Was mobile Akkus für Smartphone und Co. können

Was wären Festivals ohne Schnappschüsse – aufgenommen mit dem Smartphone. Wenn mal der Akku schlappt macht, helfen mobile Ladestationen.
Was wären Festivals ohne Schnappschüsse – aufgenommen mit dem Smartphone. Wenn mal der Akku schlappt macht, helfen mobile Ladestationen.
Foto: HO
Was wir bereits wissen
Ein Leben ohne Tablet und Smartphone – für viele unvorstellbar. Leider ist die Akkulaufzeit der nützlichen Begleiter kurz. Sogenannte Powerpacks können sie verlängern. Was beim Kauf zu beachten ist, erklärt ein TÜV-Experte.

Essen.. Ein Leben ohne Smartphones und Tablet-PCs wollen sich die meisten nicht mehr vorstellen. Mit den pfiffigen Begleitern sind wir nicht nur überall erreichbar, sie weisen uns auch den Weg, ermöglichen permanentes Surfen im Netz und erleichtern den Alltag mit nützlichen Apps. Doch wird das Smartphone wirklich dringend gebraucht, ist oft der Akku leer.

Ohne Ladekabel oder Adapter für den Zigarettenanzünder im Auto (etwa 7 Euro) geht da keiner mehr aus dem Haus: Im Büro, auf der Restauranttoilette oder im Pkw laden die mobilen Telefone, die ohne derartige Boxenstopps keine 24 Stunden durchhalten.

Doch was tun, wenn mal keine Steckdose in der Nähe ist? Etwa beim Camping auf einem Festival oder beim Wandern in der Wildnis. Mobile Akkus leisten da Abhilfe. Wie sie zu bedienen sind, und worauf beim Kauf zu achten ist, erklärt Stephan Scheuer, Abteilungsleiter für Qualitätsprüfung beim TÜV Rheinland.

Mobilfunk Meist haben die sogenannten Powerbanks oder Powerpacks einen Micro- und einen normalen USB-Anschluss, sind also nicht nur fürs Handy sondern auch für Tablet, Digitalkamera und Co. geeignet. Während einige mobile Akkus mit Funktionalität und hoher Ladeleistung punkten, wollen andere durch stylisches Aussehen und Handlichkeit bestechen. Welches Produkt zu empfehlen ist, hängt davon ab, wofür es genutzt werden soll.

Was leisten die Geräte?

Günstige Modelle sind schon für sechs bis sieben Euro zu bekommen und haben eine Leistung von 2200 bis 2600 Milliamperestunden (mAh). Das bedeutet für den Verbraucher: etwa einmal Smartphone aufladen. „In den vergangenen drei Jahren hat sich die Kapazität von Smartphones von etwa 1400 bis 1800 auf rund 2600 mAh verdoppelt“, so Scheuer. Wer mehr Ladeleistung möchte, etwa für ein Tablet, müsse tiefer in die Tasche greifen. Eine Leistung von rund 8000 mAh würde, so der Experte, benötigt, um ein Tablet zu laden. Derartige Geräte kosten etwa 35 bis 40 Euro.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Wer nur auf den Preis achte, laufe Gefahr, auf Qualität und Sicherheit zu verzichten, betont Stephan Scheuer: „Viel wichtiger sind offizielle Prüfsiegel.“ Zudem mache der Akkutyp den Unterschied. Die meisten Powerpacks seien Lithium-Ionen-Akkus. Im Vergleich zu anderen Typen bedeute das etwa das halbe Gewicht bei gleicher Leistung. Weiterer Vorteil: Die Entladung bei ungenutzten Lithium-Ionen-Akkus sei bei korrekter Handhabung sehr gering. Empfehlenswert ist auch eine Kapazitätsanzeige am Gerät.

Wie sollten die Packs genutzt werden?

Fehler, so Scheuer, würden vor allem beim Laden begangen: „Wir empfehlen, immer das original Netzteil zu verwenden, um Überladung zu vermeiden.“ Zudem sollten die Akkus nicht über Nacht und wenn, dann nur mit Zeitschaltung an die Steckdose. „Mehr als zwei bis drei Stunden brauchen die üblichen Powerpacks nicht“, so Scheuer.

Umfrage Nicht nur Über-, sondern auch Unterladung schade den mobilen Stromquellen. Es empfehle sich daher, den Akku maximal zu etwa zehn bis 15 Prozent Kapazität zu entladen. Auch Hitze und Kälte sind nicht gut für die Powerpacks: „Die Akkus sollten nicht ins Handschuhfach, in die Strandtasche oder gar in die Kühltruhe – etwa 15 bis 25 Grad Temperatur sind optimal, bei unter sechs und über 35 Grad gehen sie kaputt“, so der TÜV-Experte.

Wie nützlich sind Solarakkus?

Während mobile Akkus üblicherweise via Netzteil oder USB geladen werden, gibt es auch mobile Stromquellen, deren Lebensdauer mit Hilfe des Sonnenlichts verlängert werden kann. Scheuer warnt allerdings: „Je nach Zahl der angehängten Solarzellen kann es Stunden dauern, bis die Lebensdauer eines Handys um 20 bis 30 Minuten verlängert ist.“

Derartige Geräte würden zwar funktionieren, den gewünschten Effekt, dauerhaft und sicher auf Strom zugreifen zu können, aber verfehlen. Darauf sollte schon beim Kauf geachtet werden.