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Erdbeben

UN rechnen mit mindestens 1100 Toten auf Sumatra

02.10.2009 | 07:39 Uhr
Mehr als 500 Häuser wurden in Padang auf Sumatra zerstört. Foto: ap
Mehr als 500 Häuser wurden in Padang auf Sumatra zerstört. Foto: ap

Padang/Indonesien. Einen Tag nach den Erdbeben auf Sumatra ist die Zahl der Todesopfer nach UN-Schätzung auf mindestens 1100 gestiegen. Helfer bergen derzeit in der 900.000-Einwohner Stadt Padang überwiegend Leichen. Unterdessen bebte am Freitag auf den Südsee-Inseln Tonga und Samoa erneut die Erde.

Vor der Küste von Tonga und Samoa im Pazifik hat sich am Freitag ein erneut ein Erdbeben ereignet. Es hatte die Stärke 6,3. Das teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik auf Hawaii gab zunächst keine Flutwellen-Warnung aus. Erst am Dienstag waren die Samoa-Inseln nach einem Erdbeben der Stärke 8,0 von einem Tsunami überflutet worden. Dabei kamen kamen in Samoa, Amerikanisch-Samoa und Tonga nach vorläufigen Angaben 160 Menschen ums Leben.

Fieberhafte Suche nach Überlebenden

Nach dem schweren Erdbeben auf Sumatra suchen Rettungskräfte in den Trümmern von Häusern im Wettlauf gegen die Zeit nach Überlebenden. Doch meist bergen sie Leichen; die Zahl der Toten stieg nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators John Holmes in New York auf mindestens 1100. Die indonesische Regierung sprach am Donnerstag noch offiziell von 777 Toten und 440 schwer verletzten Menschen.

Ihr Wohnhaus - eine Ruine. Überlebende des Erdbebens in Padang. Foto: afp

Nach Angaben der indonesischen Regierung könnte die Zahl der Erdbebenopfer allerdings noch stark ansteigen. Zahlreiche Menschen wurden noch vermisst, ganze Bezirke waren für die Rettungskräfte unerreichbar. «Unsere Voraussage ist, dass Tausende gestorben sind», sagte der Chef des Krisenzentrums im Gesundheitsministerium, Rustam Pakaya.

500 Häuser eingestürzt

Rettungsteams der Armee und des Gesundheitsministeriums waren in der Hafenstadt Padang und benachbarten Städten im Einsatz, um unter den Trümmern von eingestürzten Wohnhäusern, Schulen, Hotels und Krankenhäusern nach Überlebenden zu suchen. Die Rettungsfahrzeuge mussten sich mühsam einen Weg durch das Verkehrschaos und Trümmer bahnen, pausenlos ertönten die Sirenen der Krankenwagen. Oft fehlten Räumfahrzeuge, um schwere Betonbrocken zu bewegen. Mindestens 500 Häuser waren durch das Beben, das an die drei Minuten gedauert hatte, eingestürzt.

Gefährliche Suche in den Trümmern. Die indonesischen Rettungskräfte suchen fieberhaft nach Überlebenden. Foto: afp

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief dazu auf, die Opfer mit Hilfe von Flugzeugen und Schiffen zu versorgen, da viele Straßen nur schlecht passierbar waren. Die Regierung in der Hauptstadt Jakarta stellte knapp 18 Millionen Euro Soforthilfe zur Verfügung.

Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprachen der indonesischen Regierung ihre Anteilnahme aus. Die EU stellte drei Millionen Euro Soforthilfe bereit, die Bundesregierung zwei Millionen. Die USA sicherten Indonesien eine Soforthilfe von 3,3 Millionen Dollar (2,3 Millionen Euro) zu, wie Außenamtssprecher Ian Kelly am Abend in Washington mitteilte. Experten des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) machten sich bereits auf den Weg in das Katastrophengebiet.

Sumatra, Philippinen, Samoa, Vietnam...

Caritas international, das Hilfswerk der deutschen Caritas, will 1000 Zelte in das Erdbebengebiet nach Padang in Indonesien fliegen und stellt dafür zunächst 200.000 Euro bereit. Ziel sei es, den Erdbebenopfern schnell einen notdürftigen Schutz vor den starken Regenfällen zu bieten. Die Diakonie Katastrophenhilfe stellte 100.000 Euro Soforthilfe für die Erdbebenopfer zur Verfügung. Care Deutschland-Luxemburg kündigte an, Wasserreinigungsmittel im Erdbebengebiet zu verteilen. Die Kindernothilfe stellte 50.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung und der Arbeiter-Samariter-Bund 15.000 Euro, der zudem drei Mitarbeiter in die Katastrophenregion entsandte.

Für die Opfer der Erdbeben auf Sumatra stellt der Malteser-Hilfsdienst 20.000 Euro bereit. Weitere 20.000 Euro sollen in Nothilfemaßnahmen nach dem Tropensturm Ketsana in Vietnam fließen, der zu großflächigen Überschwemmungen in Zentralvietnam geführt hat.

Unicef rief außerdem zu Hilfen für die vom Taifun auf den Philippinen betroffenen Menschen auf. Dort drohten durch die katastrophalen hygienischen Zustände Krankheiten. Unicef verteile dort Hygieneartikel, Decken, Plastikplanen sowie Medikamente und helfe bei der Einrichtung von Notkliniken. Auf Samoa und Tonga stelle die Organisation für die Opfer des Tsunamis Hilfsgüter bereit.

Das Erdbeben vom Mittwoch vor Sumatra hatte eine Stärke von 7,6 gehabt, das Epizentrum lag nur knapp 50 Kilometer nordwestlich der Küstenstadt Padang. Am Donnerstagmorgen erschütterte ein weiteres Beben der Stärke 6,8 die Region, das Epizentrum lag dieses Mal 150 Kilometer südlich von Padang. Erneut wurden Menschen verletzt und Häuser zerstört. (afp/ap)

DerWesten

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