Wenn der Briefträger zum Opfer von Bissen wird
15.06.2010 | 11:42 Uhr 2010-06-15T11:42:00+0200Iserlohn.
Der Postbote, der vom Hund gebissen wird, ist kein Klischee, sondern immer noch ein ernstzunehmendes Problem für viele Briefzusteller. Denn bis zu 600 Postboten erwischt es pro Jahr, wenn sie Vorgärten betreten.
Mit seinen Augen fixiert der Schäferhundrüde Fax das, was sein Herrchen in seinen Händen hält: Ein Päckchen - in den Augen des Tieres Beute. Gut so. Denn das Teil soll den Hund ablenken von der Person, die es üblicherweise austrägt: dem Briefträger
Ein gutes Dutzend junger Auszubildender schaut den beiden Hundetrainern Hans-Peter Weber und Friedhelm Petzen am Montagmorgen mit einer Mischung aus Neugier, aber vor allem Respekt in deutlichem Abstand bei der Übung zu. Fax kläfft wie wild und kann es kaum erwarten, von der Leine gelassen zu werden. Petzen hält das Päckchen, bewegt es und reizt den Jagdinstinkt des Hundes immer weiter. „Wegrennen bringt in einer solchen Situation nichts“, erklärt der Tier-Trainer und ergänzt: „Ein Hund ist etwa fünf bis sieben Mal schneller.“ Stattdessen ist Tricksen eine probate Lösung. Die Aufmerksamkeit des Hundes solle möglichst auf das Päckchen gelenkt werden. „Und wenn das Tier näher kommt, dann wirf es weit weg“, rät der Hundecoach. Das Tier verfolge dann das Päckchen statt den Menschen. Dadurch könne der Postbote entscheidende Sekunden gewinnen, um sich hinter einen Zaun oder ein Tor zu flüchten.
Päckchen als potenzielle Beute
Es folgt der Anschauungsunterricht. Fax ist kaum zu halten. Trotz Maulkorb wirkt der Schäferhund bedrohlich. Von der Leine gelassen springt er seiner potenziellen Beute, dem Päckchen, hinterher. Der Trick hat funktioniert. Doch was bleibt, wenn mal kein Päckchen zur Hand ist? Dann bleibt nur, die dicke Tasche voller Briefe als Schutzschild zu benutzen.
Allerdings sei es besser, betonen die beiden Hundeexperten, es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, dass der Hund zur Attacke übergeht. So sollten Postboten die Hunde nicht anstarren. „Dann fühlt sich das Tier bedroht“, erklärt Petzen.
Grenzwertige Erfahrungen mit Hunden
Die jungen Auszubildenden hören gespannt zu. Wie schon den ganzen Morgen. Vor dem Anschauungsunterricht auf dem Postgelände haben die jungen Zusteller schon viel über das Wesen und Verhalten der Tiere erfahren, denen sie im beruflichen Alltag häufig begegnen. Patrick Tigges, der zurzeit ein Praktikum bei der Deutschen Post macht und Mitte des Jahres mit der Ausbildung beginnt, hatte schon unliebsamen Kontakt mit einem Vierbeiner. Eines Morgens , als er in seiner rechten Hand die Briefpost hielt, schnappte ein Hund zu. „Der biss ins rechte Unterarmgelenk“, schildert Tigges. Da er langärmlige Kleidung trug, kam er gerade noch mit dem Schrecken davon. Seither, sagt er, gehe er vorsichtiger mit den Tieren um.
Eine grenzwertige Erfahrung hat auch sein Arbeitskollege Lukas Triepel mit einem Hund gemacht. „In einem Affenzahn kam der auf mich zugerannt“, erzählt der 19-Jährige. Ob das Tier zugebissen hätte, weiß der angehende Briefzusteller zum Glück nicht. Denn gerade noch rechzeitig konnte er durch ein offenes Tor flüchten und es hinter sich verschließen.
Nach der Schulung mit Fax und seinen Herrchen sehen sich die jungen Postboten besser für den beruflichen Alltag gerüstet. „Es ist sehr hilfreich, einen Hund zu vestehen“, sagt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post, der sich viel von solch einem Training verspricht. Eigenen Angaben zufolge konnte dadurch die Anzahl der gebissenen Briefträger reduziert werden.
13:21
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13:19
Die beste Lösung besteht darin gar nicht als Briefträger zu arbeiten. Im übrigen zahlt die Post auch nur einen Hungerlohn. Und sich für diese Ausbeuterei auch noch beißen lassen lohnt sich nicht.
22:28
Oder die Post dem Hund zum Fraß vorwerfen ;)
13:28
#2 sehe ich genauso. Oder die müssen einen Außenbriefkasten anbringen. Ich würde da nicht durchgehen, wenn die einen Hund haben
10:29
Solche Kunden sollten nicht mehr beliefert werden. Die müssen sich dann eben die Briefe und Pakete selbst abholen
10:25
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14:53
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