Überlaut in Leipzig: Elton John singt Hits aus 40 Jahren

Etwas ruhiger ist Reginald Kenneth Dwight alias Elton John mit seinen inzwischen 68 Jahren natürlich geworden. Er springt nicht mehr auf seinen Flügel, um die Tasten über Kopf zu spielen, ihm reichen inzwischen ein Bühnenanzug und eine Brille anstelle von schillernden Outfits.

Leipzig.. Ruhiger heißt jedoch nicht unbedingt stiller, wie etwa 6500 Fans am Sonntag in Leipzig erleben konnten. Sogar Balladen wie "Candle In The Wind" oder "Your Song" donnerten überlaut aus den Boxen.

Doch natürlich machte es der Popstar seinen Anhängern dennoch recht. Keine Ära seiner inzwischen über 40 Jahre währenden Karriere ließ er aus. Aus dem Album "Tumbleweed Connection" steuerte er "Burn Down The Mission" bei, vom 1983er Werk "Too Low For Zero" stammten "I'm Still Standing" und "I Guess That's Why They Call It The Blues". Auch der Megaseller "Goodbye Yellow Brick Road" wurde mit dem Titelsong, mit "Funeral For A Friend/Love Lies Bleeding", "Bennie And The Jets" und weiteren Stücken ausgiebig gewürdigt.

Um Elton John Ruhe war es allerdings bei einem Zwischenfall vor der Bühne etwa nach der Hälfte des Konzerts geschehen. Während John "Philadelphia Freedom" sang, kamen sich am Bühnenrand offenbar Fans ins Gehege. John scheute sich nicht, persönlich dazwischenzugehen, konnte nur mit Mühe von den eigenen Sicherheitsleuten zurückgehalten werden. "Man attackiert niemanden aus meinem Publikum, raus hier, es ist widerlich", rief der Musiker den Störern hinterher und hatte spätestens in diesem Moment die (meisten) Herzen auf seiner Seite.

Schade war, dass die Tontechniker so lieblos mit Elton John und seiner Band umgingen. Viele Fans flüchteten zumindest zeitweise vor der Lautstärke aus der Halle, die für den teilweise schlechten Ton nicht verantwortlich gemacht werden kann. Vor allem das Schlagzeug von Johns alten Kampfgefährten Nigel Olson schien häufig überakzentuiert, auch das Klavier klang - vor allem bei einem ansonsten wohl gelungenen Solo - extrem schrill.

"All The Hits" konnte der Mann am Klavier natürlich nicht bieten, zu viele davon hat er inzwischen komponiert und eingespielt. Dennoch dürften sich die meisten Besucher zufrieden auf den Heimweg vom einzigen Deutschlandkonzert des Künstlers in diesem Jahr gemacht haben. Auch wenn sicher viele Ohren noch lange nachgeklingelt haben.