Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Justiz

Über zwei Jahre Haft für Böhse-Onkelz-Sänger

04.10.2010 | 13:15 Uhr
Über zwei Jahre Haft für Böhse-Onkelz-Sänger

Frankfurt. Kevin Russell, Sänger der Böhsen Onkelz, ist vor Gericht nicht mehr mit einem blauen Auge davon gekommen. Er muss für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis.

Der ehemalige Böhse-Onkelz-Sänger Kevin Russell muss wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht für zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Es sei zweifelsfrei erwiesen, dass der 46-Jährige am Silvesterabend 2009 jenen Audi R 8 gesteuert habe, mit dem der folgenschwere Unfall auf der A 66 passiert sei, urteilte das Frankfurter Landgericht am Montag. Mit dem Urteil blieb die Kammer deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die auf eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten plädiert hatte. Die Verteidigung nannte kein konkretes Strafmaß. Ihrer Ansicht nach bestehen jedoch Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten.

Das Urteil des Gerichts stützte sich hauptsächlich auf die DNA-Spuren, die an dem Fahrerairbag des Audi gefunden worden waren und zweifelsfrei von Russell stammen. Der Angeklagte selbst hatte über seinen Manager einen Bekannten als Unfallfahrer präsentiert. Es spreche jedoch „ein ganzes Bündel an Argumenten“ gegen diese Behauptung, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Eckhardt. Zugunsten des Angeklagten nahm das Gericht an, dass der langjährige Konsument bei den Unfall vermindert zurechnungsfähig war und deswegen eine erhebliche Schuldeinschränkung vorliege. Gegen den Angeklagten sprach die Schwere der Verletzungen, die die beiden Opfer erlitten hatten. Da Russell den Unfall unter laufender Bewährung verursacht habe, müsse er eventuell deutlich länger in Haft. Vor und einem halben Jahr war er wegen der Einfuhr von Betäubungsmitteln zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Ehemalige Bandkollegen distanzieren sich

Zwei Mitglieder der 2005 aufgelösten Rockband distanzierten sich derweil von Russell. „Der Kevin, der dieser Tage auf der Anklagebank sitzt, ist nicht mehr der Kevin, mit dem wir gemeinsam all die Jahre durch dick und dünn gegangen sind“, heißt es auf der Homepage der Band. Die ehemaligen Bandkollegen Stephan Weidner und Peter Schorowsky zeigen sich vor allem über die Aussageverweigerung ihres ehemaligen Sängers vor dem Frankfurter Landgericht enttäuscht: „Wir hatten gehofft, Kevin würde persönlich zu den Vorkommnissen Stellung beziehen“.Zudem machen die Ex-Kollegen Russell für die Auflösung der Band verantwortlich.

Russells langjährige Drogensucht „war maßgeblich dafür verantwortlich, dass es zur Trennung kam“. Weidner und Schorowsky befürchten, dass das Verhalten Russells „unsere Glaubwürdigkeit und unser Lebenswerk infrage stellt“. Anders als Russell fühlen die beiden Ex-Kollegen mit den Opfern des vor dem Landgericht in Frankfurt am Main verhandelten Unfalls. „Unsere Gedanken sind nach wie vor bei den Opfern. Wir wünschen den beiden von ganzen Herzen, alles erdenklich Gute“, heißt es am Ende der Stellungnahme. (dapd)

 

DerWesten


Kommentare
07.10.2010
20:12
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #30

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.10.2010
19:11
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #29

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

04.10.2010
19:08
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von Elektrosteiger | #28

Und das sind noch 22 Jahre zu wenig...

04.10.2010
19:08
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von Elektrosteiger | #27

Und das sind noch 22 Jahre zu wenig...

04.10.2010
18:56
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von IPohlmann | #26

Einsperren und den Schlüssel wegschmeissen. Gilt nicht nur für diesen Irren, sondern auch allen Anderen die auf diese Weise Menschenleben zerstören.

