dreht sich erneut zu einem Gutteil um die Befindlichkeit der Hauptdarstellerin. Aber auch der Fall darf nicht zu kurz kommen: Gemeinsam mit ihren Kollegen nimmt sie den zwielichtigen Systemtechniker Gerd Holler (Ben Münchow) unter die Lupe und auch die Pferdebesitzerin Sylvia Magin (Alma Leiberg). Am Ende lösen sie den Fall - Freude kommt deshalb aber nicht auf.

Fazit: Wer einen geradeaus erzählten Krimi mag, der auf Schnörkel und Schnickzack verzichtet, wird bestens bedient. Stark inszeniert, packende Bilder – und Ulrike Folkerts ist einfach nur gut.

ARD, 20.15 Uhr