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Contra Weihnachtsmann

Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen

23.12.2008 | 15:30 Uhr

"Sankt Nikolaus ist ein echter Freund der Kinder: weil er den Kindern etwas gibt", findet Monsignore Austen vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken in Paderborn. "Der Weihnachtsmann ist hingegen nur der Geschenkeonkel der Konsumindustrie."

"Der heilige Nikolaus war ein „leibhaftiger“ Mensch: ein Bischof, der um das Jahr 300 in Myra, einer Hafenstadt, die in der heutigen Türkei liegt, lebte. Der Weihnachtsmann ist eine Kunstfigur, die in den Hausfarben von Coca Cola groß herausgekommen ist: der „Geschenkeonkel der Konsumindustrie“, der die eigentliche Weihnachtsbotschaft verdeckt.

Monsignore Austen vom Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken: Der Weihnachtsmann steht ausschließlich für Rührseligkeit und Kommerz. Foto: privat

Uneigennützigkeit, Nächstenliebe, Schenken und Teilen – das sind Werte, die man mit Nikolaus verbinden kann. Nikolaus ist – im Gegensatz zum Weihnachtsmann, dem „Packesel“ der Geschenkeindustrie – eine Leitfigur, die sich jeder Form von Käuflichkeit wider-setzt! Und was könnten Kinder unserer Zeit mehr gebrauchen!?

Der heilige Nikolaus wurde zum Heiligen der Kinder. Er schenkt unerkannt und heimlich.

Nikolaus hatte von seinen Eltern einen großen Besitz geerbt, mit dem er ein recht bequemes Leben hätte führen können (ein Leben ganz im Sinne des gemütlich-trotteligen, milden, übergewichtigen älteren Herrn im Rentierschlitten). Nikolaus aber verwendete all sein Gold und seinen Reichtum, um damit Menschen in Not zu helfen. Heute noch gibt es viele Legenden, die von seiner Freundlichkeit gegenüber den Menschen und von seinen guten Taten erzählen. Nikolaus hat uns gezeigt, dass wir nicht die Augen vor der Not unserer Mitmenschen verschließen sollen.

Weihnachtsmann steht für Kommerz

Nikolaus berührt die Kinderseelen, aber auch die der Erwachsenen. Er war und ist eine große Figur im Sinne einer Option für die Armen: eine Identifikationsfigur gelebter Solidarität. Der „Weihnachtsmann“ hingegen steht ausschließlich für Rührseligkeit und Kommerz. Kinder lernen nicht abstrakt, sondern konkret in Vollzügen.

Insofern ist das echte Nikolausspiel eine herausragende Möglichkeit des emotionalen Lernens: Du wirst beschenkt, der Bischof Nikolaus ist auf der Seite des Guten, er ist ein Freund der Kinder, er weist auf Gott hin. Er ist tatsächlich für die Kinder eine Figur, die aus der göttlichen Welt kommt und auf Gott hinweist. Je mehr aber der „verweltlichte Nikolaus“ als Weihnachtsmann zum Kaufanreiz verzweckt wird, desto reizloser wird sein Image auf Dauer.

Der Weihnachtsmann ist nur die kitschigste Verniedlichung und werbemäßige Trivialisierung des „echten“ Nikolaus: ein Klon, entstanden aus dem uneingeschränkten Willen zur gnadenlosen Vermarktung ursprünglich christlicher Leitbilder und Werte."

Pro:  Weihnachtsmann lebt in Kinder-Herzen

Monsignore Austen

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Kommentare
23.09.2010
13:37
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von stefanw2468 | #12

Sie haben recht, Herr Lohmeier, das ist überzeugend. Positiv dran gehen! Wäre ich fast (in diesmeFall aber eben nur fast) selbst drauf gekommen ...

23.09.2010
09:36
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von Christian Lohmeier | #11

Die byzantinische Prinzessin Theophanu, die Frau Otto des II, Kaiser des Heiliges Römisches Reiches, brachte um 972 St. Nikolaus zu uns, also 672 Jahre später.
Der heilige St. Nikolaus ist auch in meinen Augen eine absolut positve Figur innerhalb der christlichen Geschichte.
Aber nach meiner Meinung haben wir doch als Christen nicht das Recht, Verbote, wie mir dieses Symbol hier herüberkommt, auszusprechen. Ich meine hier die weihnachtsmannfreie Zone. Es wäre sinnvoll die Aktion umzunennen z.B. pro heiligen St. Nikolaus.
Wir in der kathohlischen Kirche sind doch für viele natürliche Religionen interessant, weil wir eine Vielzahl an Symbolen haben, die nicht alle christlichen Ursprungs sind. z. B. der Tannenbaum, Bilder und Figuren in Kirchen. Dies konnte ich erfahren, als wir durch den Weltkirchentag und den Papstbesuch in Deutschland viele katholische Gäste aus verschiedenen Ländern zu Gast hatten.
Die christlichen Gäste aus Trinidad und Tobago beispielsweise waren von den Bildern und Figuren in unseren Kirchen richtig begeistert.
Auch der Weihnachtsmann ist für mich in seiner Ausstrahlung als erstes positiv. Hier gibt es andere Symbole, die weitaus schlechter sind wie z. B. Totenköpfe als Kult in manchen Rockerszenen.
Jesus selbst hat gesagt:,Wenn einer von euch ohne Sünde ist, werfe er den ersten Stein.
Damit sagt Jesus in meinen Augen, dass die 10 Gebote keine zehn Verbote sind. Jeder hat die Chance, die 10 Gebote für sich als Weg anzunehmen.
Deshalb sollte meiner Meinung nach diese Aktion weihnachtsmannfreie Zone beendet werden. Oder sagen wir jetzt zu Weihnachten auch tannenbaumfreie Zone?

