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Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out

23.08.2012 | 09:52 Uhr
Am Feiern würden die Deutschen noch am ehesten sparen. Grundsätzlichen geht die Bereitschaft, etwas zurückzulegen, aber zurück.Foto: Sebastian Konopka

Hamburg.  Die Bereitschaft, das Sparschwein für schlechte Zeiten zu füttern, ist tendenziell geringer als vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Hamburger Stiftung. Wer woran sparen würde, hängt laut der Studie vor allem vom Alter ab - und von den persönlichen Prioritäten.

Ungeachtet der Finanzkrise haben die Bundesbürger offenbar immer weniger Lust am Sparen: Sowohl beim Urlaub als auch bei Wohnung, Ausgehen oder Hobby ist die Bereitschaft, kürzer zu treten, geringer als noch vor fünf Jahren. Das geht aus einer Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen hervor.

Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. So können sich zum Beispiel 41 Prozent der über 55-Jährigen vorstellen, bei der Kleidung zu sparen, bei den 14- bis 34-Jährigen sind es nur 28,2 Prozent. "Sparen wollen die Deutschen in der Regel in den Bereichen, die ihnen nicht ganz so wichtig sind: Die Jüngeren bei der Rücklagenbildung, Familien beim Ausgehen am Wochenende und die älteren Mitbürger könnten sich vorstellen, die Ausgaben für Kleidung einzuschränken", sagte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung.

Befragte würden am ehesten an Ausgehen und Urlaub sparen

Am größten ist die Bereitschaft, bei Ausgehen oder Urlaub zu sparen. 63,3 Prozent würden für Disco-, Restaurant-, Theater- oder Kinobesuche weniger ausgeben, wenn es sein müsste (2007: 68 Prozent), 56,5 Prozent für Urlaubsreisen (2007: 62 Prozent). Wenn es um Essen und Trinken geht, will dagegen kaum einer kürzer treten: Gerade einmal 8,5 Prozent (2007: elf Prozent) gaben an, in diesem Bereich am ehesten sparen zu wollen.

Auf welches Gerät könnten Sie...

Was die Sparbereitschaft bei Kleidung angeht, gibt es zwar Unterschiede zwischen den Generationen, nicht aber beim Geschlecht: Mit 36,6 Prozent (Männer) und 36,7 Prozent (Frauen) ist der Wert hier nahezu identisch.

Medien werden für die Deutschen immer wichtiger

Immer mehr an Bedeutung gewinnen offensichtlich Medien. Konnten sich 2007 noch 45 Prozent vorstellen, in diesem Bereich zu sparen, sind es jetzt nur noch 36,6 Prozent. Die verschiedenen Altersgruppen und die Geschlechter sind sich da weitgehend einig - wenn auch die Bereitschaft der über 55-Jährigen, hier den Gürtel enger zu schnallen, etwas größer ist als bei der jüngeren Generation.

Umfrage
Trotz Finanzkrise haben die Bundesbürger offenbar immer weniger Lust am Sparen. Geben Sie ihr Geld auch lieber aus?
 

Für die Studie befragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen 2.054 Personen ab 14 Jahren. (dapd)


Kommentare
23.08.2012
10:39
Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out
von holmark | #3

Ich glaube, die Leute sparen schon, aber anders als früher.

2 Antworten
Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out
von Unverkennbar | #3-1

Und wie?

Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out
von holmark | #3-2

z. B. an gesundem Essen...

23.08.2012
10:37
Wozu auch sparen?
von Partik | #2

Abgesehen davon, dass viele Bürger gar nicht mehr in der Lage sind, von den paar Kröten Verdienst auch noch was zu sparen, steigern sich die Wünsche halt eben immer mehr.

Besonders aktuelle Unterhaltungselektronik kostet die Menschen ein Vermögen. Auch wenn man das kritisch sehen kann, so erhebt sich die Frage, für was die Leute sparen sollen.

Für das Alter? Es kann sich jeder ausrechnen, dass ein heute 30jähriger in fast 40 Jahren keinen Cent Rente mehr bekommen wird, weil seine heute teuer erkaufte Altersvorsorge zu 100% angerechnet werden wird.

Für kommende Wünsche? Auch hier ist keine Nachhaltigkeit gegeben. Die Ressourcen wie Öl und für Elektronik notwendige Metalle, werden immer knapper, sparen bedeutet auch hier, dass man für sein Erspartes in ein paar Jahren nichts mehr kaufen kann.

Für die Kinder? Hat heute schon keinen Sinn mehr, wird auch nur alles auf die Staatshilfen in Zukunft angerechnet.

Also: heute ausgeben, minimal sparen - die beste Methode für die Zukunft.

1 Antwort
Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out
von Vermoegensberater | #2-1

Leider ist die von Ihnen propagierte Lebenseinstellung weit verbreitet und wird unweigerlich dazu führen, dass Altersarmut einen großen Teil der Bevölkerung treffen wird.
Den Kopf in den Sand stecken und sich mit einem sinkenden Lebensstandard abfinden ist für mich persönlich keine Option!
JEDER, der sparen WILL kann das auch und findet genug Möglichkeiten, Geld fürs Alter oder die Kinder zurückzulegen.

Das Problem ist, dass immer mehr Menschen viel zu kurz denken und sich darauf verlassen, dass Vater Staat im Zweifelsfall für den Lebensungerhalt aufkommt.

Um das zu ändern müssen an den Schulen endlich der Umgang mit Geld und die Gundlagen unseres Wirtschafts- und Sozialsystems vermittelt werden.

23.08.2012
10:14
Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out
von Black123 | #1

in dem sinne...: ab für 4 wochen in die usa ;D

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