Urlaub statt Knast - letzte Chance für Jugendliche
26.02.2009 | 15:27 Uhr 2009-02-26T15:27:00+0100
Essen. Teenager außer Kontrolle: Seit gestern schickt RTL wieder Jugendliche in den Wilden Westen, damit sie ihr Leben auf die Reihe bekommen. DerWesten sprach mit Jörg Ziegenspeck, Professor für Erlebnispädagogik, darüber, warum "Urlaub statt Knast" für einige Jugendliche die letzte Chance ist.
Sechs Jugendliche werden in der Sendung „Teenager außer Kontrolle“ in den Wilden Westen der USA geschickt, um mittels der „Gestalttherapie“ zu lernen, mit ihren Aggressionen umzugehen. Zunächst einmal generell: Wann ist eine solche intensivpädagogische Maßnahme sinnvoll?
Jörg W. Ziegenspeck: Um diese Frage zu beantworten, muss man sich zunächst die Historie der Jugendarbeit anschauen. Die Sozialpädagogik musste mit ihren Konzepten oft schmerzliche Erfahrungen sammeln. Sie wollte neuen Problemen mit alten Methoden begegnen. Es gelang nicht, schwierige Jugendliche aus ihrer Szene zu lösen – außer durch die geschlossene Unterbringung. In dem Maße, wie die Sozialpädagogik konzeptionell an ihre Grenzen stieß, wurde die Suche nach Alternativen notwendig. Das war vor etwa 25 Jahren der Fall und markiert den Zeitpunkt, wo der Erlebnispädagogik starke Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Projekte im Ausland sind für extrem schwierige Jugendliche sinnvoll, weil sie sich in einem sozial isolierten Raum ihren Problemen stellen müssen. Auf einem Schiff zum Beispiel kann der Jugendliche nicht weglaufen. Und er merkt, dass er – und die ganze Gruppe – nicht zur nächsten Insel kommt, wenn er keinen Bock hat. Er lernt dort also durch die gemeinsame Sache, durch den Ernstcharakter der Unternehmung und nicht durch den erhobenen Zeigefinger eines Pädagogen.
Urlaub statt Knast
Auslandsmaßnahmen stehen oft in der Kritik, Stichwort „Urlaub statt Knast“. Warum?
Ziegenspeck: Weil dort, wo Geld zu verdienen ist, auch Schindluder getrieben wird. Gerade in der Anfangsphase der Erlebnispädagogik konnte man mit solchen Projekten eine Menge Geld verdienen. Jugendämter mussten extrem schwierige Jugendliche unterbringen und waren entsprechend bereit, viel Geld für eine Maßnahme zu zahlen. Dabei spielte eine Rolle, für die Schwierigsten der Schwierigen einen „Tapetenwechsel“ zu ermöglichen – je weiter weg, desto besser. Doch das Ausland ist nur ein dann gutes Konzept, wenn es ein pädagogisch begründetes Argument bleibt. Wenn Jugendliche also in Lappland überwintern, mit den Beduinen durch die Wüste ziehen oder - wie ein Jugendlicher es gemacht hat - mit seinem Betreuer von Marokko nach Regensburg mit dem Fahrrad gefahren ist, dann kann das erzieherisch sehr sinnvoll sein.
Es geht darum, andere Kulturen kennen zu lernen, in denen man zunächst ein Fremder ist. Und es geht darum, in anderen Landschaften zurecht zu kommen, die man nicht kennt. Nur dann ist ein Auslandaufenthalt ein pädagogisches Argument, wenn Land und Leute als Herausforderung zur Selbstreflexion begriffen werden. Es gibt viele Camps auf der Welt, die erlebnispädagogische Maßnahmen anbieten. Aber die gibt es auch in Deutschland, dafür muss ich den Jugendlichen nicht nach Spanien schicken.
Sie kritisieren, dass es an einheitlichen Standards mangelt...
Ziegenspeck: ... ich kritisiere vor allem, dass die Kontrolle fehlt. Die Maßnahmen im Ausland passieren im rechtsfreien Raum, eine Heimaufsicht über die deutschen Grenzen hinaus gibt es nicht.
Sendung ist problematisch
Und was halten Sie von der Sendung „Teenager außer Kontrolle“?
Ziegenspeck: Ich habe die Sendung noch nie gesehen, kann mir aber vorstellen, dass ein Bild entworfen wird, das nicht der Realität entspricht. Medienwirksamkeit hat meistens nichts zu tun mit der Wirklichkeit. Und die Wirklichkeit von schwierigen Kindern und Jugendlichen „ins Bild“ zu rücken, dürfte sehr problematisch sein.
Welchen Werdegang haben Jugendliche hinter sich, wenn Sie in einer solchen Maßnahme landen. Ist es oft die „letzte Chance“?
Ziegenspeck: Für die Jugendlichen ist das oftmals die „Endstation“ vor dem Erreichen des 18. Lebensjahres. Die sozialpädagogische Intensivbetreuung kommt in der Regel nur für Jugendliche in Frage, die alle anderen Angebote bereits durchlaufen beziehungsweise hinter sich haben. Oft haben sie gar keine Wahl mehr, weil sonst der Jugendknast droht.
Zurück in die alte Clique
Gibt es Zahlen darüber, wie viele Jugendliche jährlich an solchen Maßnahmen im Ausland teilnehmen?
