Viele nützliche, aber auch unsinnige Dinge
11.12.2007 | 17:23 Uhr 2007-12-11T17:23:00+0100Washington. Geschenke gehören bei Staatsbesuchen zum guten Ton. Doch was schenkt man dem mächtigsten Mann der Welt, US-Präsident Georg W. Bush?
Seine Staatsgäste haben dieses Problem im vergangenen Jahr nicht immer geschmackssicher aber durchaus originell gelöst: So besitzt der Präsident nun unter anderem ein Paar Husaren-Stiefel im Stil des 17. Jahrhunderts aus Ungarn und einen Seidenteppich, der neben Bushs Familie das Weiße Haus, die Freiheitsstatue, die Wolkenkratzern von New York und den aserbaidschanischen Präsidentenpalast in Baku zeigt. Auch einen Reitsattel aus Pakistan bekam Bush, wie aus der kürzlich von der US-Regierung veröffentlichten Geschenkeliste des Weißen Hauses für 2006 hervorgeht.
Während der frühere thailändische Regierungschef Thaksin Shinawatra mit einer 18-karätigen Cartier-Uhr aus Weißgold und einem Armband aus Krokodilleder für rund 7500 Euro eher auf Protz setzte, versuchte sich der indische Parlamentarier Nirmal Deshpande mit Understatement: Er brachte das günstigste Geschenk mit - ein Schriftstück mit den «sieben sozialen Sünden» vom Freiheitskämpfer Mahatma Ghandi. Die US-Regierung schätzte ihren Wert auf sieben Dollar (rund 4,80 Euro), einen Dollar pro Sünde.
Dass der abstinent lebende Bush weder raucht noch trinkt, ignorierten einige Staatsgäste geflissentlich. Zahlreiche Zigarrenkisten und Humidore aus Südamerika tauchen auf der Geschenkeliste des Weißen Hauses ebenso auf wie ein Set Weißweingläser. Etwas mehr Gedanken machte sich bei der Geschenkeauswahl der belgische Ministerpräsident Guy Verhofstadt. Er überreichte dem begeisterten Radfahrer Bush zwei Radtrikots und Hosen, bedruckt mit der belgischen Flagge und dem Namen des Präsidenten.
Testen konnte Bush seine neuen Trikots auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor, dass ihm der frühere japanische Regierungschef Junichiro Koizumi schenkte. Inspiriert von einem gemeinsamen Besuch in Graceland, dem Wohnhaus von Elvis Presley, überreichte Koizumi dem Präsidenten noch seine persönliche Auswahl an Elvis-Songs. Offenbar mag Koizimi den US-Präsidenten: Die Liederauswahl beginnt mit «I want You, I need You, I Love You» und endet mit «Hawaiian Wedding Song».
Etwas klassischere Musik wählte hingegen der österreichische Präsident Heinz Fischer, der Bush mit einer vollständigen Mozart-Kollektion im Wert von 1276 Dollar überraschte. Bundeskanzlerin Angela Merkel schenkte ihrerseits laut Liste ein Fernglas.
Geschmeide im Wert von 32.000 Dollar
Auch Bushs Stellvertreter Dick Cheney und Außenministerin Condoleezza Rice konnten 2006 üppige Geschenke entgegennehmen. Der Präsident des ölreichen Kasachstan schenkte Cheney eine Uhr für 25. 300 Dollar (17.200 Euro). Der saudische König überreichte seiner Frau und seiner Tochter Schmuck aus Weißgold, Saphiren, Rubinen und Diamanten, der auf insgesamt 100.000 Dollar (68.000 Euro) geschätzt wird. Rice erhielt Geschmeide im Wert von 32.000 Dollar (22.000 Euro) sowie zahlreiche Parfums und Schals.
Nur ein Buch behalten
Anders als der Präsident müssen Cheney und Rice ihre Geschenke traditionsgemäß an die Behörden übergeben. Doch auch Bush hat nach Angaben des Weißen Hauses fast alle Geschenke an den Staat abgetreten. Er habe nur eine Autobiografie von Ghandi sowie ein weiteres Buch über den indischen Freiheitskämpfer behalten. (afp)
12:19
Sie haben natürlich vollkommen Recht. Der Text wurde geändert.
12:09
Während der frühere taiwanische Regierungschef Thaksin Shinawatra. Ich denke Sie meinten thailändische...