Verdacht auf Schleichwerbung bei "Wetten, dass...?"
13.01.2013 | 18:47 Uhr 2013-01-13T18:47:00+0100
Mainz. Der Bruder von Thomas Gottschalk, Christoph Gottschalk, soll mit verbotener Schleichwerbung in der Unterhaltungsshow Millionen Euro kassiert haben. Die Kette außergewöhnlicher Firmenplatzierungen bei „Wetten, dass..?“ ist lang. Jetzt will das ZDF die Vorwürfe prüfen.
Mit Schleichwerbung soll Thomas Gottschalks Bruder über Jahre Millionen kassiert haben. Die Absprache: Christoph Gottschalk öffnet großen deutschen Firmen wie Mercedes, Solarwelt und Audi die Bühne der beliebtesten deutschen Unterhaltungssendung „Wetten, dass..?“. Die Firmen zahlen Millionen, und im Gegenzug schwärmt Bruder Thomas werbewirksam vor einem Millionenpublikum im öffentlich-rechtlichen ZDF. Behauptet der „Spiegel“ und zitiert aus geheimen Vertragsunterlagen zwischen der Gottschalk-Firma Dolce Media (DM) und den Sponsoren.
Beispiel DaimlerChrysler: Von 2003 bis 2006 soll DaimlerChrysler pro Staffel 1.250.000 Euro plus Mehrwertsteuer an DM gezahlt haben. Außerdem wurden geliefert: diverse Mercedes A-Klasse als Hauptgewinn in der Sendung und ein Mercedes-Benz „für Herrn Gottschalk zur Nutzung in Europa“ (Etwas, was sein Nachfolger Markus Lanz kategorisch ablehnt). Dafür darf Daimler in seinen Autohäusern mit Zusammenschnitten aus der Sendung werben.
Und mitreden. „DM wird sich ... bemühen, dass in den ZDF-Sendungen keine Pkw von Mitbewerbern gezeigt werden“, soll in den Verträgen gestanden haben. Werbung zur besten Sendezeit war wichtig. Illegal, weil den Öffentlich-Rechtlichen nach 20 Uhr Werbung verboten ist.
Als Geschäftszweck nennt DM die „Vermittlung von Sonderwerbeformen“, und Christoph Gottschalk soll im Lagebericht 2001 gesagt haben: „Der Zuschauer ist zunehmend genervt durch die Werbeeinblendungen, denen er sich durch Zapping zu entziehen versucht“. Firmen müssten sich etwas einfallen lassen, um Kunden zu erreichen. Einfallsreich, so scheint’s, war vor allem Christoph Gottschalk.
Solarworld zahlt für die Sendesekunden
Beispiel Solarworld: Eine Million Euro soll die Firma 2010/11 gezahlt haben. Plus Dächer für die Gewinnaktion in der Show. „Man zahlt für die Sendesekunden“, sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck dem „Spiegel“, „dass das Solarworld-Dach in der Sendung einem Millionenpublikum gezeigt wird“.
Kritik an der „Dauer-Werbesendung „Wetten, dass ...?“ wird seit Jahren immer wieder laut. Zugegeben: Der Moderator als Werber in eigener Sache – Thomas Gottschalk war bis 2009 Gesellschafter in der Firma seines Bruders Christoph – hinterlässt ein Geschmäckle.
Die Kette außergewöhnlicher Firmenplatzierungen bei „Wetten, dass..?“ ist lang. Über Jahre standen Gummibärchen auf dem Couch-Tisch. Gottschalk pries seine Goldbärchen an und verdiente nebenbei Millionen als Werbepartner. David Beckham durfte angeblich absprachegemäß das neue Handy seines Sponsors in der Sendung aus der Tasche ziehen und Gattin Posh anrufen. Der Bierbrauer Warsteiner soll 1,2 Millionen Euro gezahlt haben, um bei einer Außenwette im Wohnzimmer der Zuschauer zu erscheinen.
Privatautos für die Gottschalks
2009 soll Christoph Gottschalk an einem Millionen-Geschäft mit BMW gearbeitet haben. Neben Privatautos für die Gottschalks soll es folgende Absprache laut „Spiegel“ gegeben haben: „Dem ZDF ist bewusst, dass Wetten rund um das Auto große Anziehungskraft haben. DM und BMW werden deshalb gemeinsam Wetten, dass..?-taugliche Wettideen rund um das Thema Automobil entwickeln.“
Der Vertrag kam nicht zustande, weil Audi nach wie vor als Sponsor auftritt. Doch solche Sätze werfen im Zusammenhang mit dem tragischen Unfall von Samuel Koch im Dezember 2010 neue Fragen auf. Wie kam der nicht gerade kleine A8 in die Sendung? Die Limousine, über die Koch stürzte.
Dem ZDF liegen keine Erkenntnisse über Schleichwerbung vor
2010 hat Kochs Agentur eine Wette mit Stelzen angeboten. Neben Teller-zertreten und Kästen-stapeln war auch eine Autowette dabei. Anfangs, so schreibt Koch in seinem Buch „Zwei Leben“, habe er sich die Fahrzeuge so vorgestellt: „Fahrrad, Motorrad, Golfcart und als größten Brocken einen Kleinwagen, wie etwa ein Smart“. Laut Koch war das dem ZDF-Team zu wenig, er selbst habe auch keine langweilige Nummer abliefern wollen. Irgendwann war der Audi da. „Ein Beweis für Product-Placement fehlt“, schreibt der Spiegel. Merkwürdigkeiten blieben.
„Dem ZDF liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass im Zusammenhang mit der Präsentation von Gewinnspielpreisen Schleichwerbung bei „Wetten, dass..?“ stattgefunden hat“, erklärt ZDF-Sprecher Peter Gruhne gegenüber dieser Zeitung. Man werde den Vorwürfen aber nachgehen.