Ziegenspeck: Schätzungsweise befinden sich derzeit etwa 600 Jugendliche in einer intensivpädagogischen Maßnahme im Ausland. Nur wenige Einrichtungen im Ausland arbeiten noch unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten. Das meiste, was dort passiert, ist eher normale Heimerziehung im Ausland. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil die einzelnen Jugendämter der Städte und Gemeinden zuständig sind, untereinander wenig vernetzt sind und genaue Statistiken fehlen.
Fallen die Jugendlichen nicht sofort wieder in ihre alten Muster zurück, wenn sie wieder in ihrer gewohnten Umgebung sind?
Ziegenspeck: Um das zu verhindern, ist die Vor- und Nachbetreuung so ungeheuer wichtig. Und zwar durch die selben Pädagogen, die auch die Maßnahme im Ausland betreuen. Das heißt, dass man den Jugendlichen etwa dabei unterstützt, den Schulabschluss nachzuholen. Erfolgreich ist so eine Maßnahme immer, wenn sich ernsthafte Menschen mit Engagement um schwierige Kinder kümmern. Die persönliche Bindung zwischen dem Pädagogen und seinem Klienten ist der Dreh- und Angelpunkt. Wenn das nicht gegeben ist, ist die Gefahr groß, dass der Jugendliche zurück in seine alte Clique geht. Kinder und Jugendliche brauchen hilfreiche, sorgende und kritische Begleitung – das weiß jeder, der das Glück hatte in einer einigermaßen intakten Familie aufwachsen zu dürfen. Das wird um so wichtiger für Jugendliche, die ohne emotionsstarkes Netz aufwachsen. Bindung und aufmerksame Begleitung sind die entscheidenden erzieherischen Termini.
Jörg W. Ziegenspeck (67) ist Professor für Erziehungswissenschaft und Erlebnispädagogik am Institut für Erlebnispädagogik in Lüneburg und forscht seit über 25 Jahren über das Thema. Als Leiter eines zweijährigen Forschungsprojekts hat er mit seinem Team knapp 60 Einrichtungen im Ausland untersucht, so dass nun eine erste wissenschaftliche Studie zur Qualität von erlebnispädagogischen Maßnahmen im Ausland vorliegt. Die Forschungsergebnisse erscheinen in einer Woche unter dem Titel „Betreuungsreport Ausland“ in der Edition Erlebnispädagogik.
15:58
Im Orient gibt es eine schöne Sitte wie man auch heute noch mit Kriminellen um geht.
Hand ab basta oder noch besser gleich den Kopf den brauchen solche Leute sowieso nicht weil sie da nichts wichtiges drin haben was für die Gesellschaft von bedeutung wäre.
Organe entnehmen aber bitte nicht das Gehirn oder die hände.
14:06
RTL, mit Verlaub, hat eine Meise. Solche Art der Re-Sozialisierung hat schon öfter gefloppt. Aber für die Quote ist alles recht.
13:12
Wer wissen möchte, warum es in Deutschland immer weniger Kinder gibt, muss sich die hirnfreien Kommentare unserer Menschenhasser durchlesen. Kloppt Ihr Euch doch einfach weiter und Eure Kinder auch, vielleicht müsst Ihr es einfach praktisch lernen, dass nicht alles schwarz oder weiss ist.
13:07
Da hätte der Vatter der Kröte mal öfter den ***** hauen sollen. Aber in der heutigen Erziehung dürfen die Bälger ja alles machen.
Erziehen kann dann der Knast und Steuerzahler.
13:05
Passt alles prima zusammen. Die geisteskranke Belohnung von Kriminellen, die wissenschaftliche Erlebnispädagogik und der Name des Professors.
Was wir so alles bezahlen.
13:00
Ich verstehe es wirklich nicht....Gasputin hat soooo viel Platz und der wird nicht genutzt, z.B. von unverschämten Bankern, prügelnden Jugendlichen, korrupten Richtern und Politikern...
12:40
Scheint ganz einfach zu sein:
Man macht - mit Unterstützung eines Professors - sein persönliches, sehr individuelles Problem zu einem Problem der Gesellschaft.
Und schon bekommt man natürlich die entsprechende Unterstützung durch die Gesellschaft.
Zur Not erhält jeder seinen persönlichen Sozialarbeiter, der einem den ***** hinterherträgt.
„Der Ehrliche ist der Dumme.“
12:36
Wo bekommt man eigentlich den Katalog für Strafreisen?
2 mal Schwere Körperveletzung = Tagestripp nach London
Totschlag = USA Cowboyurlaub
Vergewaltigung mit anschliessendem Mord = Eine Woche ISS, mal die Erde von oben sehen.
Sperrt die Idioten doch in den Big Brother Bunker und schmeisst den Schlüssel weg. Da können die sich den ganzen Tag prügeln, abziehen und Handys verchecken.
11:09
Ich muss dringend straffällig werden. Wollte schon immermal eine USA-Reise machen...
10:56
Große Teile dieser heutigen Jugend machen mir große Sorgen...es zählt nur noch...Sex und Gewalt...dazu Schrauben und Nägel im Gesicht, an den Brustwarzen und im Intimbereich...tattoos überall und natürlich schwarz braun sonnenbankgebräunt..Hauptschulabschluß nicht geschafft...27 handy-Verträge...und wenn Alleinerziehend....2 Kinder von 4-5 Vätern...keiner weiß wer es war...außer RTL ...Oliver Geissen
Dolce & Gabana, Puma und Addidas...je tiefer man in problematische Stadtviertel kommt, werden diese Designer-Teile getragen
Ziele..? Ferrari fahren..Villa kaufen...