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Warum Marie Bäumer nicht Romy Schneider spielen will

27.12.2012 | 16:39 Uhr
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Warum Marie Bäumer nicht Romy Schneider spielen will
In „Der Letzte Weynfeldt“ spielt Marie Bäumer Lorena, eine Mischung aus Betrügerin und Femme Fatale.Foto: ZDF

Hamburg.   Anfang 2013 ist die Schauspielerin Marie Bäumer an fünf Abenden in großen Rollen zu sehen. „Es ballt sich etwas“, räumt die 43-Jährige ein. „So ist das eben manchmal.“ Aber es ist auch nicht schlimm. „Die Rollen“, sagt Bäumer, „sind ja doch sehr unterschiedlich.“ Eine Rolle traut sie sich aber nicht zu.

Kaum ist das Licht wieder an nach der Pressevorführung im Hamburger Curio-Haus, da wird Marie Bäumer nach vorne gerufen. Sehr attraktiv sieht sie aus, ein wenig zerbrechlich und ganz stark wie Romy Schneider, die sie ja nie spielen will, weil sie das „anmaßend“ findet, wie sie immer sagt.

Ansonsten aber hat sie viel gespielt in letzter Zeit. Das neue Jahr wird noch keine zehn Tage alt sein, da ist sie schon an fünf Abenden in großen Hauptrollen auf dem Bildschirm zu sehen gewesen. „Es ballt sich etwas“, räumt die 43-Jährige ein. „So ist das eben manchmal.“ Aber es ist auch nicht schlimm. „Die Rollen“, sagt Bäumer, „sind ja doch sehr unterschiedlich.“

In der Tat. In der zweiteiligen Verfilmung des Charlotte Link-Bestsellers „Das andere Kind“ (ARD, 2. und 3. Januar) spielt Bäumer eine frisch geschiedene Ärztin, die einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur kommt. Eine Geschichte, deren Tragweite sie nach eigener Aussage „erschüttert“ hat, auch weil sie „wieder einmal die Komplexität der familiären Verstrickungen über Generationen deutlich gemacht“ hat.

2011 bekam sie einen Grimme-Preis

Schon zwei Tage später spielt die gebürtige Düsseldorferin in „Der Letzte Weynfeldt“ Lorena, eine Mischung aus Betrügerin und Femme Fatale. Eine dieser vielschichtigen Rollen ist es, die Bäumer so mag und die nicht mehr viel zu tun haben mit der „Uschi“ aus dem „Schuh des Manitu“.

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„Ich liebe es, den Deckel hochzuheben, in die Figur hineinzuschauen und dann ins Extreme zu gehen“, sagt Bäumer. Eine Einstellung, die ihr in den letzten Jahren nicht nur viel Lob, sondern 2011 auch den Grimme-Preis für ihre Rolle in Dominik Grafs „Im Angesicht des Verbrechens“ einbrachte.

Die Geschichten der Hoteliersfamilie Adlon

Am 6. Januar spielt sie Hedda Adlon an der Seite von Heino Ferch in „Das Adlon“. Der ZDF Dreiteiler erzählt über vier Generationen die Geschichten der Hoteliersfamilie und der fiktiven Familie Schadt – von der Gründung des legendären Hotels in der Kaiserzeit bis zur Wiedereröffnung im Jahr 1997. Bäumer schwärmt von „wunderbaren Dreharbeiten“ und „fantastischen Kollegen“.

Schauen wird sie das Ergebnis der aufwändigen Produktion aber wahrscheinlich trotzdem nicht. Sie schaut überhaupt wenig Fernsehen, geht stattdessen lieber ins Kino oder Theater und wünscht sich, dass das mehr Menschen machen. „Der Fernseher ist fast immer abgedeckt bei mir zu Hause.“ Meistens sogar, ohne das Sohn Shawn Protest erhebt. Vielleicht, weil er seine Mutter kennt, die E-Mail und SMS zwar nutzt aber: „Eigentlich schreibe ich viel lieber Briefe, um Freundschaften zu pflegen.“

In Frankreich ist Mademoiselle Bäumer noch kein Star

Überhaupt mag Bäumer es privat gerne etwas beschaulicher. Auch deshalb hat sie nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund und Shawns Vater das Haus in einem kleinen Dorf in der Provence behalten. Und weil sie Frankreich liebt, seit sie als 17-Jährige in Paris war. Wo der Alltag irgendwie „sinnlicher“ ist und die Menschen das Leben „mehr genießen“. Und wo sie selbst Ruhe findet, wenn das Leben mal wieder zu hektisch geworden ist. Zum Beispiel bei langen Spaziergängen in der Natur.

Da ist sie dann Mademoiselle Bäumer, nicht der Star aus dem Kino oder Fernsehen. Genau wie beim Bäcker oder im Supermarkt. Meistens jedenfalls. Denn auch wenn sie ganz unauffällig lebt, ist da ja noch ihr Äußeres, ist da diese Ähnlichkeit mit einem anderen großen Star, den sie bis heute lieben in Frankreich. „Sind sie Schauspielerin?“, hat eine Passantin Marie Bäumer vor einiger Zeit mal gefragt und nach Bestätigung auch erklärt, was sie zu dieser Annahme veranlasste: „Sie sehen nämlich“, hatte auch die Fragestellerin bemerkt, „aus wie Romy Schneider“.

Andreas Böhme

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