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America’s Cup

US-Sieg beim America's Cup - Das Wunder von San Francisco

26.09.2013 | 18:18 Uhr
US-Sieg beim America's Cup - Das Wunder von San Francisco
Sir Ben Ainslie vom Oracle Team USA stemmt den America's Cup in San Francisco.Foto: afp

San Francisco.   Es sprach alles gegen sie, die Segler des Oracle-Katamarans. Sie lagen hinter der neuseeländischen Konkurrenz weit zurück, zu weit, wie es schien. Doch dann legte das Team um Jimmy Skiphill eine beispiellose Aufholjagd hin - und gewann die berühmteste Segelregatta der Welt, den "America's Cup".

Von „Wunder“ ist die Rede, von einem „historischen Ereignis“ und „vom größten Comeback in der Geschichte des Sports“. Die Menschen in den USA jedenfalls sind begeistert. Nicht weil ihr Land wieder einmal den America’s Cup gewonnen hat. Das ist schließlich schon oft passiert. Es ist die Art und Weise, wie das Team von Larry Ellison, milliardenschwerer Boss der Firma Oracle, die älteste und berühmteste Segelregatta der Welt nach hoffnungslos scheinendem Rückstand doch noch für sich entscheiden konnte.

1:8 liegen sie nach Siegen zurück, die Männer um Skipper James „Jimmy“ Spithill und ihr Boot „Oracle“ – benannt nach der Firma des Geldgebers Larry Ellison: Nur ein Sieg fehlt den Konkurrenten aus Neuseeland bei den Finalläufen noch, um den hässlichen Silberpokal mit nach Hause zu nehmen. In Auckland stellen sie schon Champagner kalt.

Es ist eine Sensation, die sich da anbahnt, außerhalb der Segelwelt aber wenig Beachtung findet. Selbst in den USA, wo die Duelle zwischen Titelverteidiger USA und den Herausforderern aus Neuseeland mit unglaublichem Aufwand im TV gezeigt werden, hält sich das Interesse in Grenzen. Und im Rest der Welt hat die 34. Auflage dieses Schiff-gegen-Schiff-Duells bisher nur einmal für Schlagzeilen gesorgt – als der britische Olympia-Segler Andrew Simpson in Diensten eines schwedischen Teams bei den Vorausscheidungen nach einem Unfall auf See stirbt.

200 Millionen hat Oracle-Boss Ellison in das Projekt gesteckt

Am Ende siegt das neuseeländische Team um Skipper Dean Barker bei diesen Vorausscheidungen. Und es siegt zunächst auch bei den Finalrennen vor San Franciso, führt erst 6:0, dann 8:1. Hobby-Segler wundern sich, Experten sind fassungslos. 200 Millionen hat Ellison, angeblich fünftreichster Mann der Welt, in das Projekt gesteckt. Damit hat er eine Mannschaft aus Olympiasiegern zusammengekauft, hat immer wieder an seinem Boot feilen lassen. Und nun führen ihn die „Kiwis“ vor. Zu langsam ist das US-Boot, zu schwerfällig bei den Wenden. Alles scheint gelaufen, nur Spithill bleibt optimistisch: „Wir können noch gewinnen.“

Crewmitglieder werden ausgewechselt, die Taktik wird geändert, das Boot neu justiert. Punkt für Punkt holen die „Oracle-Boys“ auf. Nun wächst auch das Interesse in der Bevölkerung. Wer einschaltet, merkt schnell: Der 34. America’s Cup ist ein besonderer. Mit Katamaranen, die so groß sind wie nie. Aerodynamisch durchgeplant, gebaut mit High-Tech-Materialien und so schnell, dass die Crew längst Pilotenhelme trägt und per Sprechfunk kommuniziert.

44 Sekunden früher sind die Amerikaner im Ziel

Dennoch ist es manchmal die Natur, die entscheidet. Im zwölften Rennen liegen die Neuseeländer uneinholbar vorne, stehen kurz vor dem entscheidenden Punktgewinn, als sie eine Meile vor dem Ziel in eine Flaute geraten und das Zeitlimit überschreiten. Zwei weitere Wettfahrten werden wegen zu starken Windes abgebrochen – in beiden führen die Herausforderer.

So aber müssen sie miterleben, wie die „Oracle“ Punkt um Punkt aufholt und gleichzieht. Auch im alles entscheidenden Rennen geht es spannend zu. Lange Zeit führen die Neuseeländer, müssen die „Oracle“ dann aber davonziehen lassen. 44 Sekunden früher sind die Amerikaner schließlich im Ziel und feiern schon auf einem Trampolin, als die Konkurrenz einläuft. Vielleicht auch, weil die Strategie, die ihr Cheftaktiker Ben Ainslie sich für das Finale ausgedacht hatte, bewusst schlicht gehalten war: „Arbeitet euch den Arsch ab.“ Kann aber auch sein, dass die neu konstruierten Tragflächen des US-Bootes den America’s Cup am Ende entschieden haben. Sie stammen, wie zu hören ist, aus Neuseeland.

Andreas Böhme



Kommentare
26.09.2013
20:35
US-Sieg beim Americas Cup - Das Wunder von San Francisco
von bloss-keine-Katsche | #1

Das Schiff war schon sehr teuer!
aber vielleicht waren da auch noch einige Millionen für das Wunder übrig!

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