24.12.2008
10:30
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von stefanw2468 | #10

Humor haben Sie, ja, lieber Werner. Ist auch sehr wichtig.
Also: Wie auch immer: Alles Gute und ein schönes Fest, Sie Ihres, ich meines, eine Schnittmenge gibt´s bestimmt - und wenn es die Freude daran ist.
Stefan.

23.12.2008
23:55
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von werneralberts | #9

Hallo Stefan, Ihre Story ist ja noch besser als die aus der Märchenbibel. Aber lassen Sie doch mal den ganzen Unfug mit Krippe und Dauerjungfrau und Gott weg und feiern Sie ausgelassen das schöne Fest der Wintersonnenwende. Macht echt mehr Spaß.

23.12.2008
23:24
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von stefanw2468 | #8

Hallo, sehr geehrter Herr Alberts,

was für Könige meine Sie? Es waren doch Weise, Sternendeuter aus den Nachbarländern, die den Sternenhimmel deuteten. Die Juden hatten selbst damals keinen SInn für so etwas, aber viele Superreiche und ihre Gelehrten im Nahen Osten gingen davon aus, dass damals in Jerusalem justamente ein Gottkönig geboren würde. Wohlhabende Karavanen - wir würden heute sagen: extrem teure Expeditionen - machten sich auf den monatelangen Weg, um in der Hauptstadt live mit dabei zu sein. Ein zunächst nichts ahnender Herodes (Gottkönig!?! Meine Frau ist doch gar nicht schwanger!!) schickte sie allesamt nach Bethlehem, weil seine Schriftgelehrten die kleine Belegstelle dazu endlich entdeckten. Also alle auf nach Betlehem! Was glauben Sie, was in dem Kaff damals los war?! Als wenn heute Bill Gates, die Gebrüder Albrecht und Boris Becker gleichzeitig in einem sauerländischen Dorf aufkreuzten, um dort jemanden überraschend zu besuchen - mit all dem dazu gehörigen Brimborium.

Unabhängig, ob dort das Christind dann wirklich im Stall lag: Herodes hatte Angst vor einem Konkurrenten und könnte die Kinder dieses Dorfes Bethlehm haben töten lassen, damit sich später niemand als geboren in dieser Planeten- und Sternen-Konstellation berufen könnte. Eine solche Nebensächlichkeit der Geschichte - Mord im Dorf - würde sicherlich nirgendwo aufgezeichnet.

Das alles ist kein Beweis. Aber ganz so schlecht ist Einschätzung heute nicht mehr.

Und: Weihnachten braucht keinen Beweis. Sich fallen lassen ist das Gebot der Stunde. Wie Kinder es zu tun vermögen und worum wir sie beneiden können. Versuchen Sie es doch auch mal. Es gelingt nicht vielen, erst recht nicht allen, die so tun als ob, auch mir nicht oft. Aber vielleicht passiert es ja irgendwann genau Ihnen. Es wäre doch eine Sternstunde ...

23.12.2008
23:19
Blockierter Kommentar.
von miriamlessmann | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.12.2008
22:36
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von tiki | #6

Danke Herr Austern für Ihren Beitrag.

In unserem Bekanntenkreis ist das Christkind nicht mehr existent, der Weihnachtsmann bestimmt das Fest. Gleichzeitig ist die Person des Nikolaus den Kinder (und anscheinend auch Erwachsenen) vielleicht noch geläufig, die Bedeutung jedoch meistens nicht mehr bekannt.

Gleiches gilt auch für den Grund des Weihnachtsfestes.

Daher danke für Ihren Kommentar.

Er spricht mir aus der Seele.

23.12.2008
20:29
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von TUMLET | #5

Sehr geehrter Bruder Austen,
Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag, der mir voll und ganz aus meinem Herzen spricht!

Ihre Kritiker gehören offenbar zu der Generation ICH, ALLES, JETZT, also Egoisten reinsten Wassers.

23.12.2008
16:20
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von Olaf olba B. | #4

Herr Austen lebt in der Vergangenheit. Nikolaus ist am 06. Dezember gewesen.

23.12.2008
15:56
Weihnachtsmann verführt nur zum Kaufen
von alexandersieler | #3

Wer so rational denkt, wie Sie Herr Alberts, für den ist Weihnachten sowieso längst gestorben.
Vielleicht braucht der Mensch dieses Eintauchen ein eine andere Welt, indem er zusammen mit der Familie und Freunden Advent und Weihnachten feiert. Ich bin mir sicher, dass dies jedem Menschen gut tun kann. Ich jedenfalls bin so einer...

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