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Viele Elektrofahrräder bekommen von "test" die Note "Mangelhaft"

28.05.2013 | 16:21 Uhr
Pedelecs erleben derzeit einen Boom. Doch die Stiftung Warentest bewertete mehr als die Hälfte von 16 getesteten Räder mit mangelhaft. Foto: dpa

München.  Elektrofahrräder sollen Radler eigentlich Arbeit abnehmen. Gehen sie aber schnell kaputt, hat der Besitzer umso mehr Arbeit. Die Gefahr dazu ist groß: In einem aktuellen Test fiel die Hälfte aller Pedelecs durch.

Beim Kauf eines Elektrofahrrads sollten Verbraucher sich nicht allein auf das Fahrgefühl verlassen. Denn das kann trügen: In einem aktuellen Test von ADAC und Stiftung Warentest fielen 9 von 16 Pedelecs durch. Und das, obwohl die Testpersonen von den Elektrorädern beim Fahren ganz angetan waren, sagte Stefan Grabmaier vom ADAC. Der Projektleiter rät Verbrauchern deshalb, nicht nur eine Testfahrt zu machen, sondern sich umfangreich beraten lassen. Denn es kommt hinzu: "Weder Hersteller noch Preis sind ein Indiz für gute Qualität."

Mit Onlinekäufen sollten Verbraucher vorsichtig sein: Denn dann entfällt die Probefahrt. Im Test machte Grabmaier mit einem Onlineprodukt schlechte Erfahrungen: Es wurde mit defekten Akkus geliefert - und auch bei der Nachlieferung blieben die Akkus defekt. Da Grabmaier und seine Kollegen es dadurch nicht prüfen konnte, landete das Rad als Verlierer auf dem letzten Platz. "Wenn man bei neun "mangelhaft" überhaupt von einem Verlierer sprechen kann", sagte Grabmaier. Neben diesen neun "mangelhaft" gab es im Test zweimal "ausreichend", dreimal "befriedigend" und nur zweimal "gut".

Drohende Lenker- oder Rahmenbrüche sind schwer zu erkennen

Aber selbst, wenn Verbraucher das Rad im Laden unter die Lupe nehmen: Drohende Lenker- oder Rahmenbrüche lassen sich nicht erkennen. An einigen anderen Testkriterien von ADAC und Stiftung Warentest können sich Käufer allerdings entlang hangeln. Dazu gehört die Handhabung: Wie einfach lässt sich das Rad einstellen, wie lässt sich der Akku montieren? Wie schwer ist das Fahrrad - kann ich es im Notfall einige Treppenstufen hochtragen? Hat das Rad eine CE-Kennzeichnung? Und wie laut ist der Motor? Denn ein Summen kann nach einiger Zeit lästig werden, erklärte Grabmaier.

Video
München, 28.05.13: Das Gesamtbild beim ADAC-Pedelecs-Test war erschreckend – neun der 16 geprüften Räder fielen wegen eklatanter Mängel wie brechender Lenker und Rahmen oder schlechter Akkus glatt durch. Testsieger wurde das "Stevens E-Courier SX".

Außerdem sollten Kunden den Verkäufer fragen, wie lang es dauert, den Akku zu laden, und für welche Strecke er reicht. Im Test schwankte die Reichweite der Räder zwischen 25 und 75 Kilometern. Der ADAC rät zu einer Mindestreichweite von 50 Kilometern. Und den Akku zu laden, dürfe nicht länger als 3,5 Stunden dauern.

Hydraulikbremsen sind nicht so fehleranfällig

Auch die Bremsen können die Käufer selbst ausprobieren. Hier gab es im aktuellen Test eine gute Nachricht: Im Vergleich zum Test von 2011 habe sich hier etwas getan, so Grabmaier. "Viele haben gut gebremst." Allerdings sollten Käufer eine Hydraulikbremse wählen. Die Räder, die im Test schlecht bremsten, waren allesamt noch mit einer Seilzug-Technik ausgestattet.

Vom Fahrrad zum Pedelec

Pedelecs sind Fahrräder, bei denen ein Elektromotor den Radler unterstützt, solange er in die Pedale tritt. Solche Modelle mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h sind nicht versicherungspflichtig. Der Motor kann das Treten nicht ersetzen - anders als bei E-Bikes. (dpa)


Kommentare
01.06.2013
17:16
Nicht nachvollziehbare Ergebnisse
von melr | #5

Komischer Test. Da wurden wie Lenker von Cityrädern mit extremen Biegekräften belastet, als würde der Fahrer damit einen Mountainbike-Downhillkurs runter brettern. So ein Schwachsinn.

Es ist klar, dass die Hersteller die Räder dem Einsatzzweck entsprechend anpassen. Dass bei einem Tiefeinsteiger- Damenrad keine Brutalobremsen montiert sind ist ebenso verständlich wie leichte Lenker, mit denen man dann eben auch keine Querfeldeinfahrten unternehmen sollte.

Pedelecfahrer sind zudem zu fast 100% gemütliche Fahrer, die sich vom Motor auf 15-20Km/h schieben lassen, wie man in der City wunderbar sehen kann. Wenn wer schnell unterwegs ist, dann die jungen Erwachsenen ohne Motor.

TEST würde wahrscheinlich auch einen Ferrari mangelhaft bewerten, weil der im Gelände versagt ...

Die Praxis der Pedlecs zeigt, dass man mit dem Modell eines seriösen Herstellers keine Probleme zu erwarten hat. Wer ganz sicher gehen will, kann sich ja einen Lenker aus dem Downhill-Bereich montieren ...

30.05.2013
19:15
Viele Elektrofahrräder bekommen von
von tomatenkiller_neo | #4

Hollandrad mit 3 Gangschaltung und Rücktritt - und gut ist ....

29.05.2013
09:57
Viele Elektrofahrräder bekommen von
von Pit01 | #3

Jetzt weiss ich auch warum dafür Helmpflicht gefordert wird....

29.05.2013
08:53
Wenn der ADAC mal...
von FernerBeobachter | #2

... Autos genauso gründlich prüfen würde wie Fahrräder,...

29.05.2013
07:20
Viele Elektrofahrräder bekommen von
von Welperaner | #1

Ich habe mir den Test komplett durchgelesen. Da hat ein Kalkhofff-Rad fast immer als bestes Rad abgeschnitten, stört aber angeblich den Polizeifunk innerhalb 100 m?!? Außerdem wurde bemängelt, dass es eine Rücktrittbremse hat und somit keinen Freilauf. Ergebnis Platz 6 mit 4,2! Soll das ein Witz sein? Wir haben Kalkhoff-Räder und sind damit mehr als zufrieden. Ich würde sagen, der Mercedes unter den e-bikes!

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