04.10.2010
18:34
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von Herr Pritschekowski | #25

@ J.D.: Ein wirkliches Schnäppchen. Ga kann man schon mehr haben wenn man Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen richtig angeht. Da gibts 3 für. Also vollgedrogte ne Autobahn in ein Schlachtfeld verwandeln und Leben zerstören ist harmloser als Gotteslästerung.

04.10.2010
18:00
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von Exde | #24

Ich bin auch sehr geschockt, was aus Kevin geworden ist. Die Drogen haben ihn jetzt endgültig zerstört. Er ist nicht mehr der Mensch, der er noch vor paar Jahren war.

04.10.2010
16:50
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von kleiner onkel | #23

hallo???
irgendwie kann ich nicht folgen...dieser unfall wurde von kevin russell verursacht und nicht von den böhsen onkelz.es ist schon echt traurig zu sehen wie eine ganze fan-gemeinde darunter leiden muss und sich in irgendeine ecke drängen lassen muss.
den opfern alles gute

04.10.2010
16:37
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von J.D. | #22

gut zu wissen, das man als unter drogen stehender amokfahrender neonazi in diesem land so billig weg kommt

04.10.2010
16:27
Böhse-Onkelz-Sänger muss ins Gefängnis
von Die ganze Wahrheit | #21

Jeder vorbestrafte Migrant kommt mit 6 Monaten auf Bewährung davon, die vielen Fälle zeigen es.
Dumm wenn man früher kritische Texte gesungen hat und der Staatsanwalt Türke ist.

Deutschland 2010

1 Antwort
Eine Frage, "Die ganze (hust, hust) Wahrheit" :
von mellow | #21-1

Balla-balla?

Aus dem Ressort
"Wegeheld" - neue App für Hardcore-Radler und Denunzianten?
Apps
Im Straßenverkehr herrscht eine Zweiklassen-Gesellschaft. So sehen es jedenfalls die Macher einer neuen Smartphone-App. Nutzer sollen rücksichtslose Autofahrer an den Online-Pranger stellen. Wer sie nutzt, wird zum "Wegeheld" stilisiert. Juristisch ein fragwürdiges Verhalten.
Formel-1-Chef Ecclestone weist Bestechungsvorwürfe von sich
Bestechungsprozess
Zum Auftakt des Bestechungsprozesses gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gab sich der Brite zuversichtlich. Begleitet von seinen Anwälten ließ der Milliardär eine Erklärung vorlesen, in der er alle Vorwürfe bestritt. Stattdessen sei er von einem Bankenmanager erpresst worden.
Formel-1-Chef Ecclestone weist Bestechungsvorwürfe von sich
Bestechungsprozess
Zum Auftakt des Bestechungsprozesses gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gab sich der Brite zuversichtlich. Begleitet von seinen Anwälten ließ der Milliardär eine Erklärung vorlesen, in der er alle Vorwürfe bestritt. Stattdessen sei er von einem Bankenmanager erpresst worden.
Merkel wieder auf Time-Liste der mächtigsten Menschen
Top 100
Vor einem Jahr hieß es: Merkel ist raus. Das US-Magazin "Time" sah sie nicht mehr unter den 100 einflussreichsten Menschen der Welt. Jetzt ist sie wieder drin. Die Laudatio auf die Kanzlerin hielt Fußball-Ikone Jürgen Klinsmann. Er nannte Merkel "Verwandlerin Deutschlands".
Twitter-Kampagne der New Yorker Polizei geht schief
PR-Reinfall
Die PR-Kampagne ging nach hinten los: Via Twitter hat die Polizei in New York Bürger aufgerufen, Fotos mit Polizisten im Online-Netzwerk hochzuladen. Doch der Hashtag #myNYPD entwickelte sich zum "Bashtag" - zum Schimpf-Stichwort. Statt freundlicher Fotos gab's Bilder von prügelnden Cops.
Umfrage
Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?

Schalke-Boss Clemens Tönnies hat einen Besuch der Mannschaft im Kreml in Aussicht gestellt. Wie sehen Sie das: Darf Schalke öffentlichkeitswirksam Herrn Putin besuchen?