Vermisster HSV-Manager Timo Kraus - Familie muss vielleicht jahrelang auf Geld der Versicherung warten

Timo Kraus (44) wird seit mehr als drei Wochen vermisst.
Timo Kraus (44) wird seit mehr als drei Wochen vermisst.
Foto: Hans Blossey/WAZ FotoPool
  • HSV-Manager Timo Kraus (44) wird seit mehr als drei Wochen vermisst
  • Suche blieb bisher ohne Erfolg
  • Die Familie des Managers muss womöglich jahrelang auf die Auszahlung einer Lebensversicherung warten

Hamburg. Timo Kraus wird seit mehr als drei Wochen vermisst. In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar verschwand der HSV-Manager nach einer Party an den Landungsbrücken spurlos.

Derzeit hat die Polizei wenig Hoffnung, den 44-Jährigen zu finden. Die Tauchereinsätze am Hamburger Hafen brachten keine Ergebnisse, die Suche nach dem Taxifahrer von Kraus war ein Fehlschlag. Die aktive Suche nach dem HSV-Manager wurde eingestellt.

Große Belastung für Familie von Timo Kraus

Für die Familie von Kraus dürften die letzten Wochen eine große Belastung gewesen sein. Dazu kommen zahlreiche bürokratische Hürden, die trotz der Trauer angegangen werden müssen.

Besonders problematisch: Sollten die Behörden Kraus nicht finden, muss seine Familie unter Umständen jahrelang auf die Auszahlung einer Lebensversicherung warten.

Muss die Familie von Timo Kraus zehn Jahre warten?

Denn wenn Kraus nicht auftaucht, wird erst nach zehn Jahren ein Totenschein ausgestellt. Das schreibt das „Verschollenheitsgesetz“ vor.

Dort heißt es: „ Die Todeserklärung ist zulässig, wenn seit dem Ende des Jahres, in dem der Verschollene nach den vorhandenen Nachrichten noch gelebt hat, zehn Jahre oder, wenn der Verschollene zur Zeit der Todeserklärung das achtzigste Lebensjahr vollendet hätte, fünf Jahre verstrichen sind.“

Es gibt eine Lücke

Und ohne eine Sterbekunde kann eine Versicherung normalerweise nicht zahlen. „Die Versicherung verlangt dazu verschiedene Dokumente, darunter die Sterbeurkunde und sehr häufig auch die Bescheinigung über die Sterbeursache,“ Bianca Boss vom „Bund der Versicherten der „Hamburger Morgenpost“.

Es gibt allerdings eine Lücke im Gesetz. Wenn die Polizei zu dem Schluss kommt, dass Kraus gestorben ist, kann er auch schon vor Ablauf der zehn Jahre für tot erklärt werden. Dann würde eine Versicherung die nötige Summe zahlen.

(fel)

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