Urlaub, Freizeit oder Hobbys - Sparen ist offenbar out

Am Feiern würden die Deutschen noch am ehesten sparen. Grundsätzlichen geht die Bereitschaft, etwas zurückzulegen, aber zurück.
Am Feiern würden die Deutschen noch am ehesten sparen. Grundsätzlichen geht die Bereitschaft, etwas zurückzulegen, aber zurück.
Foto: Sebastian Konopka
Was wir bereits wissen
Die Bereitschaft, das Sparschwein für schlechte Zeiten zu füttern, ist tendenziell geringer als vor fünf Jahren. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Hamburger Stiftung. Wer woran sparen würde, hängt laut der Studie vor allem vom Alter ab - und von den persönlichen Prioritäten.

Hamburg.. Ungeachtet der Finanzkrise haben die Bundesbürger offenbar immer weniger Lust am Sparen: Sowohl beim Urlaub als auch bei Wohnung, Ausgehen oder Hobby ist die Bereitschaft, kürzer zu treten, geringer als noch vor fünf Jahren. Das geht aus einer Umfrage der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen hervor.

Dabei gibt es allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen. So können sich zum Beispiel 41 Prozent der über 55-Jährigen vorstellen, bei der Kleidung zu sparen, bei den 14- bis 34-Jährigen sind es nur 28,2 Prozent. "Sparen wollen die Deutschen in der Regel in den Bereichen, die ihnen nicht ganz so wichtig sind: Die Jüngeren bei der Rücklagenbildung, Familien beim Ausgehen am Wochenende und die älteren Mitbürger könnten sich vorstellen, die Ausgaben für Kleidung einzuschränken", sagte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung.

Befragte würden am ehesten an Ausgehen und Urlaub sparen

Am größten ist die Bereitschaft, bei Ausgehen oder Urlaub zu sparen. 63,3 Prozent würden für Disco-, Restaurant-, Theater- oder Kinobesuche weniger ausgeben, wenn es sein müsste (2007: 68 Prozent), 56,5 Prozent für Urlaubsreisen (2007: 62 Prozent). Wenn es um Essen und Trinken geht, will dagegen kaum einer kürzer treten: Gerade einmal 8,5 Prozent (2007: elf Prozent) gaben an, in diesem Bereich am ehesten sparen zu wollen.

Was die Sparbereitschaft bei Kleidung angeht, gibt es zwar Unterschiede zwischen den Generationen, nicht aber beim Geschlecht: Mit 36,6 Prozent (Männer) und 36,7 Prozent (Frauen) ist der Wert hier nahezu identisch.

Medien werden für die Deutschen immer wichtiger

Immer mehr an Bedeutung gewinnen offensichtlich Medien. Konnten sich 2007 noch 45 Prozent vorstellen, in diesem Bereich zu sparen, sind es jetzt nur noch 36,6 Prozent. Die verschiedenen Altersgruppen und die Geschlechter sind sich da weitgehend einig - wenn auch die Bereitschaft der über 55-Jährigen, hier den Gürtel enger zu schnallen, etwas größer ist als bei der jüngeren Generation.

Für die Studie befragte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen 2.054 Personen ab 14 Jahren. (dapd)