Vierlinge haben gute Überlebenschancen

Berlin..  Die 65-jährige Annegret K. hat sich nach eigenem Bekunden bereits von ihrer Vierlingsgeburt per Kaiserschnitt erholt. „Mir geht es so weit auch gut“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Die künstlich gezeugten und zwischen 655 und 960 Gramm schweren Frühchen – drei Jungen und ein Mädchen – würden im Krankenhaus bestens versorgt.

„Ich bin jeden Tag bei ihnen, alle hier kümmern sich ganz liebevoll und versorgen die Kleinen sehr gut“, sagte die Berlinerin, die jetzt 17-fache Mutter und siebenfache Großmutter ist.

Das Berliner Krankenhaus beur­teilte die Überlebenschancen der 14 Wochen zu früh geborenen Kinder als gut. Sie werden in einem Brutkasten versorgt und laut Zeitung rund um die Uhr von Spezialisten betreut. Über eine Magensonde würden sie mit Muttermilch ernährt.

Das Bekanntwerden der Schwangerschaft von Annegret R. sorgte im April bundesweit für Aufsehen und auch Kritik. Annegret R. hatte sich in der Ukraine aus Eizell- und Samenspenden im Labor gezeugte Embryonen einpflanzen lassen. Mediziner kritisierten die Entscheidung als sehr riskant und gefährlich für Mutter und Kinder.

Laut Aussagen von Spezialisten hätten die Vierlinge gute Chancen, zu überleben. Lebensbedrohliche Komplikationen gebe es vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt, sagte Prof. Mario Rüdiger vom Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden. „Jeder Tag mehr reduziert das Sterberisiko.“ Die Babys waren mit einem Kaiserschnitt geholt worden, nachdem bei Annegret R. in der knapp 26. Schwangerschaftswoche Wehen eingesetzt hatten. Eine normale Schwangerschaft dauert 40 Wochen. Nach den ersten vier Lebenswochen liege die Überlebenschance für Frühgeborene dieses Stadiums bei mehr als 90 Prozent, sagte Prof. Gerhard Jorch, Leiter der Universitätskinderklinik in Magdeburg. Weit bedeutsamer als das Sterberisiko seien die drohenden langfristigen Schäden, betonte Prof. Matthias Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen.

Gesundes Überleben gefährdet

Zwar könne die Medizin immer jüngere Frühchen retten, nicht aber deren gesundes Überleben sicherstellen. Gerade vor diesem Hintergrund sei das Verhalten der 65-Jährigen unverantwortlich, so Beckmann.