Was man tun muss, um die CD-Sammlung überall hören zu können

Sind die Stücke auf der CD erst einmal umgewandelt, können sie mit vielen verschiedenen Methoden bequem zu Hause abgespielt werden.
Sind die Stücke auf der CD erst einmal umgewandelt, können sie mit vielen verschiedenen Methoden bequem zu Hause abgespielt werden.
Foto: Jakob Studnar
Was wir bereits wissen
Mit spezieller Software lassen sich CDs umwandeln, ohne Klangqualität einzubüßen. Bei der Wiedergabe haben Nutzer dann die Qual der Wahl.

Essen.. Musik einfach und überall zu hören, ist heutzutage nichts Besonderes mehr. Zahlreiche Dienste bieten für ein monatliches Entgelt direktes Streamen aus dem Netz an. Doch welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich meine eigene Musiksammlung unkompliziert und drahtlos hören möchte?

Wer seine Musik drahtlos hören möchte, muss seine CD-Sammlung zunächst "digitalisieren". So wird das Verfahren im Allgemeinen genannt, obwohl auch das Ausgangsmedium CD schon ein digitales ist. Damit beim „Rippen“ die Klangqualität nicht verloren geht, sollte man ein Programm installieren, welches Dateien verlustfrei komprimiert: „Eine gute Software ist ,Exact Audio Copy (EAC)’“, erklärt Sven Hansen, c’t-Redakteur im Ressort Audio/Video. Dieses lässt sich beispielsweise unter chip.de kostenfrei herunterladen. „Das Programm kontrolliert die CDs und gleicht Kratzer aus.“ Beim Rippen sollte der Codec „Flac – Free Lossless Audio Codec“ ausgewählt werden. Die Qualität bleibt erhalten, die Größe der wird Musikdatei halbiert. „Auf eine Festplatte mit einem Terabyte passen mit Flac etwas mehr als 2000 gerippte Musik-CDs“, heißt es bei pc-magazin.de. Die Alternative für Apple-Nutzer heißt „Apple lossless“.

„Gängig ist die Umwandlung in MP3, da es überall abspielbar ist“, sagt Sven Hansen. Hier sollten bei der Umwandlung mindestens 320 Kilobyte pro Sekunde gewählt werden, sagt Andreas Hentschel, stellvertretender Chefredakteur von Chip. Für Klangpuristen sei das wav-Format die beste Lösung. Die Dateien bleiben dabei erheblich größer, aber Speicherplatz sei schließlich nicht mehr so begrenzt. „Um den Klang zu testen, sollte man verschiedene Umwandlungen testen“, rät Sven Hansen. Die Dateien sollten ruhig auf einer Stereoanlage abgespielt werden, um einen guten Eindruck zu bekommen.

Cloud-Dienste

Hat man seine Musik erst einmal digitalisiert, stellt sich die Frage, wie man sie am besten wiedergibt. „Die einfachste Lösung sind Cloud-Dienste“, findet Sven Hansen. Google biete eine kostenfreie Speichermöglichkeit für bis zu 20.000 Titel. Fünf Gigabyte gibt es bei Apple iCloud. Die Musik wird in die Cloud geladen und ist dann jederzeit abrufbar – zu Hause im Wlan, unterwegs übers mobile Internet. „Für das Hochladen sollte man ein bisschen Zeit einplanen.“

Für die Wiedergabe gibt es kostenfreie Apps für Smartphones oder Tablets. Andreas Hentschel steht dem Cloud-Speicher skeptischer gegenüber: „Zum einen dauert es ewig, die Musik hochzuladen, wenn man keine schnelle Internetverbindung hat und zum anderen ist fraglich, wie die Cloud-Dienste mit externen Wiedergabegeräten kooperieren.“

Externe Festplatte

Internet-Hypes „Wer seine Daten nicht in eine Cloud laden möchte, kann auch über eine externe Festplatte streamen.“ Dazu reicht eine einfache 2,5 Zoll-Festplatte, die es bereits ab 30 Euro gibt.

Nachdem man die Daten auf die Festplatte übertragen hat, schließt man sie per USB an einen geeigneten Router an. „Der Router erstellt aus den Daten einen Index, also ein Inhaltsverzeichnis, das über das Wlan bereit gestellt wird“, erläutert Hansen. „Die Musik vorher schon zu strukturieren, zum Beispiel nach Ordnern, erleichtert den Zugriff auf bestimmte Titel“, ergänzt Andreas Hentschel.

NAS-Systeme/Home-Server

Die sogenannten „NAS-Systeme“ (Network-Attached-Storage) bieten, neben der Möglichkeit Daten zu speichern und zu streamen, erhöhte Datensicherheit. Der Clou: Bis zu vier Festplatten können so konfiguriert werden, dass die Daten zur Sicherung automatisch gespiegelt – also eins zu eins von der einen auf die andere Festplatte übertragen – werden. „So ist man immer auf der sicheren Seite, falls eine Platte mal den Geist aufgibt“, sagt Sven Hansen. Verwaltet werden NAS-Systeme über den Computer. Dort können Einstellungen vorgenommen werden; unter anderem, wie die automatische Sicherung laufen soll. „Für das NAS sollten rund 100 Euro eingeplant werden. Dazu kommen die Festplatten, die je nach Qualität und Größe im Preis variieren.“

Komplette Home-Server zu Hause einzurichten, sei jedoch eher etwas für Bastler. Das sieht auch Andreas Hentschel so, der NAS-Systeme favorisiert, da sie universeller und leistungsfähiger seien. „Viele Anbieter bezeichnen diese Systeme auch als Home-Server.“ Beim Kauf sollte man darauf achten, dass das System eine gute Lüftung hat und einen passenden Arbeitsspeicher. „Beim Prozessor kommt es darauf an, was man machen möchte – zur Videowiedergabe braucht man einen stärkeren als zum Musikstreamen“, erklärt er und fügt hinzu: „Man sollte nicht am falschen Ende sparen. Schließlich kauft man eine gute Lösung für mehrere Jahre.“

Musikstream

Musiktechnik Egal für welche Lösung man sich entscheidet – die Klangqualität hängt am Ende vom Wiedergabegerät ab. Streamen lässt sich über Smartphones, Tablets, oder netzwerkfähige Stereoanlagen und Musikverteilsysteme. Letztere seien in momentan sehr beliebt, sagt Experte Sven Hansen. „Das sind kleine Lautsprecher, die sich in der Wohnung verteilen lassen und die Musik aus dem Netzwerk wiedergeben können.“ Marktführer für die kleinen drahtlosen Boxen sei die Firma Sonos. Aber so ganz kabellos ist das Ganze dann doch nicht: Die Boxen müssen einzeln an den Strom angeschlossen werden. „Es gibt erst ein paar, die mit Akkus laufen.“