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Unternimmt Putin Spritztour ins All?

26.07.2007 | 03:14 Uhr

Moskau. (ddp) Wird Russlands Präsident Wladimir Putin der sechste Weltraumtourist, der zur Internationalen Raumstation ISS fliegt?

Nahrung für diese sehr hypothetische Frage gibt kein Geringerer als Moskaus Raumfahrtagenturchef Anatoli Perminow: Er hatte angedeutet, es sei denkbar, dass im Herbst 2008 eine rein russische Mannschaft, darunter auch ein Weltraumtourist, mit einem "Sojus"-Raumschiff zur ISS aufbricht. Um wen es sich dabei handele, sei derzeit ein "großes Geheimnis", teilte Perminow der Agentur Interfax zufolge mit. Es werde aber eine "große Überraschung für alle", fügte er hinzu.

Die US-Organisation Space Adventures, die die beiden freien Plätze pro Jahr in den russischen Kapseln vermarktet, hatte zuvor angekündigt, die Tickets für die Flüge im Herbst 2008 und im Frühjahr 2009 seien bereits verkauft. An wen, werde man in den "nächsten Wochen" mitteilen. Damit waren Spekulationen Tür und Tor geöffnet. Putin selbst hatte schon einmal Ambitionen auf einen Flug zur Raumstation angemeldet. Im April 2006 sagte er in einer Direktschaltung mit seinem Landsmann und damaligen ISS-Kommandanten Pawel Winogradow, er wäre einem solchen Flug nicht abgeneigt. Ganz Dienstmensch fügte er aber hinzu: "Wenn, dann nur im Urlaub."

Rein physisch wäre Putin durchaus für einen Raumflug geeignet. Der begeisterte Judoka ist sehr sportlich, körperlich topfit. Er hat das bereits bei (Mit-)Flügen in Düsenjägern bewiesen. Auch das Alter dürfte kein Hindernis sein. Denn mit seinen 54 Jahren ist der Präsident jünger als die drei US-Weltraumtouristen Dennis Tito, Gregory Olsen und Charles Simonyi. Nur der Südafrikaner Mark Shuttleworth und die Amerikanerin iranischer Herkunft Anousheh Ansari waren jünger.

Auch das Versprechen, nur im Urlaub zu fliegen, könnte Putin einhalten. 2008 läuft seine zweite Amtszeit als russischer Staatschef aus. Er könnte also im Herbst als Politpensionär starten. Da der Flug im Oktober stattfindet, wäre das für ihn möglicherweise ein exklusives Dankeschön zu seinem 55. Geburtstag am 7. Oktober.

Der bislang letzte der fünf Multimillionäre, die sich mit einer Reise ins All einen Kindheitstraum erfüllt haben, war Simonyi, ein Amerikaner ungarischer Abstammung. Ihm waren die 14 Tage in der ISS 25 Mio. Dollar wert. Schon bei seiner Rückkehr im April dieses Jahres war die Frage gestellt worden, wie lange es sich die russischen Oligarchen noch gefallen lassen, dass ihnen die Ausländer die raren Plätze vor der Nase wegschnappen. Schließlich können auch die "neuen Russen", die sich gern mit ihrem oft aus dubiosen Quellen stammendem Reichtum brüsten, selbst den inzwischen auf 40 Mio. Dollar verdoppelten Flugpreis aus der Portokasse bezahlen. In der Tat schien der Medienhype um Simonyi auch die Oligarchen elektrisiert zu haben. Denn Kosmosveteran Alexej Leonow, der 1965 den ersten "Weltraumspaziergang" unternahm, hatte über das Onlineportal Novosti-Kosmonavtiki verbreitet, der reichste Russe, Roman Abramowitsch, wolle jetzt auch ins All. Er sei bereit, 300 Mio. Dollar für einen Flug um den Mond zu zahlen. Gut möglich, dass Abramowitsch es jetzt erst mal mit einem Trip zur ISS versuchen will, bis das Mondraumschiff fertig ist.

Von Gerhard Kowalski

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