Weg vom Schirm - wo bitte ist Johannes B. Kerner?
11.07.2012 | 16:54 Uhr 2012-07-11T16:54:00+0200
Essen. Erst war er das Sendergesicht des ZDF, dann gab es bei Sat.1 kaum ein Entkommen vor Johannes B. Kerner. Jetzt steht der einstige Star-Talker und Moderator ohne Vertrag da – im Gegensatz zu anderen Absteigern wie Thomas Gottschalk, Harald Schmidt und Oliver Pocher.
Ein lange unvermeidliches TV-Gesicht ist weg vom Schirm. Wo steckt Johannes B. Kerner?
Die Nuller-Jahre waren seine Ära. Damals sammelte der 47-jährige Moderator Fernsehpreise wie andere Leute Panini-Bilder. Ob Sport, Talk oder Show – es gab kein Entkommen vor ihm. Es war in jener Zeit so oft im Zweiten präsent, dass der Sender kurz vor der Umbenennung in KDF stand: Kerners Deutsches Fernsehen.
Vor allem mit seiner Show „Johannes B. Kerner“ rückte der gebürtige Bonner dienstags bis freitags zu späterer Abendstunde in deutsche Wohnzimmer ein . Auf den ersten Blick wirkte der blonde Strahlemann familienfreundlich smart. Dennoch eckte er an. So warf der oft allzu glatte Moderator vor fünf Jahren seine erzkonservative Kollegin Eva Herman, die sich tapsig in Nazi-Nähe begeben hatte, in einer Art und Weise aus seiner Sendung, die ihm den Vorwurf eintrug, den Eklat provoziert zu haben – in der Hoffnung auf ein paar Schlagzeilen.
Angreifbar machte sich Kerner auch, als er sich, damals noch in öffentlich-rechtlichem Sold, für eine Werbe-Kampagne von Air Berlin hergab. Mehr noch: Er befeuerte die Kritik, indem er den damaligen Air-Berlin-Chef Joachim Hunold gern in seinen Gesprächskreis einlud.
„Kerner ging es nur ums Geld“
Für noch mehr Ärger sorgte Kerner, als er 2010 mit Hunold, TV-Mann Werner Klatten und Topwerber Tonio Kröger einen Investorenclub zur Sportlervermittlung gründete . Die Wut-Welle schwappte so hoch, dass sich Kerner flugs wieder aus der Runde verabschiedete.
Zwischenzeitlich hatte Kerner den Sender gewechselt. Der ehemalige Student der Betriebswirtschaft wurde sich mit den Mainzelmännern nicht einig. Noch heute wird auf dem Lerchenberg gegrantelt: „Kerner ging es nur ums Geld.“
Sat. 1 startet einen Angriff auf den Fußball-Sonntag. Nach Medieninformationen kämpft der Privatsender um das Rechtepaket für den Fußballstammtisch "Doppelpass". Einen Moderator hält Sat. 1 demnach bereits parat: Johannes B. Kerner soll das Zepter übernehmen - ohne selbst etwas davon zu wissen.
Jedenfalls glaubte Kerner, bei Sat.1 an frühere Glanzzeiten anknüpfen zu können. Allein, die Rechnung ging weder für den Sender noch für den Moderator auf – genauso wenig übrigens wie bei den teuren Einkäufen Oliver Pocher und Harald Schmidt. In der Champions League moderierte Kerner solide, aber seine Shows waren bieder, und sein Magazin floppte. „Kerner“ sollte die Sat.1-Antwort auf Günther Jauchs Boulevard-Magazin „stern TV“ bei RTL werden, doch „JBK“ und das Sat.1-Publikum waren natürliche Feinde. Schließlich kippte der Sender das Magazin.
Das Sat.1-Sendergesicht Kerner hat sich verzockt
Nachdem das ZDF der privaten Konkurrenz die Champions League weggeschnappt hatte, wurde es ganz still um Kerner. Dabei hat die ProSiebenSat.1-Gruppe durchaus noch Fußball-Rechte: Kabel 1 zeigt Spiele der Europa League. Nur: Kerner spielt dabei nicht mit. Das ehemalige Sendergesicht von Sat.1 hat sich verzockt.
Auch beim Bezahlsender Sky steht er im Abseits – im Gegensatz zu seinem ehemaligen Sat.1-Kollegen Wolff-Christoph Fuss. „Kerner ist für uns kein Thema“, heißt es hinter vorgehaltener Hand.
Das unterscheidet Kerner von den anderen TV-Absteigern Gottschalk, Schmidt und Pocher: Die Kollegen kamen schnell wieder unter. „JBK“ indes ist einstweilen zum Schweigen verdammt.

16:33
Es verwundert mich doch sehr, dass dieser Beitrag mittlerweile unter "Redaktionsempfehlungen" gelistet wird. Zwar an letzter Stelle, aber doch aufgeführt. Da frage ich mich doch, welcher Artikel an der 6. oder an der 10. Stelle steht. An 10.Stelle könnte ich mir einen liebevollen Artikel über Loddar vorstellen.
13:11
Als JBK Eva Hermann aus seiner Talk-Sendung entfernte, wenn gleich höflich, so machte er sich doch zum Komplizen einer ganz bestimmten Gruppe. Ein "freier Journalist" läßt sich nicht zum Komplizen machen! So etwas läßt sich nie und nimmer mit der viel gerühmten Berufsehre vereinbaren. Insoweit kassiert er jetzt seinen "wohl verdienten Bonus"!
12:17
Wen interessiert schon wo Kerner ist...Solange er nicht zurück kommt!
11:43
Hat der nicht auch die Wurstwerbung geerbt ?
08:44
Na Na Na bei der Aktion wo Frau Hermann aus dem Studio hinauskomplimentiert wurde hat doch die Presse besonders der Westen gejubelt und wollte Herrn Kerner das Bundesverdienstkreuz verleihen!!
16:34
Hoffentlich kriegt der "Nachwuchs" eine Chance.
Bei den Gehältern der Starkommentatoren reicht es sicher für mehrere.
15:24
Mir scheint, in diesem Artikel spielt Neid eine große Rolle. Fernsehmoderatoren wie Pilawa oder Kerner haben ebenso als Redakteure irgendwo normal angefangen. Ihr Talent, Massen vor den Ferseher zu binden ist zur gegebenen Zeit verantwortlich handelnden aufgefallen. So sind die Karrieren in den Gang gekommen, die sich womöglich ein Redakteur der WAZ auch wünschen würde. Das damit entrichtete Salär ebenso. Ich finde es auch nicht zuende gedacht. In der jüngst beendeten Fussball-EM-Übertragung des ZDF zeigte sich sehr deutlich, was jemand wie Kerner konnte, das anderen, heute moderierenden, komplett fehlt. Ich möchte meine Gebührengelder jedenfalls lieber in einen (übrigens mit Preisen ausgezeichnete) Journalismus investiert sehen als in Dilettantismus. Daher bleibt zu hoffen-auch, wenn es unpopulär ist, es zu schreiben- dass man Kerner bald wieder dort sieht, wo er hingehört. An Seite von Klopp ins öffentlich rechtliche Fernsehen.
Herr Kerner, Sie haben hier einen account? Haben Sie den selbst eingerichtet?
08:44
Gibt es keine wichtigeren Themen?
08:32
Da kann er mit seiner Frau ein bisschen Hockey spielen.
07:29
Mein Gott ist das eine schöne Meldung!
Solche Schwätzer und Selbstdarsteller will kein Mensch hören und sehen.
Ich hoffe dass JBK nicht mehr auf die Öffentlichkeit losgelassen wird.