Verein macht Rückzieher - Kein Vertrag für Vergewaltiger

Ched Evans, ausgebildet bei Manchester City.
Ched Evans, ausgebildet bei Manchester City.
Foto: imago sportfotodienst
Was wir bereits wissen
Der Druck von Sponsoren wurde zu stark: Der englische Club Oldham Athletic wird den wegen Vergewaltigung verurteilten Ched Evans nicht verpflichten.

London.. Darf ein Fußballprofi seinen Beruf weiter ausüben, auch wenn er ein Vergewaltiger ist? Die britische Internet-Öffentlichkeit findet: nein. Nachdem der walisische Stürmer Ched Evans (26) ein Angebot des Drittliga-Clubs Wigham Athletic bekommen hatte, sah sich der Verein Druck von allen Seiten ausgesetzt. Zehntausende unterzeichneten binnen kurzer Zeit eine Onlinepetition, in der sie Oldhams Besitzer Simon Corney auffordern, Evans keine zweite Chance zu geben. Mehrere Sponsoren drohten, ihre Unterstützung zu beenden, und selbst Premierminister David Cameron ließ verlauten, dass man „sich die Entscheidung sehr genau überlegen müsse“, weil „Fußballer eine Vorbildfunktion ausüben“. Nun wurde der Druck zu groß, der Verein zog sein Angebot an Evans zurück.

Für den Spieler wäre ein Vertrag der ersehnte Neuanfang gewesen. Im Oktober war er aus dem Gefängnis entlassen worden. Ein Gericht hatte ihn schuldig gesprochen, 2011 in einem Hotel eine 19-jährige, stark betrunkene Kellnerin vergewaltigt zu haben.

Seit seiner vorzeitigen Entlassung zur Bewährung klopfte Evans bei mehreren Vereinen an. Doch Proteste von Fans und Sponsoren verhinderten bereits dreimal seine Rückkehr in den Profifußball. Ein Vergewaltiger, so die öffentliche Meinung, gehöre nicht in ein Stadion.