09:49
Soweit ist es mittlerweile! Solche "Enthüllungen" erschrecken niemanden mehr, im Gegenteil, sie werden als eine Art "Kavaliersdelikt" abgetan. Ich empfinde es als unerträglich, mit welcher Selbstverständlichkeit, solche Machenschaften zur Kenntnis genommen werden. Wie soll man unseren Kindern noch Werte vermitteln, wenn die, die eigentlich Vorbildfunktion haben sollten, dermassen, ohne jedes maßhalten, absahnen!
08:37
Bis vor einigen Jahren gab es die Tagesschau und die Zeitung, sofern aboniert. Heute gibt es massenhaft Medien wie auch dieses Onlineportal, die mehrmals täglich neues Futter brauchen.
Zudem ist Deutschland irgendwie in eine Skandalgeilheit gerutscht. Das Volk sabbert regelrecht nach neuen Enthüllungen, um seinen eigenen Lebensfrust an den Reichen und Schönen auslassen zu können.
Die Schleichwerbung in den großen Shows überrascht ja wohl niemanden. Vor allem hat da auch von den Zuschauern keiner groß etwas dagegen, zumindest wenn es keine direkten Werbeunterbrechungen gibt.
Diese Werbemauschelei ist ja nun wirklich keine Enthüllung. Dieser Art Beraterverträge usw. durch Verwandte beherrschen Politiker wie Unternehmer ja virtuos. Das hat jeder im Alltag, wo der Vermieter seine eigene Tochterfirma zum Zählerablesen schickt usw.
Solange man der Liebling der Nation ist, geht das ja auch. Aber wehe, man wird zum öffentlichen Abschuss frei gegeben ...
08:28
Die Kampagne von WAZ, Spiegel und Co ist durchsichtig. Es gilt, die Marktanteile von RTL zu stärken. Nachdem das ZDF im letzten Jahr Marktführer wurde, wird ein Trommelfeuer gegenüber dem Wettbewerber eröffnet. Journalisitische Unabhängigkeit sieht anders aus. Die Werbeaktivitäten der Gebrüder Gottschalk war allen bekannt, die Auswüchse wurden bereits vor einiger Zeit abgestellt. Nachdem Gottschalk von RTL nicht aktiviert werden konnte, wird er und sein Bruder jetzt zur Schlachtbank geführt.
07:15
"Wetten Das" vom ZDF und "Das Dchungelcamp" von RTL kämpfen um Marktanteile. Die unternehmerische Stimmenmehrheit beim SPIEGEL besitzt der Bertelsmannkonzern, zu dem auch RTL gehört. Wenn SPIEGELonline also täglich Werbung für den Dchungelcampschwachsinn macht und parallel die Printausgabe mit bereits bekannte Vorwürfe massiv gegen "Wetten das" vorgeht, stecken sicherlich auch wirtschaftliche Interessen des Bertelsmannkonzerns dahinter. Eine journalistische Aufklärung vom SPIEGEL, das inzwischen fast alle Sendeformate der Bertelsmannsender RTL, RTL2, RTL-SUPER oder VOX gefakt und nach Drehbuch ablaufen , kann man daher wohl nicht erwarten. SPIEGELtv, aber auch STERNtv, sind ebenfalls wirtschaftlich abhängig von den Bertelsmannsendern.
06:42
Böse Gottschalks. Böse, böse Gottschalks. Haben die Kuh tatsächlich gemolken, nein, was ist das böse!
Gruß
06:28
Das kotzt einen doch nur noch an ........
werden den hier alle von den Privatsendern gesponsert. Nur weil keiner mit seinem Mist, ob Dschungelcamp, DSDS, Bauer sucht Frau oder Wer wird Millionär, seit Jahren gegen die Quoten von Wetten dass ankommt wrd gegen alles gewettert. Meint eigentlich irgendjemand das bei einer Sendung in der irgenwas verlost wird ohne Schmu abgeht. Das ándere Autofirmen ncht zahlen damit ihre Autos verlost werden, dann trämut weiter. Bitte nicht falsch verstehen, dagegen muss man vorgehen aber jetzt nicht Wetten dass verteufeln
02:43
Neinnnnnnnnnnnnnnnnnn Wirklich.Ich bin entsetzt..
23:35
Wieso Verdacht?
Heißt Schleichwerbung deshalb Schleichwerbung, weil sich die Werbung einschleicht? Und das so still und leise, dass das ZDF nichts gemerkt haben will? Jedem einigermaßen intelligenten Regieassistenten ist das aufgefallen. ebenso den Zuschauern. Sehr interessant sind immer die Nahaufnahmen der Firmensymbole, die überhaupt nichts mit der Sendung zu tun haben. Das gleiche Theater finde ich in fast allen Sendungen, insbesondere bei den Kriminalsendungen. Da fährt der Kommissar durch die Landschaft und am Tatort gibt es eine Nahaufnahme. Kein Schmutz, kein Dreck, sogar die Laufflächen der Reifen sind sauber und pechschwarz. Die müssen vor der Nahaufnahme mit Schuhcreme dran gegangen sein.
Am meisten musste ich bei den beiden Folgen über Rommel lachen. Der Oldtimer war auch nach der Fahrt quer durch Deutschland bis in die Normandie immer picobello sauber.
Mein Wagen ist nach der Autowäsche nach einer Fahrt von nicht ganz 10 km bei trockenem Wetter schon dreckiger.
21:13
War "Wetten dass...?" nicht schon immer eine Werbesendung für Filme, CDs, Bücher, Fernsehauftritte etc. der Gäste?
20:54
Immer noch besser als Spurenelemente von Programm in Dauerwerbesendungen ...