Verfahren wegen Tierquälerei seit 2009 stark angestiegen

Nicht allen Kühen geht es so gut wie diesen. Bei der Haltung von Kühen in Mastbetrieben wurden die meisten Verstöße wegen Tierquälerei registriert.
Nicht allen Kühen geht es so gut wie diesen. Bei der Haltung von Kühen in Mastbetrieben wurden die meisten Verstöße wegen Tierquälerei registriert.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Fast verdoppelt hat sich die Anzahl der Verfahren wegen Tierquälerei in den letzten vier Jahren. Besonders im Fokus stehen Rindermastbetriebe.

Berlin.. In Deutschland hat die Zahl der Verfahren wegen Tierquälerei laut einem Bericht deutlich zugenommen. Zwischen den Jahren 2009 und 2013 seien fast doppelt so viele Verstöße gegen Tierschutz-Vorschriften registriert worden, zitiert die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" aus einer Antwort der Bundesregierung. Anlass war eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Nach Angaben des Bundeslandwirtschafts-ministeriums seien 2013 die meisten Verstöße in Rindermastbetrieben verzeichnet worden. Beanstandet wurden demnach in erster Linie die Unterbringung der Tiere, die Bewegungsfreiheit, verbotene Futtermittel, aber auch Verstümmelungen und fragwürdige Zuchtmethoden.

Grünen-Politikerin Bärbel Höhn sieht Zahlen als Warnsignal

Im Jahr 2013 seien 10.054 Tierhalter von den Behörden aufgefordert worden, zum Teil eklatante Verstöße sofort abzustellen. Im Jahr 2009 seien es 5284 Fälle gewesen. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der Bußgeld- oder Strafverfahren von 827 Fällen auf 1557 gestiegen.

Hitze Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, sieht in den steigenden Zahlen ein Warnsignal. "Es ist gut, wenn beim Tierschutz genauer hingeschaut und auch durchgegriffen wird. Gut möglich, dass auch der immense Preisdruck dazu führt, dass es manche Betriebe mit dem Tierschutz nicht so genau nehmen", sagte Höhn der Zeitung. (dpa)