"Weihnachtsmann" schießt um sich
26.12.2008 | 22:15 Uhr 2008-12-26T22:15:12+0100AMOKLAUF. Ex-Schwiegersohn verkleidet sich als Santa Claus und tötet neun Menschen. Das Ende eines Scheidungskrieges.
LOS ANGELES. Als Alptraum hat der Heilige Abend für die Gäste einer Weihnachtsfeier in Kalifornien geendet. Ein als Weihnachtsmann verkleideter Amokläufer stürmte ein Haus bei Los Angeles und tötete neun Menschen, bevor er selbst später tot aufgefunden wurde. Vor seiner Flucht hatte der Täter, bei dem es sich um den Ex-Schwiegersohn der Opfer-Familie handelt, das Haus noch in Brand gesteckt.
Der 45-Jährige Bruce Jeffrey Pardo hatte am Mittwoch kurz vor Mitternacht bei seinen ehemaligen Schwiegereltern in einer ruhigen Wohngegend von Covina geklingelt. Auf eine Achtjährige, die öffnete, schoss der Mann noch an der Tür und legte dann mit seiner halbautomatischen Waffe auf die entsetzten übrigen Gäste an.
Die Polizei fand später im Keller des Hauses zunächst drei Leichen. Allerdings habe sich die Opferzahl erhöht, als die Ermittler das gesamte Haus durchsuchten.
Unter den Opfern sind auch die früheren Schwiegereltern des Amokläufers. Mehrere der Toten seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Zwei Mädchen wurden lebend mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht. Eine der beiden Überlebenden ist die Achtjährige, die dem Amokläufer die Tür geöffnet hatte.
Wenige Stunden nach dem Massaker fand die Polizei die Leiche des Amokläufers auf dem Grundstück seines Bruders in Sylmar. Der Mann hatte sich mit einem Kopfschuss selbst getötet.
In einem Leihwagen, der in der Nähe entdeckt wurde, fanden die Ermittler 300 Schuss Munition und eine Rohrbombe. Als Bombenexperten das Fahrzeug öffneten, ging der Wagen in Flammen auf.
300 Schuss Munition und eine Rohrbombe
Die Polizei suchte in der Wohnung des Täters nach Hinweisen auf ein Motiv. "Vielleicht gibt es irgendwelche Pläne, Briefe oder sonst etwas, das uns mehr Hinweise über seinen Gemütszustand gibt", sagte einer der Polizeisprecher. Wie örtliche Medien berichteten, war Bruce Jeffrey Pardo in einen erbitterten Scheidungskrieg verstrickt.
Bekannte des Mannes, der als Luftfahrt-Ingenieur arbeitete, zeigten sich unterdessen erstaunt und fassungslos: "Das ist schockierend", sagte ein Mitglied seiner Kirchengemeinde: "Er war der netteste Kerl, den Sie sich vorstellen können..." (afp)
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