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Vogelgrippe-Fall in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen

21.01.2015 | 16:08 Uhr
Vogelgrippe-Fall in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen
Wildenten im Geflügelgehege mit Ententeich im Stadtpark von Anklam. In dem Heimattiergarten im Stadtpark war bereits am 16. Januar ein totes Huhn gefunden worden, bei dem das hochansteckende Virus H5N8 nachgewiesen wurde.Foto: dpa

Anklam/Schwerin.  In Anklam bei Greifswald wurde bei einem toten Huhn der gefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N8 festgestellt. Seuchenschutzmaßnahmen werden vorbereitet.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen weiteren Vogelgrippe-Fall mit dem hochansteckenden Erreger H5N8. "Das Virus wurde bei einem toten Huhn in einem Tiergehege im Anklamer Stadtpark nachgewiesen", erklärte der Amtstierarzt des Kreises Vorpommern-Greifswald, Holger Vogel, am Mittwoch. Am Vormittag wurden alle Enten, Hühner und Gänse des Geflügelbestandes mit 50 Tieren getötet. "Als Ursache vermuten wir eine Übertragung durch Wildvögel", sagte Vogel. Auch das Agrarministerium hält dies für wahrscheinlich.

Die Tiere gehörten zum Heimattiergarten im Stadtpark, der von einem kirchlichen Trägerverein im Auftrag der Stadt Anklam betreut wird. Das berichtete ein Sprecher der Stadt. Das Ministerium hatte zunächst erklärt, die Tiere hätten einem privaten Halter gehört. Ein Sprecher sprach später lediglich von einer "nicht-kommerziellen Haltung".

Der Fall hat Auswirkungen auf ganz Mecklenburg-Vorpommern. So müssen Geflügelhalter ihre Tiere in Risikogebieten weiter in den Ställen lassen. Nach dem erneuten Auftreten des H5N8-Erregers könne das derzeit geltende Aufstallgebot noch nicht wieder aufgehoben werden, teilte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) mit. Als Risikogebiete gelten Regionen, in denen besonders viele Zugvögel rasten. Experten gehen davon aus, dass Wildvögel das Virus übertragen.

Auch andere Länder melden Fälle

In einem Sperrgebiet in einem Radius von drei Kilometern werde Geflügel nun untersucht, erklärte Amtstierarzt Vogel. Nach Darstellung des Ministeriums sind in dem Drei-Kilometer-Radius 159 Haltungen mit rund 3200 Tieren registriert.

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Seit November 2014 ist damit zum vierten Mal H5N8 im Nordosten aufgetaucht - zuvor war dieser Subtyp nur aus Asien bekannt.  Zuerst war in Heinrichswalde ein Betrieb mit mehr als 30 000 Mastputen betroffen. Zwei Wochen später wurde auf der Insel Ummanz bei Rügen der Erreger bei einem für Untersuchungszwecke abgeschossenen Wildvogel - einer Krickente - nachgewiesen. Anfang Januar trat die Vogelgrippe bei Störchen, Enten und Gänsen im Rostocker Zoo auf. Auch andere Bundesländer und europäische Staaten meldeten H5N8-Fälle.

Minister Backhaus appellierte erneut an Tierhalter, Wildvögeln keinen Zugang zu Futter und Einstreu zu gewähren. Zudem sollten eigene Tiere nicht mit Wasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. (dpa)

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