Warum Jauch ein frisches Fernsehgesicht folgen sollte

Günther Jauchs Talk war selten von himmlischen Eingebungen geprägt.
Günther Jauchs Talk war selten von himmlischen Eingebungen geprägt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Jauch und die ARD – es war nicht die große Liebe. Allzu oft war spürbar, dass der Polit-Talker aus der Unterhaltung kommt. Wer sollte ihm folgen?

Die Quoten stimmten. Aber die große Liebe war es dennoch nicht. Denn journalistisch hat Günther Jauch selten überzeugt. Das war auch innerhalb der ARD ein offenes Geheimnis. Der Moderator kommt von der Unterhaltung. Das war deutlich, oft überdeutlich zu spüren.

Sicher, der Sonntagabend ist kein Sendeplatz für Krawall. Das Publikum wünscht sich in der Regel einen geruhsamen Ausklang des Wochenendes. Aber Jauch hat die falschen Konsequenzen daraus gezogen. Richtig war sein moderater Ton. Falsch waren seine weichgespülten Fragen. Allein seine Körpersprache verströmte Beißhemmung.

Der NDR hat seinen Führungsanspruch schon markiert

Nun geht Jauch also.

Aber wer kommt?

Der NDR streute informell seinen Anspruch auf das Polit-Geplauder am Sonntagabend. Das richtete sich gegen den WDR, der mit Frank Plasberg und Sandra Maischberger ebenfalls Talker stellt.

Anne Will indes kommt vom NDR. Dass sie’s kann, hat sie in der Ära vor Jauch bereits unter Beweis gestellt. Andererseits wäre es kein Fehler, den Sonntagabend einem frischen Fernsehgesicht anzuvertrau­en: Wichtig wären Seriosität einerseits und Furchtlosigkeit andererseits. Und ein Schuss Lässigkeit würde dem Format nur guttun.