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Luftgitarre

US-Amerikaner gewinnt die Luftgitarren-WM in Finnland

24.08.2012 | 23:44 Uhr
US-Amerikaner gewinnt die Luftgitarren-WM in Finnland
Justin "Nordic Thunder" Howard ist der neue Weltmeister im Luftgitarre-Spielen.Foto: afp

Oulu.   "Make Air, not War" - unter diesem Motto wurde jetzt im finnischen Oulu die 17. Weltmeisterschaft im Luftgitarre-Spielen ausgetragen. Dabei war auch die deutsche Titelverteidigerin Aline Westphal. Die Studentin wurde in einem Uni-Seminar mit dem Gitarre-ohne-Gitarre-Spiel-Virus 'infiziert".

Die Hildesheimer Studentin Aline Westphal hat ihren Titel bei der Luftgitarren-WM nicht verteidigen können. Geschlagen geben musste sie sich am Freitagabend im finnischen Oulu Justin "Nordic Thunder" Howard aus den USA. Westphal landete auf dem achten Platz. Mit dem Künstlernamen "Devil's Niece" (Teufels Nichte) hatte die 27-Jährige im vergangenen Jahr als erste Deutsche den Weltmeistertitel im Luftgitarren-Spielen gewonnen.

Die Ausgangslage in diesem Jahr sei schwieriger, hatte sie bereits vor dem Wettkampf erklärt. Im letzten Jahr habe niemand mit ihr gerechnet. Diesmal seien die Erwartungen da, "einfacher mache es das nicht".

Westphal gehört zu einer Gruppe von Studierenden an der Universität Hildesheim, die den Luftgitarrensport in einem Seminar des Kulturwissenschaftlers Mathias Mertens entdeckt haben. Durch die Aktivitäten von Mertens haben sich nach eigenen Angaben die Anhänger des Sports in Deutschland verdoppelt.

"Überwältigtsein durch dieses Instrument"

Das Luftgitarrespielen als Kunstform ist nach Auffassung von Mertens als Reaktion auf ein bestimmtes Bühnengeschehen entstanden. Dabei drücke sich die Ästhetik der E-Gitarre aus und vor allem das "Gefühl vom Überwältigtsein durch dieses Instrument", sagte er mit Blick auf die Luftgitarren-Weltmeisterschaft, die am Wochenende unter deutscher Beteiligung in Finnland ausgetragen wird, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd.

Die Elektrifizierung der Gitarre habe die Musik komplett umgekrempelt, sagte Mertens. Vorher sei sie ein Instrument gewesen, das zu leise war und deshalb nur im Hintergrund laufen konnte. Die Menschen auf der Bühne und im Publikum hätten plötzlich auf die Intensität des Instruments reagiert und sich förmlich erschlagen gefühlt von der Wucht des bis dahin unbekannten Sounds. Zuerst hätten Musiker angefangen dieses Überwältigtsein auch körperlich zum Ausdruck zu bringen.

Mit 400-Meter-Sprint vergleichbar

Die hätten gemerkt: "Oh Gott, was habe ich denn mit diesem Instrument für einen Einfluss" und begonnen, immer mehr Posen zu machen. "Chuck Berry ist für mich der Erfinder dieses extremen Ausdrucks beim Gitarrenspiel auf der Bühne", sagte Mertens.

Luftgitarre zu spielen, sei sehr intensiv, sagte Mertens. Unter Wettkampfbedingungen bereite jeder Teilnehmer eine einminütige Choreographie vor, die mit einem 400-Meter-Sprint vergleichbar sei.

Der Kreis der professionellen Luftgitarristen sei bisher noch überschaubar. In den USA gebe es etwa 50 Protagonisten. Auf 15 bis 20 Künstler schätzt der Medienwissenschaftler die deutsche Szene, die sich "durch meine Aktivitäten an der Uni Hildesheim bereits verdoppelt habe", sagte Mertens. (afp)


Kommentare
25.08.2012
22:03
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

25.08.2012
16:50
US-Amerikaner gewinnt die Luftgitarren-WM in Finnland
von aufkoks | #3

Ein unglaublich wichtiger Bericht. Er rettet den Weltfrieden und löst die € Krise.

25.08.2012
10:53
US-Amerikaner gewinnt die Luftgitarren-WM in Finnland
von Der.Marlboro.Mann | #2


Na klar, die Turnschuhnation kann am besten mit "heißer Luft" umgehen. :-)

25.08.2012
09:57
US-Amerikaner gewinnt die Luftgitarren-WM in Finnland
von donjon | #1

Der Amerikaner hat aber auch nur gewonnen, weil ich nicht an dem Wettbewerb teilgenommen habe. *fggg*

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