Was die neue LTE-Technik kann und was sie kostet

Monteure installieren einen LTE-Funkmast, der das Internet unterwegs schneller machen soll.
Monteure installieren einen LTE-Funkmast, der das Internet unterwegs schneller machen soll.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
LTE gilt als Mobilfunk-Standard der Zukunft. Er soll die Internetnutzung auf dem Land und unterwegs beschleunigen. Viele Anbieter haben bereits LTE-fähige Smartphones auf den Markt gebracht. Zuletzt hat Apple mit dem iPhone 5 reagiert.

Berlin.. Das neue iPhone 5 ist also mal wieder ein Kassenschlager. Es ist das erste Smartphone von Apple mit der sogenannten LTE-Technik. Das allein reicht, um für Schlagzeilen zu sorgen. Handys mit LTE bieten dabei auch die Hersteller HTC, LG oder Samsung an. Weil die Technik auf dem Vormarsch ist und als Mobilfunk-Standard der Zukunft gilt. Sie soll die Internetnutzung auf dem Land und unterwegs beschleunigen. Fragen und Antworten.

Was ist LTE?

LTE steht für Long Term Evolution und ist der sogenannte Mobilfunk-Standard der vierten Generation. Die Technik erlaubt einen deutlich schnelleren Internetzugang als die bisherigen Mobilfunk-Netze. Für den Verbraucher bedeutet das: ein schnellerer Seitenaufbau und schnelleres Hoch- und Runterladen von Dateien. LTE-Angebote gibt es von der Telekom, Vodafone und O2. Der Ausbau eines Netzes von E-Plus soll Medienberichten zufolge in diesen Tagen gestartet werden. Die Unternehmen hatten sich bei einer Versteigerung der Bundesregierung LTE-Frequenzen gesichert und dafür mehr als vier Milliarden Euro bezahlt.

Wo kann ich LTE nutzen?

Im Prinzip zu Hause und per Smartphone, Surfstick oder Tablet-Computer auch unterwegs. Ob das eigene Heim übers Netz verfügen kann, können Verbraucher auf den Internetseiten der Anbieter überprüfen. LTE soll vor allem auch die ländlichen Regionen mit schnellem Internet versorgen, die aus Kostengründen nicht mit Erdkabeln ausgestattet werden. Die Telekom will eigenen Angaben zufolge bis Jahresende in den 100 größten deutschen Städten mit ihrer LTE-Frequenz präsent sein; Vodafone will sein Netz bis 2015 flächendeckend ausbauen. Laut Hightech-Verband Bitkom können derzeit etwa 13 Millionen deutsche Haushalte LTE empfangen.

Was muss ich für das superschnelle Surfen mit dem Handy beachten?

Voraussetzung dafür ist ein LTE-fähiges Smartphone, das eine der deutschen LTE-Frequenzen auf 800, 1800 und 2600 Megahertz (Mhz) unterstützt. Das iPhone 5 unterstützt nur die 1800-Mhz-Frequenz von der Telekom. Wer LTE mit dem neuen Apple-Modell nutzen möchte, muss dazu einen Vertrag mit T-Mobile abschließen. Auch E-Plus hat eine 1800-Mhz-Frequenz ersteigert. Bis es hier ein Angebot gibt, kann es Branchenkennern zufolge aber noch Monate dauern. Mit Modellen anderer Hersteller – HTC (Velocity 4G, etwa 600 Euro ohne Vertrag), LG (Optimus True HD LTE, etwa 600 Euro) oder Samsung (Galaxy S2 LTE, etwa 640 Euro, S3 LTE ab Oktober) – kann auch in den Netzen von Vodafone und O2 im Hochgeschwindigkeitsinternet gesurft werden.

Wie teuer ist das LTE-Surfen daheim und unterwegs?

Die Zuhause-Tarife der Anbieter sind meist etwas teurer als beim klassischen Internetzugang per DSL oder Fernsehkabel. Die günstigsten Angebote kosten zwar nur rund 30 Euro pro Monat, doch Verbraucher sollten im Schnitt mit rund 40 Euro pro Monat rechnen. Hinzu kommen die Kosten für einen Router oder ein LTE-fähiges Modem. Die monatlichen Kosten der LTE-Smartphone-Tarife hängen laut Onlinemagazin teltarife.de von den Inklusivleistungen ab. So berechne die Telekom zwischen 40 und 100 Euro, bei Vodafone seien es 60 bis 100 Euro und O2 verlange zwischen 50 und 70 Euro. Allerdings würden Vodafone und O2 überwiegend einen Frequenzbereich mit begrenzter Schnelligkeit bei der Datenübertragung anbieten. Bei der Telekom sei dies anders. Um den richtigen Tarif für sich selbst zu finden, sollten Kunden nicht nur auf den Preis, sondern auch auf Bandbreite, Drosselungsgrenze sowie die Kosten für Telefonie und SMS achten, rät das Onlinemagazin.

Für welche Handynutzer ist LTE sinnvoll?

LTE kann laut dem Portal handytarife.de bislang meist nur in Ballungsgebieten sinnvoll mobil genutzt werden. Der Ausbau der Netze stockt, weil die neuen LTE-Funktürme nicht rechtzeitig genehmigt werden. Laut „Spiegel“ beträgt die Wartezeit derzeit nicht wie gesetzlich vorgeschrieben sechs, sondern 22 Wochen. Grund dafür: Personalmangel bei der Genehmigungsbehörde. Wer nur ab und zu unterwegs mailt oder surft, kommt Experten zufolge ohne LTE zurecht.